Durch Arizona, New Mexico und Las Vegas 2010 Frühjahr 2010, die Planung Da war also die letzte Reise gerade erst vorbei, zwar nicht in die USA, so doch weit weg und schon wieder schwebte der Finger verdammt nah, gefährlich nah, über allen Tasten, mit denen man ggf. eine Buchung bestätigen konnte. Ostern war es dann so weit, da zuckte
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07.08.2010
Durch Arizona, New Mexico und Las Vegas 2010
FR, 29.10.2010: Bisbee - Las Cruces
Gut, dass ich so früh im Bett war, so wachte ich ziemlich gut ausgeschlafen noch vor dem Weckerklingeln auf, war schon vor 7 Uhr wieder unterwegs. Das Einzige, was mir im Hotel in Bisbee gefehlt hatte, war Kaffee. Die meisten Hotels haben ja schon eine Kaffeemaschine im Zimmer, das gab´s dort leider nicht. Gut, leider ohne Kaffee ging´s also weiter durch immer einsamer werdende Gegend in Richtung Chiricahua National Monument, wo ich, wie von google maps angekündigt, nach gut 1,5 Stunden Fahrt ankam. Trotzdem war übrigens eine Menge los: Sehr große, bunte Heuschrecken waren unterwegs. Später sprang am Straßenrand ein Reh auf und flüchtete. Hoppla, da musste man ganz schön vorsichtig sein.
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Die Fahrt bis zum Parkplatz zog sich noch, dort angekommen gab´s erstmal ein kleines Frühstück aus der Kühlbox, meinen Kaffee vermisste ich immer noch.
Nun gut, packen wir´s an. Aus dem Internet wusste ich ja, wie der "Einführungstrail" so funktionierte. Da ich´s normalerweise nicht sooooo mit Wanderungen habe, musste ich mich selbst ein weng austricksen. Also lief ich los auf dem als interessanter beschriebenen Trail mit dem Gedanken im Kopf, dass ich nur ein Stück gehen würde, dann könnte ich ja immer noch zurückgehen. Also los, abwärts ging es zwischen Felsformationen, gegen die das Elbsandsteingebirge gar nix war. Mit ein bisschen Unbehagen dachte ich daran, dass ich ja auch wieder hoch musste, begegnet war mir nach einiger Zeit kein Mensch mehr. Nur ein wenig weiter oben turnte eine Familie herum und ein ziemlich nach professionellen Wanderern aussehendes französisch sprechendes Paar machte sich in die gleiche Richtung auf wie ich. Die aber waren irgendwann verschwunden. Besser gar nicht drüber nachdenken, was wäre, falls ich mich mit dem mir eigenen Ungeschick hier langlegte und mir was brach oder einer der Bären, vor denen ein Schild warnte, sich mir in den Weg stellte. Duzte oder siezte man Bären? Das wollte ich im Grunde gar nicht ausprobieren.
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War ja gar nicht so schlimm. Und als dann ein Wegweiser mich vor die Entscheidung stellte, noch 2,8 Kilometer weiter zu gehen oder die 2,6 Kilometer zurück, war das auch eine klare Entscheidung. Der Selbstüberlistungstrick war gelungen. Zwar war es hier wirklich nicht mehr soooo spektakulär, dafür aber auch nicht so steil. Die Sonne brannte mittlerweile ganz schön, sodass ich froh war, Wasser mitgenommen zu haben. Ehrlich gesagt, war ich inzwischen ganz schön KO, denn auch der langsame Anstieg war für mich als eingefleischte Flachandtirolerin (schließlich war ich fast schon in Ostfriesland groß geworden) ja irgendwie anstrengend, sodass ich es den vielen Lizards hier gleich tat und mich öfter mal auf einen Stein setzte, allerdings im Gegensatz zu den Lizards lieber im Schatten, sofern vorhanden.
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Ächz, erfolglos versuchte ich mir einzureden, dass da oben dann ein Schuhgeschäft oder ein Eiscafé auf mich warteten, aber dieser Trick funktionierte irgendwie nicht. Bisschen grinsen musste ich bei dem Gedanken daran, dass meine Oma früher, wenn ich nicht weitergehen wollte bei Spaziergängen mir immer gewunken hat und gesagt hat: "Na gut, dann bleib hier sitzen. Ich gehe dann weiter und morgen komme ich wieder und bringe dir Frühstück." Ich glaube, da war ich immer ganz schön schnell wieder neben ihr!
