Durch Arizona, New Mexico und Las Vegas 2010 Frühjahr 2010, die Planung Da war also die letzte Reise gerade erst vorbei, zwar nicht in die USA, so doch weit weg und schon wieder schwebte der Finger verdammt nah, gefährlich nah, über allen Tasten, mit denen man ggf. eine Buchung bestätigen konnte. Ostern war es dann so weit, da zuckte
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07.08.2010
Durch Arizona, New Mexico und Las Vegas 2010
MI, 3.11.2010 Albuquerque - Chinle
Ich hatte lange überlegt, wie ich den Weg von Albuquerque zurück nach Las Vegas gestalten wollte, aber alle Möglichkeiten fand ich irgendwie wenig zufriedenstellend. Fest stand, ich wollte den Canyon de Chelly sehen. Zunächst hatte ich überlegt mir Bisti und Ah Shi Sle Pah anzusehen, habe den Gedanken dann aber wieder verworfen, einfach aus so einem Gefühl heraus, vielleicht hieß dieses Gefühl aber auch Schiss mich in der einsamen Gegend dort nicht zurecht zu finden. Außerdem hatte ich vor der Reise nicht mit solch konstant gutem Wetter gerechnet, sodass mir das auch alles ein bisschen zu unsicher war. Wahrscheinlich wäre das alles kein Problem gewesen, aber das kann ich erst herausfinden, wenn ich mal wirklich hinfahre.
Eigentlich erst auf der nächsten USA-Reise im September 2011 wollte ich zum Monument Valley, dort im "The View" übernachten. Aber ein kurzes Probieren auf der Website des Hotels erbrachte, dass es dort schon für diesen Urlaub noch ein freies Zimmer gab und zwar auch noch 6 Wochen vorher zu buchen. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, aber es war ja Nebensaison. Somit musste ich mir noch überlegen, was ich mit dem Tag vor dem Monument Valley anfangen wollte, sodass schnell ein Zimmer im Best Western in Chinle gebucht war.
Ausgerechnet hatte google maps mir 4,5 Stunden bis hierher. Da ich am Nachmittag noch die Viewpoints abfahren und in den Canyon hineinlaufen wollte, strich ich auch bis auf sehr kurze Pausen alles andere an diesem Tag, das mir ohnehin nicht soooo attraktiv erschien.
Erster Zwischenstopp an der Continental Divide. Diese drängte sich quasi auf, da ein Souvenirshop dort schon etliche Meilen vorher Werbung machte, also fuhr ich kurz dort ab. Zum Glück war dass Wetter wieder so herrlich, dass ich gar keine Gelegenheit hatte zu beobachten, in welche Richtung Regentropfen versickerten. Gibt es so etwas wie die Continental Divide eigentlich auch in Europa oder auf anderen Kontinenten? Und woher weiß man eigentlich, wo diese Linie konkret verläuft? Das würde ich alles bei Gelegenheit mal googeln wollen.
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Zweiter Zwischenstopp in Gallup. Schließlich würde ich 2 Nächte in der Navajo Nation verbringen. Da wollte ich meinen Alkoholvorrat vorher etwas aufpeppen. Außerdem wanderten etwas Obst, eine Portion Nudelsalat aus der Deli-Theke, alkoholfreie Getränke und noch einige Kleinigkeiten mehr in meinen Einkaufskorb.
Gallup gehört noch nicht zur Navajo Nation. Die Gestalten, die mir begegneten, wirkten ärmlich und egal welcher Hautfarbe wirkten viele von ihnen, als ob sie zu tief in´s Glas blickten. Trotzdem fand ich den Ort nicht so trostlos, wie er in Reiseberichten oft beschrieben wird. Der Kassierer fragte ganz erstaunt, was ich denn in Gallup wollte. Merkwürdig, da die Stadt an der Route 66 lag, hatte ich schon erwartet, dass es hier normal ist, dass auch Touris aus Europa hier mal einkaufen.
Dritter und letzter Zwischenstopp an der Hubbell Trading Post, da sie halt am Weg lag. Hier drin roch es gut nach Holz und Gewürzen, ansonsten war´s aber zumindest auf den ersten Blick eher Geschenke- und Souvenirgeschäft als alles andere.
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Gegen 13.30 Uhr war ich dann doch schon in Chinle angekommen, konnte aber noch nicht im Best Western einchecken. Na ja, machte nichts, dann fuhr ich eben mit Koffer im Auto die Viewpoints ab.
