Durch Arizona, New Mexico und Las Vegas 2010 Frühjahr 2010, die Planung Da war also die letzte Reise gerade erst vorbei, zwar nicht in die USA, so doch weit weg und schon wieder schwebte der Finger verdammt nah, gefährlich nah, über allen Tasten, mit denen man ggf. eine Buchung bestätigen konnte. Ostern war es dann so weit, da zuckte
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07.08.2010
Durch Arizona, New Mexico und Las Vegas 2010
SA, 30.10.2010: Las Cruces - Santa Fe
Complimentary Breakfast im Hotel ab 7 Uhr. Ganz so früh war ich nicht dort, allerdings fast - und schon ging´s wieder los, ab auf die Straße.
Aber Achtung, offenbar ging das Schloss an meiner Zimmertür nicht. Gestern dachte ich noch, meine Schlüsselkarte ist defekt, heute war´s schon wieder ein Problem und auch der Generalschlüssel der Rezeptionistin funktionierte nicht. Zunächst wunderte mich, dass sie mir einfach so nach Nennung der Zimmernummer und der Ansage, der Schlüssel funktioniere nicht, anstandslos eine neue Karte aushändigte. Also, wenn ihr euch mal in fremden Hotelzimmern umsehen wollt, behauptet einfach, ihr habt Zimmer 208 und der Schlüssel geht nicht. Das klappt schon.
Das Zweite, was ich heute gelernt habe, war, wie schnell so ein Rezeptionsfräulein mit einer Drahtschlinge, die sie unter der Tür durchschiebt, die Klinke heruntergezogen und die Tür geöffnet hat. Also, liebe Mitreisenden, für den Rest der Reise werden Pass und Wertsachen im Safe eingeschlossen oder am Mann getragen und nachts wird von innen der Riegel vorgeschoben, einverstanden?
Da in einem Prospekt an der Rezeption Werbung gemacht wurde für das historische Mesilla direkt nebenan, fuhr ich den Schlenker noch. Na ja, ein paar hübsche Gassen, eine Kirche, Souvenir-Verkäufer bauten vor der Kirche gerade ihre Stände auf. Na gut, hatte ich das auch mal gesehen.
Nach kurzer Fahrt war ich am White Sands National Monument angelangt, das in meiner Erwartung ein Highlight der Reise war. Zum Glück war die Straße nicht wegen irgendwelcher Tests an der Missile Range gesperrt, sodass ich glatt durchfahren konnte.
Vor den Besuch hatte die Regierung allerdings eine diesmal systematische Grenzkontrolle gesetzt. Da ich das Prozedere ja nun kannte, hatte ich den Pass und natürlich auch Antworten auf die Fragen parat und durfte schnell weiter fahren.
Das National Monument war größer und weitläufiger als ich mir so vorgestellt hatte. Irgendwie war es wie an den Strand zu fahren, aber statt Meer erwarteten mich noch größere, noch weißere makellose Dünen. Bis zum ersten Parkplatz konnte man fahren, ihr wisst schon, der mit den oft fotografierten Picknicktischen. Danach war die Straße gesperrt. Während am einen Ende des Parkplatzes ein paar Jungs Spaß hatten, indem sie auf großen Plastikschüsseln die Dünen runterrutschten, wobei laute Musik aus dem zugehörigen Auto schallte, wollte ich mir lieber die Dünen genauer ansehen. Erstaunlicherweise sank man gar nicht ein. Der Sand war ein wenig feucht, offenbar hatte es kürzlich erst geregnet. Die Illusion von Winter war perfekt, insbesondere da unterwegs schon ein Schild Schlingergefahr ankündigte. Nur die Temperaturen passten nicht zum winterlichen Aussehen: Zwar war die Luft sehr kühl, aber da die Sonne Kraft hatte und kaum Wind ging, war es sehr, sehr angenehm.
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Etwa eine halbe Stunde ging ich die unbefahrene Straße weiter entlang. Und hier war es wirklich still, stiller als im Saguaro National Park, denn hier hörte man NICHTS: Weder Vogelgezwitscher, noch das Zirpen von Grillen, noch Blätterrascheln. Sehr eigenartige Landschaft! Sind hier nicht auch Filme gedreht worden, die irgendwas mit Außerirdischen zu tun haben? Die Landung eines Ufos hier hätte mich nicht erstaunt. Aber nein, das war ja etwas weiter entfernt in Roswell, das ich auf dieser Reise zumindest nicht kennenlernen würde.
