Rumkommen und Rum trinken - Das Gold der Karibik und mehr Montag, 27.10.2014: Erfurt - Barbados Nun sitze ich hier wieder in einem Flieger Richtung Amerika, aber ohne ESTA, denn die USA sind dieses Mal nicht das Ziel. Es geht weiter in den Süden, in die Karibik, zu den kleinen Antillen. Liming, den ganzen Tag lang, das soll es sein. Liming bedeutet abz
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11.12.2014
Rumkommen und Rum trinken - Das Gold der Karibik und mehr
Montag, 27.10.2014: Erfurt - Barbados
Nun sitze ich hier wieder in einem Flieger Richtung Amerika, aber ohne ESTA, denn die USA sind dieses Mal nicht das Ziel. Es geht weiter in den Süden, in die Karibik, zu den kleinen Antillen. Liming, den ganzen Tag lang, das soll es sein. Liming bedeutet abzuhängen, und zwar am besten mit Rumpunsch. Suche ich also den schönsten Platz am Strand, an dem man seine Hängematte aufhängen könnte, so man denn eine hätte, und stelle mir vor, einen Rumpunsch nach dem anderen zu trinken. So weit die Theorie...
Zur Vorgeschichte: Es begab sich schon vor vielen Monaten, da beschloss ich mir mal Israel anzusehen, und Mutter schloss sich an. Hä, denkt der gebildete Leser und fragt sich, seit wann Israel in der Karibik liegt und zu den kleinen Antillen gehört. Des Rätsels Lösung ist folgendes:
Kaum sind Flug, Mietwagen und Hotels in Israel gebucht, beginnen 'die da unten' sich die Köpfe einzuhauen. Nee, so live wollen wir den Nahost-Konflikt nicht erleben. Und kaum ist alles wieder storniert, ist Ruhe dort - aber wer weiß, wie lange.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, aber nun muss eine Alternative her. Mexiko, Laos, Taiwan, Äthiopien? Alles zu teuer per Direktflug außer Äthiopien oder zu ungünstig mit den Flugzeiten bzw. Äthiopien traue ich mich mit der kurzen Vorbereitungszeit (noch) nicht, der Gedanke muss erst reifen. Und da Condor gerade da Fliegenpreise einstellt, als ich fieberhaft recherchiere, komme ich drauf, dass weniger als 600 Euro nach Barbados eine sehr günstige Gelegenheit sind sich mal die kleinen Antillen anzusehen.
Leider erst im Nachhinein finde ich einige Tage später heraus, dass der Rückflug von Barbados schon in Grenada startet. Und da ich die Spice Island ohnehin reizvoll finde und man mir von Dominica eher abrät, buche ich kurz entschlossen um, was bei der Condor-Hotline entgegen aller Unkerei auch fix und problemlos geht. Das ist zwar nun insgesamt teurer als 600 Euro, aber günstiger als die Teilstrecke mit LIAT zu fliegen, ist es sowohl zeitlich als auch finanziell betrachtet allemal.
Zwölf Tage reichen für Inselhopping mit drei Inseln. Zwölf geteilt durch drei ergibt vier, also vier Tage pro Insel. Zwischen Barbados und Grenada mache ich noch St. Lucia meine Aufwartung. Alle sagen, die Insel soll so wunderschön sein. Also buche ich den Flug dorthin auch noch, trotzdem mir niemand wirklich erklären kann, was auf St. Lucia denn so besonders schön sein soll. (Ich übrigens hoffe das im weiteren Verlauf des Berichtes klären zu können.)
Tanja bietet mir Bed and Breakfast, schlafen kann ich nicht sehr viel. Aber der Abend vor der Abreise in Frankfurt ist sehr schön mit leckerem Essen und einem netten Schwips.
Bei Condor checke ich schon vor der Abfahrt nach Frankfurt online ein. Leider hat sich auch dort nach meinen Begeisterungsstürmen 2011 einiges zum Nachteil entwickelt: Online Check In, Vorabend Check In und der Wunschsitzplatz kosten selbst 24 Stunden vor Abreise noch extra, aber alles geht fix und reibungslos.
Auch von der dieses Mal äußerst unfreundlichen Dame am Security Check, die mir in den Hosenbund greift und mich anherrscht, ich solle den Fuß höher nehmen, bin ich nicht begeistert, denn Vokabeln wie 'guten Tag', 'danke' oder 'bitte' scheint sie zumindest bei mir potenzieller Terroristin nicht zu beherrschen, obwohl sie mir körperlich so nah auf die Pelle rückt.
