Rumkommen und Rum trinken - Das Gold der Karibik und mehr Montag, 27.10.2014: Erfurt - Barbados Nun sitze ich hier wieder in einem Flieger Richtung Amerika, aber ohne ESTA, denn die USA sind dieses Mal nicht das Ziel. Es geht weiter in den Süden, in die Karibik, zu den kleinen Antillen. Liming, den ganzen Tag lang, das soll es sein. Liming bedeutet abz
Reisen, Urlaub, Ferien Bewertung wird geladen...
11.12.2014
Rumkommen und Rum trinken - Das Gold der Karibik und mehr
Freitag, 07.11.2014: Carriacou
Mein letzter Tag in der Karibik, und ich bin in diesem Seglerparadies noch nicht ein einziges Mal auf einem Boot gewesen. Der Blick aus dem Zimmer zeigt, dass der Tag viiiieeeeel besser beginnt als gestern, wie schön!
IMG_0896.JPG
Für heute steht auf dem Plan das Auto am Fähranleger abzugeben und den Tag auf Carriacou zu verbringen, die Zweitgrößte (oder Zweitkleinste) der drei Inseln, aus denen Grenada besteht.
Die Übergabe des Autos besteht darin, dass ich der Mitarbeiterin durch ihr Autofenster den Schlüssel gebe und sie mir den Kreditkartenabzug mit dem Deposit im Gegenzug herausreicht.
So lange das Schiff noch nicht abgelegt hat und beim Ablegen kann ich noch den Blick auf St. George`s genießen.
IMG_0897.JPG IMG_0898.JPG
Die Fahrt nach Carriacou dauert ziemlich genau zwei Stunden und ist herrlich, obwohl es einmal kurz heftig gießt. Es sind nur wenige Menschen an Bord. Man kann etwas zu trinken kaufen. Unten gibt es einen geschlossenen klimatisierten Passagierraum mit Sitzen wie im Bus, aber ich bleibe natürlich oben und lasse mir nochmals die Sonne ins Gesicht scheinen. Die Fahrt geht ganz an Grenada entlang und längs ein paar Inselchen und aus dem Wasser ragenden Felsen bis wir dann im winzigen Städtchen Hillsborough auf Carriacou anlegen.
IMG_0899.JPG IMG_0900.JPG IMG_0901.JPG IMG_0902.JPG
Sofort stürmt jemand auf mich zu, ob ich ein Taxi brauche. Ich bin die einzige Touristin an Bord. Er will mich zu seinem Auto bugsieren, das aber erstens uralt ist und zweitens gar nicht wie ein Taxi aussieht, sondern ein Pick Up ist. Ich wimmele ihn ab, will mir lieber den Ort erstmal ansehen, sage ich ihm.
Nach einigen Metern werde ich wieder angesprochen. Der Mann, 'Uncle Polo', wie sein Spitzname ist, der wie bei vielen Leuten hier auch auf seinem Auto steht, macht einen seriöseren Eindruck, und er hat auch ein richtiges Taxi. Ein Preis ist schnell ausgehandelt (100 EC, etwa 30 Euro): Er fährt mich einmal über die gesamte Insel, was lediglich 1,5 Stunden dauert, obwohl wir selten schneller als ein Fahrrad unterwegs sind und an Aussichtspunkten halten, von denen man einen tollen Überblick über die Grenadinen hat. Er hat auch genau beobachtet, dass ich von dem anderen angesprochen wurde und abgelehnt habe. Auf der Insel kann man wohl nicht so schnell verloren gehen!
IMG_0903.JPG IMG_0904.JPG IMG_0905.JPG IMG_0907.JPG
An einigen Stellen sieht man Petite Martinique in all ihrer Pracht und so nah daneben, dass man sicher auch schwimmen könnte, das zu St. Vincent gehörende Petite St. Vincent. Nach Petite Martinique kann man mit einem Wassertaxi übersetzen.
IMG_0906.JPG IMG_0909.JPG
Ein Schiff, das 2004 nach IVAN ohne Besatzung angeschwemmt und niemals wieder abgeholt wurde:
IMG_0908.JPG
Die Insel bietet von der Stimmung her das, was ich von Grenada erwartet hatte: Freundliche Gelassenheit, Ruhe, Frieden und ein hübsches und verhältnismäßig quirliges ursprüngliches Örtchen als Hauptort.
