Great Days for Convertible Der Florida-Test Sunshine State? Größtes Altersheim der USA? Kann Florida denn überhaupt interessant sein? Manch einer schreit bestimmt sofort "JAAAA", manch einer muss ein bisschen überlegen. Nun, da frage ich mich natürlich, ob ich für die Reise nach Florida genügend Mitfahrer finden we
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17.03.2013
Great Days for Convertible
Mittwoch, 30.01.2013: Corkscrew Swamp Sanctuary
Ich glaube, falls ich hier leben "müsste", also irgendwann in 30 Jahren vielleicht, würde ich zum Frühaufsteher. Soooo schön, morgens die friedliche Atmosphäre am Strand, zu dem ich gelaufen bin. Ich würde auch dort spazieren gehen mit einem Thermosbecher voll Kaffee in der Hand mit Blick auf frühstückende Pelikane. Ich mag Pelikane, die wirken so archaisch, wenn sie fliegen, sodass man sich fast nicht vorstellen kann, dass sie sich wirklich in der Luft halten, ein bisschen wie bei einem uralten Flugzeug.
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Für mich musste das mit dem Spaziergang am Strand hier ein singuläres Ereignis bleiben, vorerst zumindest, eben bis in etwa 30 Jahren, falls ich dann schon Rentnerin sein werde mit 74 Jahren.
Das Frühstück hier im Hotel bietet keine große Auswahl, mit Kaffee, Bagel, Muffin und (immerhin) frischen Orangen hat man schon eine komplette Auflistung dessen, was man sich hier aussuchen kann. So saß ich also mit einem mit einer Portion Nescafé aufgepimpten Kaffee und einem Blueberrymuffin am Pool und kurz darauf im offenen Auto auf dem Weg zum Corkscrew Swamp Sanctuary.
Die Swamps fand ich jetzt nicht soooooo spannend. Das mag daran liegen, dass ich schon ähnliche Landschaften besser gesehen hatte, was wiederum daran liegen kann, dass diese Swamps hier fast kein Wasser hatten, vieles wirkte recht vertrocknet. Klar, denn der meiste Regen fällt ja hier in den Sommermonaten. Genau wegen des fehlenden Regens war ich ja nun hier und freute mich ja zu anderen Gelegenheiten wahnsinnig, dass es nur zweimal früh am Morgen kurz genieselt hatte und dass grauer Himmel sich bisher zuverlässig mit zunehmender Kraft der Sonne im Laufe des Vormittags aufgelöst hatte.
Nun ja, dennoch war es ein angenehmer Spaziergang über den 2,25 Meilen langen Holzsteg. Mitarbeiter gaben sich alle Mühe. Sie hatten Ferngläser aufgebaut, die beispielsweise auf einen Alligator ausgerichtet waren, erklärten viel und standen für Fragen parat.
So erfuhr ich hier, dass der Anhinga nicht permanent die Flügel spreizt, weil er mir imponieren oder einem Konkurrenten drohen will, sondern dass er ganz profan die Flügel nach dem Schwimmen trocknen muss, da er beispielsweise im Gegensatz zu Enten kein Fett absondert um sich zu imprägnieren.
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Von hier aus war es nicht weit bis zu den Miromar Outlets. Mittlerweile war mein erster Shoppingelan schon deutlich verflogen, sodass ich mit mehr Bedacht einkaufte als an den ersten Tagen. Was aber irgendwie typisch ist für Outletshopping: Irgendwie weiß man nie so genau, was man nun insgesamt zahlen muss. So steht beispielsweise an den Ständern, dass alles nochmals 60 Prozent des niedrigsten ausgeschilderten Preises hatte, an der Kasse hieß es dann, das sei bei diesem Kleidungsstück nicht so. Und da dort etwa 20 gleiche Hosen gehangen hatten, war es sicher auch kein irrtümlich dort hingehängtes Kleidungsstück.
Man sollte also gut rechnen können beim Shoppen hier und Denksportaufgaben lieben: Zum Beispiel gibt es 40 % Rabatt auf den niedrigsten ausgepreisten Preis, aber nur bei bestimmten Sachen, zusätzlich 20 USD Rabatt für einen Einkauf ab 100 USD, bei einigen Teilen kaufe zwei, erhält das dritte Teil für den halben Preis und dann das ganze plus Tax einschätzen und den Umrechnungskurs im Kopf haben um den Preis in Euro herauszufinden. Stress pur!
In einem anderen Geschäft stand zusätzlich zu den Rabatten an den einzelnen Regalen überall im Laden ausgehängt, dass es ab einem Einkaufswert von X nochmals einen Rabatt von Y Prozent geben würde. Mittlerweile bin ich da ziemlich rabiat. So habe ich bei der Hose, auf die es wider erwarten dann doch nicht 60 Prozent Rabatt gab, dann bereits an der Kasse doch auf den Kauf verzichtet und nicht nur einmal schleppte ich meine Beute zur Kasse mit der Bitte nachzusehen, was das Ganze denn im Endeffekt kosten würde. Und "kauf eins, erhalte auf das zweite Teil mit 50 Prozent Rabatt" finde ich nur noch begrenzt charmant. Anders sah es aus, als ich vor etwa 2 Jahren in einem Laden den Deal fand "kauf ein Paar Schuhe und erhalten zwei weitere Paar kostenlos dazu".
Den Rest des Tages verbummelte ich am Pool und später dann um die Ecke an der 5th Avenue. Naples hat nicht viel mit der großen Namensschwester in Italien gemein, außer dass beides am Meer liegt, und quer über die Straßen gespannte Wäscheleinen wären hier undenkbar, bzw. nur völlig stylish zu einem Festival denkbar, aber es gibt einige gute und offenbar echte Italiener in der Stadt. Bei einem eher Bescheidenen mit auch eher bescheidenen Preisen aß ich hier besser als jemals in Italien: Frische, gepflegte Küche, keine riesigen Portionen und nicht alles deepfried und mit doppelt Käse überbacken, also im Grunde völlig unamerikanisch (oder was auch immer man sich darunter vorstellen mag).
Überhaupt fand ich mit jeder Reise mehr Spaß am gepflegten Essen in den USA und frage mich, ob ich die vielen guten Restaurants früher gar nicht wahrgenommen hatte und sich inzwischen mein Reisestil veränderte, oder ob sich die Esskultur in den USA langsam aber sicher verändert. Trotzdem mag ich nach wie vor die überall gleichen Familiy Restaurantketten, in denen man meist recht ordentlich und günstig isst. Das geht fix, man weiß, was einen erwartet, und man geht allemal mit dem Gefühl raus, eine richtige Mahlzeit und kein Fastfood gehabt zu haben, beispielsweise die Salatbar bei Ruby Tuesday für 7,99 USD oder Salat und Suppe bis zum Abwinken für einen ähnlichen Preis bei Chili's.
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