Rumkommen und Rum trinken - Das Gold der Karibik und mehr Montag, 27.10.2014: Erfurt - Barbados Nun sitze ich hier wieder in einem Flieger Richtung Amerika, aber ohne ESTA, denn die USA sind dieses Mal nicht das Ziel. Es geht weiter in den Süden, in die Karibik, zu den kleinen Antillen. Liming, den ganzen Tag lang, das soll es sein. Liming bedeutet abz
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11.12.2014
Rumkommen und Rum trinken - Das Gold der Karibik und mehr
Freitag, 31.10.2014: Barbados-St. Lucia
Letzte Nacht war in der Nachbarschaft die Hölle los. Irgendeine Disco hatte den Betrieb offenbar ins Zimmer direkt neben meinem verlegt, sodass ich den Fernseher lauter stellen musste um ihn zu verstehen. Und die Rhythmen und Bässe zerrten an meinem Bett und dem Untergrund, auf dem es stand und hämmerten mich samt Ohropax beständig in den Schlaf.
Ich verbringe noch zwei entspannte Stunden am Pool, bis ich ziemlich genau gegen 12 Uhr auschecke.
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Ich mache mich schon mal auf Richtung Flughafen, wo ich im Süden von Barbados noch ein paar Kleinigkeiten ansehen will, bevor ich gegen 16 Uhr das Auto abgeben muss. Meine nicht allzu volle und flexible Tasche nebst Handgepäck passt locker in den Kofferraum.
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Es wird schnell leer auf der Straße, und da es hier auf guten Straßen flach geradeaus geht, komme ich schnell vorwärts.
Die Bottom Bay ist mein Ziel, eine der zahllosen Buchten, die Barbados aufzuweisen hat.
Von der Steilküste hat man einen guten Blick auf eine felsige Bucht und eine malerische Sandbucht.
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Hier schieße ich noch ein paar Abschiedsfotos von Moky. Der ist echt zum Adoptieren: Moky ist ein bisschen morgenmuffelig gewesen, hat mich ansonsten fröhlich und beherzt über die Insel gekarrt. Bergauf musste er schnaufen, aber das muss ich auch. Robust ist er und verzeiht alles, auch dass ich ihn einmal auf einem Parkplatz auf einer Kante aufgesetzt habe (räusper). Moky, du bist mir ein guter Kumpel gewesen, ich werde dich weiter empfehlen, auch wenn man beim Fahren dem Wetter und dem Lärm schonungslos ausgesetzt ist, ob man will oder nicht.
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Ich fahre weiter. Eine Sehenswürdigkeit aus der Kategorie 'Lost Places' ist mein Ziel: Sam Lord’s Castle, das Schloss eines gruseligen Piraten, das später als Resort dienen sollte und nun seit etwa 10 Jahren an einer traumhaften Bucht verfällt. Hier ist nichts los und im Gegensatz zu so vielem auf Barbados kostet es auch keinen Eintritt.
Ich lasse Moky irgendwo warten. Mir begegnet einer dieser kleinen, alten, drahtigen, schwarzen Männer mit gelblich-roten Augen und ohne Zähne auf dem Fahrrad. Ob das mein Auto sei? Da liegt etwas drin, das soll ich lieber mitnehmen, man soll hier niemals etwas sichtbar im Auto liegen lassen. OK, also nehme ich den Beutel mit der zerfledderten Karte von Barbados, meinem Reiseführer und einer halben Flasche Wasser eben mit.
Hier ist es wirklich interessant. Ich gehe durch das verwilderte Gelände um das Haus herum und habe plötzlich einen atemberaubenden Blick durch hohe Palmen auf einen menschenleeren Strand, der es auf Anhieb unter die Top Drei der hiesigen Strände schafft.
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Ich habe noch ewig viel Zeit und beschließe, mir noch die Crane Bay anzusehen, Hier gibt es ein nobles Hotel, an dem der Raffaello-Werbespot gedreht worden sei. Zu dem Hotel fahre ich nicht und bin mir auch nicht sicher, ob ich am richtigen Strand bin, aber schön genug ist die Bucht auf alle Fälle um hier noch eine halbe Stunde zu sitzen und den Krabben zuzusehen, wie sie am Strand und auf den Felsen ihr Unwesen treiben, bis sie vom Wasser überspült werden.
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In einem Ort, der nicht weit weg vom Flughafen liegt, habe ich bei der Durchfahrt einen Chefette gesehen. Ich habe Hunger und möchte prüfen, ob die Rotis von gleich bleibender Qualität sind. Ja, das sind sie.
Noch schnell getankt und auf zum Flughafen. Ist immer noch sehr früh, sodass ich überlege, ob ich mir die Concorde der British Airways ansehe, die hier ausgestellt ist und die man besichtigen kann. '20 US- or 40 Barbadosdollar' ist mir der Blick auf ein Flugzeug nicht wert, und so trödel ich weiter, fahre auf den Parkplatz, gehe zum Schalter von Drive-A-Matic. Der Mitarbeiter dort hatte mir vor vier Tagen den Weg so geduldig erklärt und fragt gleich, ob ich mein Hotel gefunden habe. Wir gehen gemeinsam einmal ums Auto herum und ich winke noch einmal heimlich dem Moky zu. Finde ich ja normalerweise albern, aber in dem Fall muss das sein.