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Nachdem ich vor der Reise bei der Planung so gedacht habe, dass man dort halt hinfährt, an 2 bis 3 Stellen mal über die Dünen schaut und nach spätestens einer Stunde wieder unterwegs ist, hatte mein Besuch hier deutlich länger gedauert, aber das machte nichts. Ich hatte immer noch ausreichend Zeit, als ich nach 2 Stunden wieder das Kassenhäuschen des National Monuments erreichte.
Anstatt über die Interstate zu fahren, entschied ich mich für die Nebenstrecke, die auf der Karte auch mit einem grünen Strich an der Seite als besonders schön beschrieben wurde.
Erst einmal fuhr ich in die Berge in Richtung Cloudcroft. Sehr schnell änderte sich die Landschaft: Statt in grau-brauner Ebene war ich nun in saftig grüner, bzw. herbstlich bunter Gebirgslandschaft. Am Straßenrand wurden Äpfel verkauft. Fast erwartete ich, dass mir John-Boy Walton im Planwagen entgegenkam, obwohl der natürlich aus einer ganz anderen Ecke der USA stammte. Bis Cloudcroft war es sehr schön, dann wurde es eintöniger und langweiliger. Insbesondere das Stück von Cloudcroft über Ruidoso bis Carrizozo schien kein Ende zu nehmen. Hier war das Laub an den Bäumen schon vertrocknet, vor 3 Wochen war es hier bestimmt noch herrlich bunt. Das war´s irgendwie nicht wert und ermüdete ein wenig.
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Plötzlich ging´s dann, erst begleitet vom Rest meines Hörbuches und dann begleitet von Liedern über traurige Cowboys und gefallene Mädchen wieder schnell weiter. Kurz vor dem Kreuzen der Interstate 40 hatte ich dann auch endlich mal eine Begegnung mit einer lebendigen Schlange, die auf der Gegenfahrbahn lag und sich sonnte. Irgendwie faszinieren mich Schlangen. In Malaysia hatte ich die Gelegenheit eine Python anzufassen, was ich natürlich mit einer wild lebenden Schlange nie tun würde. Sollte ich nun aber auf die Idee kommen mir selbst welche halten zu wollen, bekäme ich aber sicherlich großen Ärger, also guckte ich lieber dieses Exemplar eine Weile aus respektvoller Entfernung an.
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Wieder mal im herrlichsten goldenen Nachmittagslicht kam ich nun in Santa Fe an und freute mich erst einmal über das schöne Hotel Santa Fe, in dem ich eincheckte. Man konnte von hier bequem und ohne Angst haben zu müssen in den alten Stadtkern laufen, was ich auch sofort tat. Nachdem ich nach dem Frühstück in Las Cruces wieder mal nur Picknick aus der Kühlbox hatte, hatte ich jetzt so richtig Kohldampf und wollte das berühmte grüne und rote Chile probieren, das in jeder Kneipe mit Tex-Mex-Food hier angeboten wird.
Santa Fe selbst gibt sich einen recht edlen Anstrich mit zahllosen Souvenirshops in den Adobe-Bauten. Es war am Samstag und Vorabend von Halloween viel los, zumal das Wetter so herrlich war. In der Kathedrale schien ein besonderer Gottesdienst gewesen zu sein, jedenfalls kamen zunächst eine Menge wichtig und würdig aussehender Geistlicher dort heraus und dann eine Menge Besucher der Kirche. Im Gegensatz zu vielen anderen habe ich hier aber nicht die Kamera in die Luft gehalten um das Ganze zu verewigen. Das Licht reichte aber vorher noch für einige Fotos, die ich euch auch nicht vorenthalten möchte.
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Nach dem Essen ging´s zurück in´s Hotel, in dessen Lobby noch Live-Musik gespielt wurde, was zwar auch bis in die Zimmer drang, aber sehr gedämpft und nicht sehr lange, sodass ich den Abend in dem riesigen Bett mit diesem Reisebericht noch ausklingen ließ. So langsam merkte ich auch, dass ich ein straffes Programm hatte, aber so bin ich nun mal, kann eben nie genug bekommen und muss immer was erleben. Für heute allerdings hatte ich mal wieder genug erlebt und war zufrieden mit meinem Glas Wein im Zimmer.
Übernachtung: Hotel Santa Fe, gebucht über Hotwire für $99 (mit Tax usw. $119)
gefahren: 349 Meilen
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