Der Fahrer setzt mich für 1,5 Stunden am Paradise Beach ab, wo ich schwimmen und gegen 5 EC mit Frischwasser duschen kann und wo es eine Strandbar gibt. Das auf der Tafel angeschriebene Gericht (Fisch, Reis, Ground Provision) kann man nehmen oder es lassen. Ich nehme es, es schmeckt leidlich, aber lecker geht anders. Dafür kostet es inklusive eines kalten Cola nur 20 EC. Es wird mir gebracht von einer abweisend wirkenden Frau, die aber dann auch ein wenig auftaut.
IMG_0919.JPG IMG_0920.JPG IMG_0921.JPG
Pünktlich holt der Fahrer mich wieder ab, und zwar so, dass ich im Örtchen noch ein bisschen fotografieren und herumlaufen kann.
Eine Frau kauft im örtlichen Supermarkt ein. Sie kauft unter anderem ein Bier, das sie in aller Seelenruhe bereits zu schlürfen beginnt, während die Schlange hinter ihr immer länger wird und die Kassiererin ihre liebe Not hat die Einkäufe nach Anweisung der Kundin erst einzeln in Tüten zu verpacken, diese in einen großen Karton zu legen, der dann zugeklebt wird um ihr dann ihren Namen zu buchstabieren, vielleicht weil die Ware geliefert oder abgeholt wird?
IMG_0922.JPG IMG_0923.JPG IMG_0924.JPG IMG_0925.JPG IMG_0926.JPG IMG_0928.JPG
Am Anleger herrscht reges Treiben mit herzzerreißenden Abschiedsszenen, und noch der eine oder andere Karton mit Melonen muss auf dem nun volleren Schiff verstaut werden. Den einen oder anderen interessant aussehende Menschen kann ich von Bord aus betrachten.
IMG_0927.JPG IMG_0929.JPG IMG_0930.JPG IMG_0931.JPG
Grenada ist herrlich im Spätnachmittagslicht angestrahlt, der Fischerort Guyave bereitet sich sicher schon auf das Fish Fry Event heute Abend vor, Wolken quellen über die Berge der Insel, und am Horizont erscheint ein Regenbogen.
IMG_0932.JPG IMG_0933.JPG IMG_0934.JPG IMG_0935.JPG IMG_0936.JPG IMG_0937.JPG
Bei Sonnenuntergang kommen wir in St. George's an. Wieder wird mir umgehend ein Taxi angeboten. Aber ich weiß, dass ich einen der vielen Minibusse der Linie 1 nehmen muss und dass dieser gegen 10 EC auch einen kleinen Umweg machen und mich direkt zum Hotel bringen wird, sodass ich 15 Minuten Weg und das Kraxeln der halben Strecke schon einmal spare. Das nehme ich doch gerne an. Hier fährt übrigens eine Art Einweiser bzw. Kassierer mit, sodass es für den Fahrer alles schneller geht.
Ich will im Hotelrestaurant essen. Hier sitzen wieder die Geschäftsleute aus den USA zu viert. Sie bitten mich an ihren Tisch, aber den Vorschlag zwei Stunden später noch in die Bar einige Meter weiter zu gehen, nehme ich nicht an. Ich weiß, dass ich dann die halbe Nacht versacken werde, und das will ich nicht. Wir verabschieden uns herzlich und ich steige die vielen Treppen zu meinem Zimmer hoch.
Die Erkenntnis des Tages: Auch wenn so eine kleine Insel auf den ersten Blick langweilig scheint, so ist es doch absolut lohnenswert sich mindestens eine davon mal anzusehen. Auch für länger stelle ich es mir hier herrlich entspannt vor, und man kommt sicher schnell mit anderen ins Gespräch. Auf Carriacou habe ich an Stimmung und Lebensgefühl die Ruhe und Gelassenheit gefunden, die ich eigentlich auf Grenada erhofft hatte.
«
 1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12  13  14  15  16  17 
»