Irgendwann sitze ich in einem freundlich aussehenden Flieger mit der Tigerente und dem Frosch von Janosch auf der Außenhaut und der neuen Innenausstattung mit Platz sparenden Sitzen und Inseatentertainment. Im Flieger gibt es alles, was man braucht, den Luxus (Filmauswahl, Kopfhörer, Alkohol) aber eben auch nur noch gegen Bares. Die Wasserflasche an jedem Platz erspart dem Personal das Herumgehen mit Getränken. Das nutzen sie aus. Man ist durchaus freundlich, aber auch hier herrscht strenges Regime: Nachdem eine andere Passagierin an der Galley belehrt wurde, dass diese kein Durchgang sei (irgendwo muss sie ja durch), fasse ich mir ein Herz und gehe auch hinein, ich habe Durst. Da werde ich beim Holen eines Saftes belehrt, dass jetzt eigentlich Pause sei. Wusste ich auch noch nicht, dass es keinen Service wegen Pause geben könnte. Ich hoffe, dass die Piloten zumindest nicht beide gleichzeitig Pause machen.
Na ja, in der Karibik ist alles anders: Bei der Zwischenlandung auf Tobago steigt mindestens die Hälfte der Fluggäste aus, eine Handvoll anderer steigt ein. Ich komme mit einer Flugbegleiterin ins Gespräch. Wir reden über ihren Job und über meinen und darüber, welchen Unterschied es macht, ob man wie ich freiwillig reist oder wie sie seit vielen Jahren beruflich unterwegs ist. Dass sie sich nun fast eine Woche auf Barbados dienstlich entspannen kann, finde ich trotzdem beneidenswert. Sie mag mich offenbar und gibt mir eine Flasche Wasser und 2 Piccolos Fürst Metternich 'zum Runterkommen' für später mit, sehr, sehr lieb.
Nach der Landung auf Barbados ist es dunkel und es regnet. Macht aber nichts. Recht fix bin ich eingereist, muss noch ein bisschen auf meine Tasche warten, winke noch einmal meiner Flugbegleiterin und warte bei Drive-A-Matic auf meinen Moke, während ich feststelle, dass die Navi-App für Barbados nicht geht. Das junge deutsche Paar vor mir hat so lange mit der Anmietung eines Autos zu tun, als ob sie es kaufen wollten. Bei mir geht es dank Online-Registrierung total fix.
Ich bin nun stolze Besitzerin einer Barbados-Fahrerlaubnis, welche mir der Mitarbeiter der Vermietung erteilt hat, cool!
Ein GPS kann ich nicht mitmieten, das sei im offenen Moke mangels Stromquelle nicht möglich. Mit der guten und mit Engelsgeduld mehrfach vorgetragenen Beschreibung des Mitarbeiters und Google Maps offline und dank des einfachen Weges finde ich den Weg zum Rostrevor Hotel auf der linken Straßenseite fahrend, als ob ich nie etwas Anderes gemacht hätte. Nebenbei bemerkt: Mit Handyapp und externem Akku zum Wiederaufladen ist die fehlende Stromquelle im Moke kein Problem.
Unterwegs immer wieder alte tiefschwarze Männer mit altem klapprigem Damenrad und buntem Damenschirm, die ich überhole. Auf der Fahrt werde ich von einem ohrenbetäubenden Gequake begleitet. Das seien winzige Frösche, erklärt mir der, der mir den Koffer zum Zimmer bringt, und zeigt auf den Nagel seines kleinen Fingers um deren Größe anzuzeigen. Wie kann man nur so einen Lärm machen, wenn man so winzig ist?
Fürst Metternich wird kalt gemacht, allerdings nur im Kühlschrank. Ich trinke lieber nebenan in der Kneipe einen ersten Rumpunsch.
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Nun muss ich schlafen. Das Rostrevor-Hotel ist kein Romantik- Hotel für Ruhesuchende, sondern eins, bei dem man sich überlegen muss, ob man die Musik aus der Kneipe nebenan mag oder ob man Ohropax braucht. Grundsätzlich ist hier vieles wie in den USA: Preise sind oft in USD angegeben, die Floskeln sind die gleichen, das Hotel ist völlig à la USA ausgestattet. Ich glaube, ich mag Barbados!
Die Erkenntnis des Tages: Die Frauen auf Barbados, beispielsweise bei der Immigration und im Hotel am Empfang, sind irgendwas in Richtung geschäftsmäßig freundlich, etwas reserviert und manchmal auch fast schon unfreundlich, die Männer supercharmant und hilfsbereit, vom Kofferträger über den Autovermieter bis zu den Taxifahrern, die mich mit ‚Darling‘, ‚Sweetie’ und ‚my dear’ ansprechen, als sie mir ein Taxi anbieten wollen.
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