Durch Arizona, New Mexico und Las Vegas 2010 Frühjahr 2010, die Planung Da war also die letzte Reise gerade erst vorbei, zwar nicht in die USA, so doch weit weg und schon wieder schwebte der Finger verdammt nah, gefährlich nah, über allen Tasten, mit denen man ggf. eine Buchung bestätigen konnte. Ostern war es dann so weit, da zuckte
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07.08.2010
Durch Arizona, New Mexico und Las Vegas 2010
DO, 4.11.2010 Chinle - Monument Valley
Auf diesen Tag freute ich mich sehr. Bei meiner ersten Reise in den Süd-Westen der USA vor etwas mehr als 2 Jahren war das Monument Valley für mich eine kurze Zwischenstation auf dem Weg von Page zum Mesa Verde Nationalpark. Damals hatte ich auf so einem offenen LKW eine einstündige Tour durch das Valley gebucht, weil ich mich nicht getraut habe allein zu fahren (Horrorberichte im Internet über badewannengroße Schlaglöcher) und weil zudem gerade 2 Tage vorher durch einen Steinschlag ein schöner Riss meine Frontscheibe zierte. Komisch, ist jetzt übrigens die erste Reise mit Mietwagen in den USA ohne Steinschlag in der Scheibe, zumindest bisher. Na ja, damals saß ich also inmitten einer polnischen Reisegruppe, in der man vorwiegend sich gegenseitig knipste, insbesondere auf dem an einem Viewpoint bereit stehenden Pferd, auf das man jeden hinaufhievte, komme was da wolle, nur mich nicht. Übrigens bin auch ich als "Birgit aus Deutschland" in diesem Zusammenhang auf einem polnischen Familienvideo verewigt.
Bei der Fahrt entlang des Northrim des Canyon de Chelly hielt ich nur einmal an, dann ging´s durch bis ein Schild mir erklärte, dass ich nur rechts abbiegen müsse um in´s Valley of the Gods zu kommen. Das tat ich dann auch. Dort war fast niemand unterwegs. Keine Ahnung, liegt´s an der Nebensaison oder liegt´s daran, dass viele meiner diesjährigen Ziele für viele eher unattraktiv oder unbekannt sind? Ich fand´s jedenfalls gut so und ließ mir Zeit die Piste abzufahren. An manchen Stellen ging´s ganz schön steil auf- und abwärts, einmal musste ich einen Wash durchqueren, der sogar Wasser führte, aber es machte richtig Spaß. Ein großes Risiko vermutete ich nicht, denn andere waren mit dem PKW hier unterwegs und ich hatte immerhin deutlich mehr Luft unter dem Auto und im Kofferraum schon die Gebrauchsanweisung gesehen, die mir bestimmt bei Bedarf erklären würde, welchen Knopf ich für den Allradantrieb drücken musste, falls es nicht weiter geht. Zur Not musste ich eben wenden und zurückfahren.
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Mutig geworden fuhr ich dann nach Verlassen des Valley of the Gods gleich noch nach rechts statt nach links in Richtung Monument Valley und befuhr den Moki Dugway. Mein Name ist Hasenfuß, aber das war sehr schön und die Höhenangst kribbelte nur ganz wenig in mir hoch. Die Straße ist zwar nur geschottert, aber sie ist breit und glatt und bis auf wenige Stellen gut einsehbar, sodass es auch nicht schlimm ist, wenn einem jemand begegnet und man ausweichen muss. Was allerdings der Truck hier vorhatte, der unverdrossen auf die Schotterstraße zufuhr als ich die Strecke gerade verlassen hatte?
Toller Ausblick von hier oben übrigens auf die eben gefahrene Strecke und auf den Berghang mit den Serpentinen!
