Rumkommen und Rum trinken - Das Gold der Karibik und mehr Montag, 27.10.2014: Erfurt - Barbados Nun sitze ich hier wieder in einem Flieger Richtung Amerika, aber ohne ESTA, denn die USA sind dieses Mal nicht das Ziel. Es geht weiter in den Süden, in die Karibik, zu den kleinen Antillen. Liming, den ganzen Tag lang, das soll es sein. Liming bedeutet abz
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11.12.2014
Rumkommen und Rum trinken - Das Gold der Karibik und mehr
Dienstag, 04.11.2014: St. Lucia-Grenada
Die Nacht ist um 4 Uhr herum, denn um 7 Uhr geht der Flieger, und so cool, dann bis 5 Uhr zu schlafen um um 6 Uhr einzuchecken, bin ich leider immer noch nicht. Es wäre aber sicher durchaus möglich gewesen.
Es geht im Grunde alles reibungslos und superpünktlich mit LIAT. Beim Umsteigen auf Barbados geht man am für LIAT reservierten Gate Nr. 9 zur einen Tür rein und sozusagen gleich zur anderen wieder raus. Die Zeit zwischen Landung und Boarding reicht so gerade eben um einen Kaffee zu trinken.
St. Lucia, Barbados und Grenada von oben:
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Superpünktlich lande ich auf Grenada und stehe nur etwa 10 Minuten später gegen 9.30 Uhr mit meinem Koffer vor dem Flughafen.
Der Empfang hier ist herzlich, ein strahlender Officer begrüßt mich mit 'welcome to Grenada', und ich muss ihn einfach zurück anstrahlen, so liebenswert und liebenswürdig wirkt er. In Deutschland muss man ja schon froh sein, wenn ein Gruß erwidert wird bei der Passkontrolle.
Taxi? Nein, danke, ich bekomme gleich ein Auto. Ein paar Minuten später kommt der Taxifahrer hinter mir her, fragt mich nach der Nummer des Vermieters und ruft an um zu sagen, dass ich schon da bin. Wow, ich kann es nicht fassen, wie fürsorglich und lieb auch er ist!
Die nette, aber etwas verpeilte Mitarbeiterin von Archie Cars steht pünktlich um 10 Uhr am Flughafen. Erst müssen wir zur Polizei, denn ich brauche auch hier eine heimische Fahrerlaubnis. Ziemliche Abzocke für 40 USD! Immerhin bekomme ich mit, dass der Officer sich bei einem Anruf für den Anruf bedankt und mindestens so höflich ist wie ein Rezeptionist in einem Hotel. Auch das nur schwer vorstellbar in den Mauern der Staatsgewalt in Deutschland.
Sehr, sehr liebenswürdige Menschen hier. Sie wirken oftmal sehr warmherzig, mitfühlend, empathisch und mitdenkend. Aber es gibt auch das andere Extrem, wie mir hier mehrfach vorgeführt wird. Aber dazu kommen wir später.
Dann fahren wir zum Hotel. Ich soll schon mal einchecken, sie muss erst den Mietvertrag holen. Warum hat sie den nicht gleich mitgebracht? Das Einchecken ist zum Glück schon möglich, und ein weiterer netter und warmherzig wirkender Mensch bringt mich im Golfcart zu meinem Zimmer. Hier beginnen mir seine fürsorglichen Erklärungen und Ratschläge schon fast auf den Geist zu gehen, zumal er bei jedem Satz, den er sagt, mich gerne auch ansehen will und daher immer wieder anhält, denn Fahren und nach hinten sehen gleichzeitig, das bekommt er verständlicherweise nicht hin.
Aber die Dame von Archie Car Rental lässt auf sich warten. Dann kommt sie wieder, erklärt mir mit fester Stimme, der fast leere Tank sei noch ein Viertel voll, übergibt mir den uralten SUV mit 220.000 km auf dem Buckel (nein, da steht nicht aus Versehen eine Null oder Zwei zu viel) und das Spielchen mit der Unterschrift auf dem Kreditkartenabzug beginnt wieder. Mir ist es heute auch wurscht. Ich bin müde, mir ist heiß, ich habe zu wenig geschlafen und irgendwie gerade auch keine Lust mich schon wieder in eine andere Insel einzufuchsen.
Die Mitarbeiterin fährt noch mit nach St. George's, was ich mir heute ansehen will und zeigt mir, wo wir uns am Fähranleger treffen, wo ich am Freitag das Auto zurückgeben will.
St. George's wird als die hübscheste Hauptstadt der karibischen Inseln gelobt, zumindest der kleinen Antillen, aber ehrlich gesagt: Hübsch finde ich vor allem die Lage, ansonsten fand ich beispielsweise San Juan auf Puerto Rico deutlich netter.