Zunächst ging´s nur langsam vorwärts. Auch hier wurde wohl der Straßenbelag erneuert. Ein Stop-Schild in der Hand eines wichtigen Mitarbeiters folgte dem nächsten "Slow"-Schild in der Hand eines anderen wichtigen Mitarbeiters. Dann fuhr ich erst einmal durch bis zum Spider Rock um die Viewpoints sozusagen von hinten aufzurollen und am späten Nachmittag dann noch 2 Stunden zu haben für den Weg in´s Tal.
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Komisch eigentlich, dass der Canyon de Chelly so wenig besucht wird. Vielleicht liegt´s daran, dass er ein wenig abseits von den Routen vieler Touris liegt. Umso besser, also hatte ich den Canyon fast für mich. Ich jedenfalls fand´s schön hier: Der weite Canyon wirkte großzügig und freundlich, unten im Tal glitzerte der Fluss, ein paar Häuschen standen dort und man sah die Pisten, die sich durch den Canyon schlängelten.
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Schön auch, mal ausreichend Zeit und heute nichts mehr vorzuhaben. Ich suchte mir erst einmal ein Plätzlich für mein Mittagessen und genoss dabei den Blick in den Canyon.
Schließlich erreichte ich den Trailhead für den erst einmal ziemlich steilen, aber recht kurzen Abstieg in´s Tal. Von oben hatten die Anaszazi-Wohnungen so weit weg gewirkt, aber schon nach einer halben Stunde Weg stand ich davor und konnte sie mir aus der Nähe ansehen. Ich überholte sogar noch ein Pärchen. Offenbar war sie nicht so gerne mitgekommen: Er lief mit langen Schritten voraus, sie mit langer Miene hinterher. Es war so schön, wie die Perspektive auf die Felsen beim Runtergehen sich immer wieder änderte, wie hübsch das Grün des Grases und die gelben Blätter der Bäume sich gegen den blauen Himmel und die roten Felswände abhoben. Und rgendwie glitzerte der Felsen in der Sonne, wer weiß, was für ein Mineral darin enthalten ist?
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Da ich erst etwas später als 15.30 Uhr losgegangen war und ein Schild eine 2-stündige Dauer versprach, machte ich mir ein wenig Gedanken, ob es nicht schon dunkel würde, wenn ich wieder hochging, dass ich dort übernachten musste, ohne dass jemand mir Frühstück für den nächsten Morgen versprach, aber die 2 Stunden brauchte ich nicht einmal. Während ich schnaufend raufging, kam mir noch ein junger Navajo entgegen, der im Jogging-Tempo über die Felsen sprang. Na, der machte das wohl öfter. Ob es hier abends wohl einen "Lumpensammler" gab, also jemanden, der nochmals hochging und alle vor der Dunkelheit einsammelte?
Nun wollte ich noch schnell tanken, aber im Gegensatz zu allen anderen Tankstellen, bei denen immer entweder die Maestro-Karte mit Geheimzahl funktionierte, oder andernfalls anstandslos die Kreditkarte ging, war dieses schon die zweite Chevron-Tanke, bei der ich mich ein wenig veräppelt fühlte. Erst fragt die Zapfsäule höflich nach, ob es sich um eine ATM-Karte handelt. Sobald ich das bejahe, will sie die Geheimzahl wissen, lässt mich ein wenig zappeln und erklärt mit: "Ätsch, Karte nicht akzeptiert." Na super, Chevron scheidet für mich in Zukunft aus, wenn es Alternativen gibt!
Nun konnte ich in dem ziemlich alten, aber teilweise (ziemlich dilettantisch) modernisierten Best Western ein muffiges angebliches Nichtraucher-Zimmer beziehen, in dem das Internet nur sporadisch funktionierte. Sehr wohl gefühlt habe ich mich hier nicht. Das Essen im Restaurant war viel, aber schmeckte nicht, sodass ich mehr als die Hälfte liegen ließ. Ich tröstete mich mit Snickers und etwas süßlichem Wein aus einem Plastikfläschchen.
Was machten die Leute so, die hier lebten? Der Ort schien aus drei Hotels, vier Tankstellen, einem Burger King, einem Subway und einem Krankenhaus zu bestehen. Wie bekamen die denn hier die Waren des täglichen Bedarfes her? War da jedes Mal eine Reise in die Weltstadt Gallup fällig? Jedenfalls schien es hier so dörflich zu sein, dass Pferde hier allein spazieren gingen. Zumindest begegneten mir 3 Rösser ohne Reiter bei der Ankunft, die dann abends an einer der Tankstellen standen wie bei uns in Deutschland sich so manche Clique von Dorfjugendlichen abends an der Tanke trifft. Na ja, für die eine Nacht war es hier OK, da will ich nicht meckern.
Übernachtet: Best Western Canyon de Chelly Inn, gebucht direkt über die Website für $ 84 (incl. Tax)
gefahren: 279 Meilen
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