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Nun konnte ich auch gleich noch zum Mule Point fahren, ebenfalls über eine sandige und ungeteerte Strecke. Hier allerdings war mir nicht so ganz wohl, aber das waren eher Gespenster im Kopf als alles andere. Vor meinem inneren Auge sah ich einen Gangster aus einem Western mit gezückter Knarre und schwarzem Tuch vor Mund und Nase auf mich zukommen, der mir drohte, mich in den Canyon zu stürzen, wenn ich ihm nicht mindestens ein Eis ausgab. Während ich mir überlegte, ob ich den Gangster wohl bitten konnte, mir wenigstens meinen Pass und meinenn Hausschlüssel für Deutschland noch herauszugeben, bevor er mir auch noch meine Tasche und das Auto samt Inhalt stahl, gab ich den Gespenstern im Kopf lieber nach und verdrückte mich. Also ging´s den Moki Dugway wieder runter und weiter zum Monument Valley.
Die badewannengroßen Schlaglöcher gab´s zumindest derzeit nicht, dafür aber schon eine Menge Geholper, was aber andere nicht davon abhielt den Loop mit einem normalen PKW zu fahren. Zwei Stunden nahm ich mir, hielt zwar nicht an jedem Viewpoint, dafür aber an einigen Punkten, an denen die LKW mit den Touris nicht hielten. Heute sah der Himmel so toll aus: Kreuz und quer gestreift. Wie wohl solch ein Muster zustande kam?
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Zwar fand ich den Himmel toll wie er war, fürchtete aber wegen der Bewölkung ein wenig um den spektakulären Sonnenuntergang, den ich ja hoffentlich mitgebucht hatte. Aber auch das war kein Problem. Der Himmel wurde eher wieder blauer als ich dann gegen 16 Uhr in dem schönen Hotel eincheckte. Als ich auf dem Balkon stand, blieb mir fast die Luft weg bei dem Gedanken, dass ich diesen Blick bis zur Dunkelheit und morgen, wenn ich wollte bis 11 Uhr noch genießen konnte.
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Ich brach noch auf zu einem kurzen Spaziergang, sah mir dann das Dunkelwerden vom Balkon aus an und aß im angeschlossenen Restaurant (nicht wirklich gut, aber auch nicht schlecht, etwas teurer als Family-Restaurants, auch hier wieder große Fenster mit Aussicht), quatschte noch ein bisschen mit einer Katze, die um´s Hotel herumstrich (genau dort, wo Schilder davor warnten, dass hier wilde Tiere sein könnten), vertrieb mir noch ein wenig Zeit in der Lobby mit dem Hochladen von Bildern und Surfen im Internet, wo fast neben jedem Sitzplatz auch eine Steckdose ist, sodass man letztlich nicht einmal auf lange Akkulaufzeiten angewiesen ist.
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Ich muss sagen, dass dieses Hotel sehr gut gelungen ist. Dadurch, dass es flach gebaut und in der Farbe der Erde hier gestrichen ist, fällt es kaum auf, wenn man aus dem Monument Valley hochschaut. Das Hotel ist ja noch neu, insofern ist alles modern, sauber, intakt. Es ist aber kein überkandideltes Luxushotel, sondern eher schlicht. Der Luxus hier, für den man als Zimmerpreis eine Menge Geld entrichtet, ist tatsächlich "the view", den man so ziemlich überall hat. Und zumindest bisher ist noch niemand auf den Gedanken gekommen, die Monumente nachts bunt anzustrahlen oder so.
Ich fühlte mich hier sehr wohl. Das Internet verriet mir, dass es wegen der noch einige Tage andauernden Sommerzeit erst um 7.45 zum Sonnenaufgang kommen sollte. Wann es begann hell zu werden, hatte ich die letzten Tage nicht richtig verfolgt. Ich stellte mal auf gut Glück den Wecker auf 7 Uhr und hoffte damit einigermaßen gut zu liegen. Hier den Fernseher einzuschalten erschien mir fast wie Frevel. Ich tat´s trotzdem noch und hoffte auf ein schönes Schauspiel am nächsten Morgen. Darauf könnt ihr euch auch schon freuen.
Übernachtung: "The View" Hotel, gebucht über die Website direkt für $167 (incl. Tax)
Gefahren: 214 Meilen
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