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Ich schleppe mich durch die Gassen. Mir war doch eigentlich klar, dass ich eher Ruhe als Sightseeing gebraucht hätte, aber nein, ich konnte es wieder einmal nicht lassen. Irgendwann sitze ich KO und mit Loch im Bauch vor der Mall am Kreuzfahrtanleger und bin genervt von den vielen Menschen: Ein heftiger Streit auf offener Straße zwischen zwei einheimischen Frauen, die vielen verpeilten Touristen vom Kreuzfahrtschiff, die durch die langweilige Mall schlendern, die etwas aufdringlichen Verkäufer, die durch Alkohol und Drogen abgewrackten Typen, die ich zu anderer Zeit vielleicht malerisch gefunden hätte. Ich beschließe, dass ich dann eben nicht zu denen gehöre, die immer überall die authentischen und günstigen Geheimtipps entdecken und gehe zum Subway, schließlich bestand mein Frühstück nur aus einem Muffin und Luchtime ist schon so ziemlich überschritten.
Mir geht es nach einem Footlong wieder ein bisschen besser, aber nur ein bisschen, denn müde bin ich immer noch. Ich mache mich auf den Rückweg. Wieder mal wird mir unaufgefordert und herzerwärmend lieb der Weg gewiesen, andererseits aber finde ich, dass man hier etwas ungeduldiger ist als auf den letzten beiden Inseln. Kaum weiß ich mal nicht, wo es lang geht, startet hinter mir ein Hupkonzert.
Mir ist alles ziemlich egal. Ich habe Kreislauf, mir ist kodderig, jeder Schritt ist mir zu viel. Im Supermarkt bin ich dankbar, dass es hier so gemächlich zugeht wie an den Kassen in den USA und dass mir eine freundliche Schöne die Einkäufe einpackt.
Nun ja, ich bin wieder im Hotel, und gegen 15 Uhr mache ich mich über die vielen Stufen auf den etwas beschwerlichen Weg zum Strand.
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Soll ich es schreiben? ich tu es einfach, denn mit so etwas habe ich nicht gerechnet. Also: Ich liege so auf meiner Liege und gucke dumm in der Gegend herum, da fällt mir auf, dass an dem Picknicktisch einige Meter vor mir ein Einheimischer sitzt, ein junger Typ. Eine Hand hat er locker im Schoß hängen, er starrt immer wieder zu mir rüber, so weit ich das angesichts seiner riesigen Sonnenbrille erkennen kann. Aus meiner Froschperspektive bekomme ich mit, dass er sein bestes Stück ausgepackt hat und in der Hand hält. Aber ich muss echt mehrfach hinsehen um das zu glauben, ist ja auch schattig unter dem Tisch, na ja, und schwarz auf schwarz schluckt halt auch viel Licht. OK, jedem Tierchen sein Plaisirchen. Ich schlafe ein. Als ich wach werde, ist der Exhibitionist weg, mein Geld noch da zum Glück.
Ich gehe nun auch, wieder etwas ausgeruhter. Ganz schön weit, der Weg zum Zimmer, aber weniger anstrengend als ich so dachte.
Mein Tatendrang kommt wieder nach dem Schläfchen am Strand. Ich brauche einen einfachen, aber gelungenen Abschluss des Tages und mache mich auf zur Morne Rouge Bay.
Der Sicherheitsposten am Hotelausgang begrüßt mich wie eine liebe, lange nicht gesehene Bekannte und weist mir den Weg. Ich könne beide Straßen nehmen, in 5 Minuten sei ich da.
Die Morne Rouge Bay ist eine Wohltat, herrlich friedlich, idyllisch, malerisch mit ein paar kleinen Hotels, einer bunten Strandbar. Am liebsten würde ich hier auch mit einem Drink auf einem Liegestuhl versacken, vielleicht morgen. Es sind nur etwa zwei Handvoll anderer Menschen hier, die mit mir den Sonnenuntergang genießen. Ich finde meinen Frieden wieder.
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Auf dem Weg liegt eine nette Bar bzw. Restaurant. Hier will ich essen mit Blick aufs Wasser. Es gibt hier zwar nichts Einheimisches, sondern das Lokal scheint von Spaniern geführt zu sein, sodass die Küche einen entsprechenden Touch hat, aber Seafood mit Salat und Knoblauchbrot ist sicher an allen Wassern dieser Welt universell dazu gehörend.
Früh bin ich wieder am Hotel, wieder mal gerade noch rechtzeitig, bevor vom eben noch sternenklaren Himmel ein heftiger Schauer klatscht.
Die Erkenntnis des Tages: Ein Paradigmenwechsel ist bei mir fällig - Fischerdorf statt Hauptstadt! St. George's ist die dritte und letzte Hauptstadt dieser Inselparadiese, die mich nicht vom Hocker gehauen hat.
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