Jubeltour an die Ostküste - Geschichte und Südstaatenflair Wie alles begann Mal wieder an die Ostküste - schon lange nicht mehr hier gewesen, genauer gesagt, ich kenne einige der Orte, die wir hier besuchen, das alles war aber schon 2005 bzw. 2006. Ach ja, und warum schreibe ich plötzlich "wir"? "Wir" bedeutet eine Reise zu zweit: Zwei Weiber, zwei G
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16.12.2012
Jubeltour an die Ostküste - Geschichte und Südstaatenflair
Ihr Lieben, ja wir wissen, eine Postkarte mit "Hello Kitty" drauf habt ihr nicht erwartet. Diese erhaltet ihr der Not gehorchend, denn in diesem völlig untouristischen Ort gibt es keine Ansichtskarten. Was sollte da auch schon drauf sein, zu sehen gibt es hier nicht viel.
P.S.: Apropos Kitty, unsere Kleine bekommt hoffentlich jeden Tag ihre gewohnten 100 Bürstenstriche???
SO und MO, 7. und 8.10.2012 Sanford, NC
Wir machten uns auf den Weg ins Nirgendwo, zu Elke und Fred, die in North Carolina zwischen Sanford und Fayetteville leben, direkt neben einer Militärbase.
Frau Mutter zeigte sich erstaunt darüber, dass sie gestern Abend die Nachbarin nicht erreicht hat. Da war die wohl unterwegs. Na, was treibt die sich auch morgens um fünf irgendwo herum? Hm, da hatte wohl jemand die Zeitverschiebung in die falsche Richtung vermutet, hi hi!
Wir kamen nach ziemlich eintöniger Fahrt nach knapp sechs Stunden im eher tristen Sanford an. Es wurde nicht nur bewölkt, sondern im Verlauf der Fahrt richtig herbstlich kalt. Hier merkt man deutlich, dass die gesamte Region vom und für das Militär lebt: An jeder Ecke ein Autoteilehandel und gleich mehrere Knarrengeschäfte auf wenigen Meilen.
Nachmittags erreichten wir das Compound, in dem Elke und Fred leben. Elke ist die Jugendfreundin meiner Mutter, die beiden haben sich seit fast 50 Jahren nicht gesehen. Aber das schrieb ich ja schon oben.
Elke und Fred haben sich als junge Menschen in Venezuela kennengelernt, lebten dann einige Jahre in Deutschland bis sie gefragt wurden, ob sie nicht in den USA eine Bäckerei eröffnen wollten, sodass sie 1975 nach Key West umzogen. Hier zogen sie ihren noch in Deutschland geborenen Sohn und den kurz nach der Ankunft in den USA geborenen jüngeren Sohn auf, der schon gar kein Deutsch mehr sprechen kann.
Nach allem, was die beiden zu erzählen hatten, liegt ein buntes Leben mit vielen Höhen und Tiefen hinter den beiden. Die beiden "Jungs" sind sicherlich amerikanischer als so mancher Amerikaner, mit Football und Army und Abschlussfeiern, wie etliche Fotos in diesem Haus zeigten. Einer ist heute noch beim Militär, der andere hat die Army verlassen und arbeitet nun für das FBI - alles wichtig und hoch geheim, sodass wir dazu nicht allzu viel erfahren haben. Also Pssssssst!
Entstanden ist eine sehr internationale Familie. Einer der Söhne ist mit einer Chinesin aus Malaysia verheiratet, der andere mit einer Spanierin.
Um nicht immer wieder angstvoll die Wettermeldungen hinsichtlich der Hurricanes beobachten und zur Vorsicht das Haus verlassen zu müssen und dann mit klopfendem Herzen in banger Erwartung wieder zurückkehren zu müssen und außerdem um wieder in der Nähe eines ihrer Kinder zu sein, zogen Elke und Fred um nach North Carolina in direkte Nachbarschaft des jüngeren Sohnes, der mittlerweile jedoch wiederum in Seattle lebt. Das war vor über 6 Jahren, nachdem das Haus in Key West durch den Hurricane Wilma unter Wasser gesetzt worden war.
Und hier verbrachten wir nun zwei Tage in einer typisch amerikanischen Siedlung, einer gated community mit Clubhaus, Golfplatz, Freibad, Tennisplätzen, Fitness Trail und Kontrolle am Eingang, wobei es hier sicherlich noch gemäßigt zuging, denn wir durften vorangemeldet auf das Gelände fahren, mussten "nur" vorher durch unsere Gastgeber angemeldet werden, bekamen aber keinen Aufkleber oder Hangtag für das Auto und wir wurden nicht gefragt, wie lange wir bleiben wollten. Immerhin waren die Kontrollen beeindruckend genug um mich in meiner Naivität erst vermuten zu lassen, dass wir gar nicht auf ein privates Gelände fahren, sondern direkt auf Militärgelände landen würden.
Hier gab es auf sehr hügeligem Gelände voll mit Nadelwald und Teichen die 1500 Häuschen der Bewohner, viele derzeit geschmückt mit Halloween Deko. Hier begegnen einem Katzen, Hunde und auch Rehe, die bei unseren Gastgebern sogar bis aufs Grundstück kommen und den Rasen und die Blumenkästen mähen. Zum nächsten Laden allerdings fährt man locker 20 Minuten.
Die Navi fand das schöne und großzügige Haus ohne Probleme. Fred kocht wunderbar, es gibt deutsches Bier und Spiegel- und GEO-Hefte von 2000 und 2007. Dem konnten wir abhelfen, indem wir die mitgebrachte Literatur auspackten, die gewünschten Zeitschriften quer durch den Gemüsegarten außer Bravo und dem Playboy gemäß dem Wunsch "Hauptsache, es stehen deutsche Sätze drin". Und auch dem Biervorrat halfen wir ab...
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Den Montag, übrigens Columbus Day, verbrachten wir zunächst damit zu lernen, was amerikanischer Patriotismus konkret ist. Hier, mitten im Nirgendwo, gibt es nämlich ein riesiges Museum, in dem nichts anderes vorgeführt wird als die Schlachten, die die USA in allen Ecken der Welt geführt haben, die bezeichnender Weise "theater" genannt werden.
US-Soldaten erklärten ihren Söhnen im Vorschulalter den "price of freedom" und demonstrierten, was es bedeutete, sich im "Land of the free because of the brave" dafür einzusetzen, dass der Taliban nicht bis Washington vorrückte und die weibliche Hälfte der Bevölkerung unter die Burka zwang.
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Anschließend zogen wir los auf Shopping Tour. Erstaunlich, was es hier so alles an Läden, Restaurants und Hotels gibt. Deutsche Touristen gibt es hier mit Sicherheit selten, aber das bedeutet nicht, dass es hier keine Deutschen bzw. keine Beziehungen zu Deutschland gibt, denn diese bestehen zumindest über das Militär durchaus.
Wir erfuhren vieles über die Familiengeschichte und ich hatte alle Gelegenheit viele Fragen zu stellen zum Leben in den USA, die mich schon länger beschäftigten. Nebenbei erfuhr ich so übrigens nicht nur, welche Bedingungen damit verknüpft waren die US-Flagge auf dem eigenen Grundstück aufzustellen (vollen Respekt nach diesen Infos allen, die es trotzdem tun), sondern auch, dass ein Jeep zumindest in Key West wohl recht typisch war für Gays. Das als kleine Warnung an alle, die bei der Mietwagenübernahme sich für einen solchen entscheiden, da sie eine "Reisschüssel" ablehnen...
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