Schnell bin ich eingecheckt und kann auch hier noch ein bisschen in der Sonne sitzen.
Ich bringe noch ein paar meiner Barbados-Dollar unters Volk, den Rest tausche ich in East Caribbean Dollar mit einer sehr jugendlichen Queen drauf, die für St. Lucia und für Grenada gültig sind. Ehrlich gesagt, wünschte ich, ich hätte vor der Reise den Gedanken zu Ende gedacht: US-Dollar werde ich sicher immer wieder brauchen, und überall wurden die Preise immer in der heimischen Währung und dem Zusatz, wie viele US-Dollar das sind, genannt. Wer also weiß, dass er wie ich sicher immer wieder in die USA fliegen wird, ist wahrscheinlich ganz gut beraten US-Dollar mitzunehmen, die werden schließlich nicht schlecht, wenn sie übrig sind und sind an vielen Orten einsetzbar im Gegensatz zu Barbados-Dollar, mit denen ich beispielsweise in Asien bestimmt niemandem zu kommen brauchte.
Der Flug schon in der Dunkelheit dauert nur eine halbe Stunde. Nach der Landung werde ich gleich von einem Taxifahrer angesprochen, er fährt mich für 65 EC-Dollar 'or 25 US' zum Hotel und möchte mir am liebsten noch die eine oder andere Verabredung zu Besichtigungstouren aufschwatzen oder zumindest die Rückfahrt zum Flughafen. Sorry, ab morgen habe ich ein Auto.
Ich beschließe noch nach Rodney Bay zu gehen um noch etwas zu trinken. Hunger habe ich nicht.
Ich entdecke ein Eiscafé, das exakt (inklusive übereinstimmender Karte) dem 'Cold Stone' in den USA entspricht und lasse mir ein großes Eis zusammenmatschen.
Mit dem stehe ich zufällig neben der Haltestelle nach Gros Islet und kann (weil es ja auch ein grooooßes Eis war) in aller Ruhe beobachten, wie das mit dem Busfahren hier so geht. Aha, auf den Bussen steht also, dass sie die Route Castries - Gros Islet befahren. Man steigt ein und zahlt den Fahrer offenbar nach dem Aussteigen durchs Fenster. Fast im Minutentakt hält so ein Kleinbus, und als ein junges Mädchen einsteigt, hüpfe ich geschwind hinterher. Ich kann es kaum fassen, wie mutig ich bin, aber wo muss ich wieder raus?
Irgendwie sieht es hier so aus, als ob ich fast da sei. 'No, if you want to go to streetparty, you stay, I will tell you when we are there' sagt ein Fahrgast, der nach Haschisch riecht und diese dafür typischen unklaren Augen hat . Und ein junges Mädchen mit Schnapsfahne zieht mich wieder ins Fahrzeug: 'You Darling, you stay here, pay for me 1.50?'
Bei der Streetparty zwei Stationen weiter verspricht sie dem Fahrer nächstes Mal zu zahlen, sie wurde zwischenzeitlich von den anderen Gästen zurechtgewiesen mich nicht zu belästigen. Und mein Ratgeber ist der Meinung, er passt nun auf mich auf, vielleicht habe ich ja Lust zu tanzen? Nee, ich möchte allein gehen. Noch zwei Mal steht er zufällig im Weg und fragt, ob ich mit ihm tanzen will. Ich bin allein von den Luftschwaden, die hier durchziehen, schon völlig high. Lust zu tanzen habe ich wirklich, aber vielleicht werde ich ihn dann nicht mehr los. Schließlich hat er verkündet, er werde auf mich aufpassen, seufz. Also setze ich mich zwischen die Kiffer mit einem Rum-Cola auf den Steg und höre den Reggae-Rhythmen zu und dem Slang der Hiesigen und dem Quaken der Frösche. Ich ziehe durch die Straßen, bewundere die exotischen und teilweise wirklich schönen Menschen. Es gibt zahllose Straßenstände, an denen es Gegrilltes gibt und einige mit Souvenirs, und natürlich ist der nächste Getränkestand niemals weiter als drei Meter entfernt, egal, wo man steht.
Gegen 23 Uhr ist es richtig voll, Einheimische und Touristen feiern ausgelassen miteinander, aber ich habe genug. So mache ich mich auf in Richtung Heimat. Als man mir 'for ten US' ein Taxi anbietet, winke ich ab und fast in derselben Handbewegung den Bus herbei, der mich für einen Bruchteil des Geldes in Rodney Bay absetzt. Mit einem breiten Grinsen (eine Art Trockenrausch, wenn man mir nicht außer Rum und Cola noch etwas Anderes in einen der wirklich günstigen Drinks getan hat) mache ich mich auf die letzten 10 Minuten Fußweg zum schönen Ginger Lily Hotel.
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Die Erkenntnis des Tages: Busfahren macht Spaß, und ‚Jump up‘ noch viel mehr.
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