Durch Arizona, New Mexico und Las Vegas 2010 Frühjahr 2010, die Planung Da war also die letzte Reise gerade erst vorbei, zwar nicht in die USA, so doch weit weg und schon wieder schwebte der Finger verdammt nah, gefährlich nah, über allen Tasten, mit denen man ggf. eine Buchung bestätigen konnte. Ostern war es dann so weit, da zuckte
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07.08.2010
Durch Arizona, New Mexico und Las Vegas 2010
DI, 2.11.2010 Albuquerque
Welcher Depp... Eine SMS mitten in der Nacht? Aber nein, eine solche SMS durfte gerne kommen: Sie enthielt die Info, dass die große, dicke Rechnung für mein Auto storniert wurde, der Autohändler hatte sie eingereicht und auf Kulanz vom Hersteller gezahlt bekommen, für mich blieben nur noch popelige etwa 200 Euro zu zahlen. Klasse, das waren dann gleich mal wieder 2 Tickets über den großen Teich. Gut gelaunt konnte der Tag nun starten.
Aber heute würde ich wirklich nicht so viel machen, nur in die Old Town fahren, mir dort die Stadt und das Rattlesnakemuseum ansehen, dann über die alte Route 66 ein Stück in Richtung Osten fahren, den Tramway Blvd. hinauf, mit der Seilbahn auf den Sandia Peak und wieder runter fahren und dann noch etwa ein halbes Dutzend Shopping-Center abklappern. Klingt doch machbar, oder?
Liebe Mitfahrer, insofern wird´s auch nur ein kurzer Bericht mit wenigen Fotos.
Das Navi war der Meinung, ich solle doch über die Interstate fahren, Cracker Barrel bot mir unterwegs an bei ihm zu frühstücken, was ich auch gerne annahm und gegen 10 Uhr stand ich dann in der Old Town. Hier hatte ich dann erstmalig das Vergnügen mich mit dem auf vielen US-Parkplätzen schon bemerkten Zahlsystem vertraut zu machen. Dort gab es nämlich einen Kasten mit vielen kleinen Spardosenschlitzen. Man stellte sein Auto ab, merkte sich die Nummer des Parkplatzes und schob dann durch den zu der Parklücke gehörenden Spardosenschlitz den verlangten Preis, hier 3 USD für´s Parken den ganzen Tag. Ob und wie hier kontrolliert wird, ob sich vielleicht jemand anders auf meinen frei werdenden Parkplatz stellte, wenn ich wegfuhr, wüsste ich gerne, werde es aber wohl nicht erfahren. Brav faltete ich also 3 Scheine zu je 1 USD zu etwa 2 cm breiten Briefchen und schob diese dann mit einer Art Spatel oder Tortenheber in den meiner Parklücke zugehörigen Schlitz. Das machte fast schon Spaß, nächstes Mal würde ich Origami probieren, zumindest jedoch Schiffchen falten. Na ja, erst etwas später sah ich, dass nur wenige Meter weiter bei Walgreens kostenfreie Parkplätze noch und nöcher gewesen wären.
Das Rattlesnakemuseum öffnete erst in 1,5 Stunden. Das war noch ausreichend Zeit um hier ein wenig wieder mal in einer nett hergerichteten Old Town herumzulaufen und auf einer Bank sitzend ein paar Lebenszeichen nach Deutschland abzugeben.
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Im Rattlesnakemuseum war man dann ganz stolz, dass ich den ganzen Weg von Deutschland gekommen war (fast) nur für das Museum und ich konnte meiner Ballonfahrerurkunde noch eine Urkunde hinzufügen, nämlich eine für die Tapferkeit die Rattlesnakes überlebt zu haben. Die gibt es ja nun in allen möglichen Größen und Farben und von Nahem betrachtet war ich nun erst einmal nicht mehr so scharf darauf, so einer mal draußen zu begegnen.