Nach insgesamt etwa 2 Stunden Marsch hatte ich mein Auto wieder im Blick. Sinnvoller wäre es bestimmt anders herum (im Uhrzeigersinn) zu gehen, wenn man morgens geht, denn dann scheint einem die Sonne noch nicht so auf den Pelz, während man auf dem steilen Stück ohnehin viel Schatten durch die Felsen hat und sowieso alle 10 Meter staunend stehen bleibt und so wieder zu Atem kommt. Gelohnt hat sich´s auf jeden Fall. Für Faule reicht es sicherlich nur oben ein bisschen herumzulaufen.
Weiter ging´s gegen 11 Uhr, wegen des noch weiten Weges mit dem festen Vorsatz nur einmal zum Tanken und Essen anzuhalten, ab in Richtung Interstate, zumal ich ja auch noch bei der Fahrt nach New Mexico eine Stunde weniger habe heute. Und siehe da, einmal ist immer Premiere, ich wurde angehalten, und zwar von der Border Patrol. Da ich mir keiner Schuld bewusst war, konnte ich dem nun Kommenden gelassen entgegen sehen.
Also, Fenster runter und mal abwarten. Good, morning, how are you?" "Good morning, quite good." "Are you US citizen?" "No, I am from Germany." Pass vorzeigen, wie lange ich schon in den USA sei, woher ich komme, wohin ich nun wolle, dann wünschte er mir noch einen "safe trip" und weiter ging´s.
Das nun folgende Willcox riss mich ebenso wenig vom Hocker wie Lordsburg und Deming, zumindest in Bezug auf meine Absicht ein halbes Schwein auf Burgerbrötchen zu vertilgen, so musste wieder der Inhalt der Kühlbox dran glauben, mal gut, dass es die gab.
Früher als erwartet näherte ich mich meinem Ziel, sodass der als Option offen gehaltene City of Rocks Statepark mich noch erwarten durfte. Ewigkeiten durch plattes Land, plötzlich lag er vor mir. Während vorher kein einziger Stein das Graubraun des Graslandes zu beiden Seiten auflockerte, schienen hier alle Steine der Umgebung zusammengekehrt worden zu sein. Noch eine halbe Stunde kletterte ich zwischen ihnen herum.
Meine Meinung zu diesem Statepark: Wenn er ohnehin beispielsweise auf dem Weg nach Silver City am Weg liegt, kann man hier durchaus mal anhalten. Schön ist es bestimmt auch, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Der Statepark ist mehr oder weniger ein Campground und ich denke mir mal, dass Kinder im Grundschulalter hier sicher jede Menge Spaß beim Herumstrolchen zwischen den Felsen hätten. Für mich war´s OK, aber sicher kein Highlight.
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Die nun nur noch kurze Strecke nach Las Cruces war schnell bewältigt. Das La Quinta Inn and Suites war schnell gefunden, nur kurz musste ich mich noch mal vergewissern, ob ich hier richtig war, denn auf der anderen Straßenseite war noch ein La Quinta. Das Hotel war sehr angenehm, gepflegt, die Zimmer großzügig und dem üblichen Standard entsprechend, zum Walmart Supercenter konnte man laufen, ebenso wie zu Cracker Barrel direkt nebenan oder zu Applebee´s oder noch anderen Kneipen um die Ecke.
Da ich wider Erwarten doch schon gegen 18 Uhr angekommen war, habe ich erst einmal die picobello saubere Waschmaschine in Beschlag genommen. Das Waschen und Trocknen der Wäsche dauerte insgesamt nur wenig mehr als eine Stunde, ebenso lange wie ich brauchte mich auch zu waschen und zu trocknen und ein wenig zu surfen. Anschließend entschied ich mich für Walmart (meine Vorräte waren ja heute arg geplündert worden von mir) und Applebee´s und ging dann auch noch ein bisschen gucken, was Cracker Barrel so hatte an Kitsch und Krams. Ich nahm also sozusagen wie immer alles - das ist auch der Grund, aus dem ich Buffets so liebe.
Ich hatte noch nicht alles wieder drauf, was in den USA so zum Service dazu gehört. So guckte ich beim Verlassen von Applebee´s ein bisschen dümmlich, nicht weil ich die Worte nicht verstand, sondern weil es mir schon wieder völlig entfallen war, dass einem bei einem free Refill bei Softdinks unter Umständen angeboten wird, noch eine Cola mitzunehmen.
Übernachtung: La Quinta Inn and Suites, gebucht mit AAA-Rate auf der Website des Hotels für $ 58,90 + Tax
Gefahren: 386 Meilen
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