Kunterbuntes nord-östlich von Las Vegas 2011 Wieder gebucht! Ach, das konnte doch nicht angehen: Ich konnte unmöglich meine Reise in die USA antreten, ohne zu wissen, wann ich wiederkommen würde. So verwöhnt war ich inzwischen. Aber es half nichts, ein konkreter Plan musste her und vor allem ein Ticket! Bereits bei der letzten Reise 201
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16.08.2011
Kunterbuntes nord-östlich von Las Vegas 2011
20.09.2011 Rapid City, SD - Boulder, CO
Eine lange Fahrt stand an, es sollte heute ohne große Aufenthalte nach Boulder, CO, gehen. Größere Orte oder andere interessante Punkte lagen nicht am Wegesrand, außer Cheyenne, der Hauptstadt Wyomings, sodass das Highlight des Tages aller Voraussicht nach die endlose Weiter der Prärie war.
Die Navi leitete mich nochmals am Custer State Park vorbei, kurz darauf kam dann wirklich nicht mehr viel. Es waren alle viertel Stunde kleinere oder größere Herden von Pronghorn Antilopen am Straßenrand zu sehen, immerhin mehr Antilopen schienen hier zu leben als Menschen, denn Bauten, in denen kleinere oder größere Menschenherden leben konnten, passierte ich nur etwa alle halbe Stunde. Was machten die Leute hier wohl, wenn sie mal tanken mussten? Solch eine Aktion musste hier doch wohl den halben Tag in Anspruch nehmen, und wenn man von der Tanke wieder zu Hause angekommen war, brauchte man doch die andere Hälfte des Sprit um gleich wieder loszufahren zum Tanken.
Kino, Frisör, Zahnarzt, plötzliche Wehen? Wahrscheinlich größere Unterfangen, die einen Tagesausflug erfordern - und wehe, wenn der Heinz Ketchup ausging, bis der Nachbar aushelfen konnte, waren die Steaks schon kalt, wenn nicht gar kompostiert. Hier sind die Möglichkeiten, die Internetshops darstellten, sicherlich ein Segen, denn irgendwo im Nirgendwo fand sich zumindest immer mal ein US Postoffice am Wegesrand.
In Torrington (fast schon in Nebraska) tankte ich bei erster Gelegenheit an einer kleinen Werkstatt, das erste Mal in meiner USA-Reisegeschichte nicht mit Kreditkarte an der Säule, sondern einfach so: Tankdeckel runter, Zapfhahn platziert und los. Fast war ich versucht mich nach einer versteckten Kamera umzusehen. Drin als ich zahlen wollte, kamen mir fast Zweifel, ob ich wohl überhaupt mit Kreditkarte zahlen konnte. Hinter der Kasse saß eine Frau mit einem Buch, allerdings wartete sie wohl nur auf ihr Auto, zumindest erklärte sie mir, sie sei Gast. Der Mitarbeiter, der dann kam, warf erst draußen einen Blick auf die Zapfsäule und kassierte dann einen gerundeten Betrag. Bo ey, ob sich Route 66 wohl auch so anfühlte? Falls ja, sollte ich diese unbedingt mal fahren, das war so ein bisschen wie in amerikanischen Filmen, die irgendwann zu einem Zeitpunkt spielten, als es mich noch gar nicht gab.
Nun gut, in diesem Sinne ging es weiter, irgendwann näherte ich mich Cheyenne, der Hauptstadt Wyomings. Ich hatte mich immer gewundert, in anderen Reiseberichten kaum Fotos zu finden. Nun kannte ich des Rätsels Lösung: Zwar war Cheyenne wirklich ein freundliches Städtchen, wie im Reiseführer beschrieben, aber es gab hier auch nicht wirklich viel zu sehen, außer dem historischen Bereich zwischen Bahnhof und State Capitol. Selbstverständlich gab es trotzdem einen Downtown Trolley! Gewissenhaft tat ich alles hier Notwendige: Ich kaufte im Wrangler Shop ein, fotografierte die überall aufgestellten Boots und das Capitol, an dem ich die Statuen sehr sympathisch fand, weil sie ungewöhnliche Menschen darstellten, die den Staat voran gebracht haben (Chief Washakie, Esther Hobart Norris).
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Von hier war es nicht mehr weit nach Boulder, CO. Um Denver herum wurde es wieder ziemlich voll auf den Straßen und daher auch ein wenig nervig.
In Boulder angekommen, hatte ich gleich einen guten Eindruck. Das wieder mal aus strategischen Gründen zentrumsnah ausgesuchte Quality Inn war schnell gefunden, begeisterte mich aber nicht wirklich. Zwar war das Hotel im Grunde in Ordnung, aber zumindest in meinem Zimmer hing ein unangenehm muffiger Geruch. Außerdem mag ich Zimmer zu ebener Erde nicht, weil man da nicht mal schnell ein Fenster offen lassen kann und ich es nicht mag, wenn man mir von der Straße aus ins Zimmer gucken kann. Aber immerhin gab es eine sehr saubere Laundry, die ich abends nutzte, nachdem ich noch einen ausgiebigen Spaziergang durch die Stadt gemacht hatte.
Vor dem Essengehen abends stellte ich fest, dass kein ATM in der Stadt meine EC-Karte akzeptierte, sie als nicht lesbar zurückwies, wie auch schon einige Zapfsäulen an Tankstellen. Da war die Karte wohl kaputt, somit hatte ich wieder mal eine Karte weniger, seufz! Aber für die Cheesecake Factory reichte mein Geld noch, yummie!
Boulder gefiel mir ausgezeichnet und erinnerte mich ein bisschen an norddeutsche Städte. Somit hatte ich wohl hier den Ort gefunden, an dem ich leben konnte, sollte ich mir mal aussuchen dürfen in die USA umzusiedeln und auch noch den Wohnort frei wählen können. Sicherlich gab es auch hier Obdachlose und Armut (einer sprach mich an, wo denn mein Lächeln sei), aber diese Studentenstadt hatte eine schnuckelige Innenstadt, heimelig wirkende Wohnviertel, schöne Villen, zufällig kam ich auf dem Weg zu einem großen Shoppingcenter an einer großen Google-Filiale vorbei und landete zum Abschluss des Abends noch in einem Barnes and Nobles, in dem Studenten gemeinsam beim Kaffee lernten und ein Hausfrauenclub gemeinsam strickte. Warum gab es denn in Deutschland eigentlich keine bis Mitternacht geöffneten Buchhandlungen, die man als Wohnzimmer nutzen kann?
Ich stelle mal einfach hier alle Boulder-Fotos mit ein, damit alles zusammen ist, auch wenn ein Teil der Fotos nicht heute entstanden ist.
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