Übrigens, heute war Wahltag. Der Rattlesnakebeschwörer hatte einen Aufkleber am Shirt, dass er schon wählen gewesen sei, an mehreren Straßenkreuzungen standen engagierte Bürger, die noch Unentschlossene mit Fahnen und Plakaten noch in letzter Minute zur in ihren Augen richtigen Entscheidung bewegen wollten. Lustig auch die Wahlwerbung im Fernsehen: Da wurde nämlich nur selten gesagt: "Wählt mich, weil ich...", sondern die Argumentation lautete viel öfter: "Wählt nicht die Konkurrentin, weil sie..." Lustig sich vorzustellen, wie so gestrickte Wahlwerbung in Deutschland die Debatten anheizen würde.
Die Route 66 entlangzufahren war lustig: Hier wirkte Albuquerque sehr lebendig, natürlich ein wenig nostalgisch. Cafés, Diners, alte Motels, viele Läden. Ein bisschen schade fand ich, dass viele der alten Gebäude tatsächlich verrammelt und ungenutzt waren.
Auf der Fahrt durch die Stadt in Richtung Osten veränderte sich das Stadtbild: Vor der Kreuzung mit der Interstate in Downtown war die 66 schick gemacht und repräsentativ, in Höhe der Uni dann sehr studentisch, wobei sich eine Menge "moderner" Ketten dazwischenmischten, später dann im Stadtteil Nob Hill wurde sie entspannt-edel.
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Weil´s so schön war, verzichtete ich auf den Sandia Peak und drehte kurz vor Erreichen der Talstation der Seilbahn um. Was wollte ich mich denn schon wieder auf einen Berg begeben nur um dort herunter zu schauen? Lieber fuhr ich die 66 nochmals in andere Richtung. Nur kreuzte dort ein Haus meinen Weg, das stand plötzlich mitten auf der Straße.
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Und - keine Sorge, aus dem halben Dutzend Shopping-Center wurden dann zwei, eins davon auch nur als Abendspaziergang auf der Suche nach etwas Essbarem. Mein Herz blutete, als ich dort in einer Zoohandlung mindestens 20 Katzen und fast ebenso viele Hunde ausgestellt sah wie Ware beim Bäcker, während kleine Kinder davor herumrutschten und die armen Tiere immer wieder erschreckten. Gibt´s denn dagegen keine Bürgerinitiativen? Immerhin wirkten die Boxen und Käfige sauber, aber so kann man doch kein Vorbild für artgerechte Haltung sein, oder?
Den Abend verbrachte ich dann zum Essen in der "California Pizza-kitchen" mit höllisch scharfen und knöfeligen Bandnudeln und dann im Zimmer mit der US-Version von "Frauentausch". Sehr interessant, die eine Familie war eine Aussteiger-Familie. Daddy wollte seine Töchter vor Drogen und Sex beim Schulbesuch beschützen und unterrichtete sie lieber selbst, zog schon seit 2 Jahren mit seiner Familie inkl. Hund und Katze im Bus durch´s Land. Keine Ahnung, wovon die da gelebt haben, gearbeitet hatte Daddy jedenfalls nicht. Ihm wurde von der Tauschmutter ganz schön der Marsch geblasen, die dann energisch dafür sorgte, dass die Familie wieder in eine Wohnung ohne Räder zog. Im Gegenzug hatte die Frau des Aussteigers resolut in der Familie des Bestattungsunternehmers dafür gesorgt, dass deren Daddy mehr bei der Familie statt immer nur bei den Toten ist und hatte alle Fertiggerichte und Chips etc. weggeworfen, die die drei Söhne der Familie dann heimlich in der Garage bunkerten. Übrigens, die gesund ernährten Töchter der Aussteiger waren im Gegensatz zu den Chipsessern ganz schön mollig, kann also nicht nur der Ernährungsstil sein.
Und weil es heute so wenig Bilder waren, schummel ich mal ein wenig und pfusche eines von gestern rein, nämlich den Sonnenuntergang, den ich auf dem Weg nach Albuquerque noch festgehalten habe.
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Übernachtung: Wieder Sheraton Albuquerque Uptown
Gefahren: 66 Meilen
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