Bali, Lombok und Kuala Lumpur 2010 Freitag, 19.3.2010 Freitag, mein erster Urlaubstag. Einige Sachen hatte ich im Laufe der letzten Woche schon in den Koffer geworfen. Dessen Inhalt wurde nun ergänzt. Die Technik wurde im Handgepäck verpackt, zum etwa 25. Mal kontrollierte ich, ob auch alle Voucher und Ausdrucke da waren. Der Ko
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16.08.2011
Bali, Lombok und Kuala Lumpur 2010
Dienstag, 23.3.2010
Und nun ging´s richtig los. Candidasa im Osten der Insel war das heutige Tagesziel. Ketut hatte erklärt, wir würden so gegen 16 oder 17 Uhr dort eintreffen. Er hatte gefragt, ob wir dort noch ein Hotel für mich suchen müssten, was ich verneinte und somit konnte ich einigermaßen gespannt mit meinem Koffer zur Rezeption marschieren. Gespannt wegen der Frage, ob er wohl da sein würde und was ich alles zu sehen bekommen würde. Er war schon da, obwohl ich dachte, ich hätte noch Zeit mal eben meine Mails zu checken. Los ging´s: Eilfertiges Personal entriss mir den Koffer um ihn die letzten Meter weiter zu bringen, das Auschecken war schnell geschehen und Ketut erklärte mir, wie ich die Klimaanlage so einstellen kann, wie ich es gerne hätte.
"Möchten Sie auch Barong sehen?" Ja, wollte ich - und somit war das erste Zeit der Ort Batubulan, wo um 9.30 Uhr die etwa einstündige Aufführung losging. Ketut wartete am Auto, während ich die Mischung aus Tanz und Theater sah, zu deren Ende eine Frau die Darsteller mit heiligem Wasser bespritzte, denn, so erklärte ein Blatt mit Erläuterungen, die Darsteller könnten tatsächlich in Trance fallen bei der Darstellung der alten Mythen.
Ich stehe solchen Aufführungen immer etwas zwiespältig gegenüber, denn irgendwie sind die ja nur für Touris gemacht, andererseits hat man aber ohne solche Aufführungen kaum Gelegenheit sich solche Traditionen anzusehen. Insofern: Interessant war es und die Anwesenden waren zwar Touris, aber offenbar auch viele indonesische Touristen von anderen Inseln, was dann schon wieder ganz gut war.
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Und weiter ging´s auf ausgetretenen Pfaden durch kleine Dörfer und durch grüne Landschaften mit den ersten Reisfeldern: Erst in das Silberschmiededorf Celuk, dann in ein Malerdorf (Batuan), dann in ein Dorf für Holzschnitzerei (Mas). Überall konnte man eine Werkstatt besichtigen und dann hofften die Mitarbeiter natürlich auf ein Geschäft im angeschlossenen Laden. Auch wenn mir immer wieder erklärt wurde, ich solle doch etwas kaufen, es gebe auch einen guten Preis für "good luck", blieb es bis auf eine Kleinigkeit bei mir beim Zusehen. Die Holzwerkstatt war sehr sympathisch: Ein Familienbetrieb, in dem mir viel zu den einzelnen Holzarten erklärt wurde und zur Bearbeitung. Besonders hübsch fand ich das zweifarbige Hibiskusholz. Zu bewundern gab es mannshohe Holzstatuen, die verschiedene Gottheiten darstellten.
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Und weiter ging´s zur Gerichtshalle nach Klungkung: "Hier Sie tragen Ihren Sarong, Sie zahlen hier Eintritt. Ich warte hier" Sarong? Wie trägt man den? Und schon sah man den gutmütigen Ketut, wie er das Seidentuch um die Touristin mit der verbrannten Nase schlang. War sehr interessant, aber mittlerweile auch wahnsinnig heiß, sodass der Besuch nicht sehr ausführlich ausfiel.
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Auch bei dem Tempel in der Fledermaushöhle Goa Lawah direkt am Meer wurde ich instruiert den Sarong mitzunehmen und von den Kindern, die mich ansprechen würden, keine Geschenke anzunehmen, denn dann würden sie mich unweigerlich in ihren Laden ziehen und zum Einkauf überreden. Ich war ja brav und konnte somit die vielen Fledermäuse in der Höhle sehen. Da im Tempel Zeremonien waren, wurde ich gebeten, dahinter stehen zu bleiben. In die Höhle selbst kann man als Tourist ohnehin nicht gehen.
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Somit war das heutige Ziel schon fast erreicht. Ich lud Ketut in Candidasa noch zu einem späten Mittagessen ein und verabredete mit ihm, am übernächsten Tag eine weitere Fahrt in den Osten des Landes zu machen. Er hatte wieder gute Vorschläge dafür, wie man es angehen könnte und trollte sich zurück nach Hause, während ich in einem sehr hübschen kleinen Hotel (Alam Asmara) ein sehr angenehmes Zimmer mit Himmelbett und Bad im Freien bezog. Vier Nächte wollte ich bleiben. Auch wenn Candidasa selbst erst einmal nicht sehr anziehend wirkte, konnte ich es hier gut aushalten.
Tagestop: Erstmalig das zusammenhängende bebaute Gebiet von Bali zu verlassen, das ich bisher nur kennengelernt habe und über sich schlängelnde Straßen erste Eindrücke von Landschaft und Dörfern zu sammeln.
Tagesflop: Die Erkenntnis auf den ersten Blick, dass ich Candidasa nicht für 4 Tage brauche.
Mittwoch, 24.3.2010
Frühstück im Hotel mit Blick über das Meer. Dass Candidasa keinen Strand hat, das wusste ich schon. Trotzdem war das Meer tiefblau, man konnte die Küste entlang sehen, an der sich immer wieder Palmen über das Wasser beugten. Dass das Ufer durch Betonwände geschützt wurde, stört mich zumindest dabei nicht weiter.
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Von unten tauchte ein Gesicht auf. Es war einer der vielen jungen Herren, die mich am vergangenen Abend auf dem Weg durch den Ort angesprochen hatten. Auch hier wird einem natürlich alles mögliche angeboten, was der Tourist nur brauchen kann oder auch nicht. Das Angebot dieses Inselbewohners erstreckte sich von "Party mit Live-Musik" bis hin zum Fahren über die Insel. Da ich verneinte, einen Ausflug machen zu wollen, sondern ihn nach Schnorchelmöglichkeiten gefragt hatte, kam er um nochmals nachzufassen, ob ich das denn nun wollte. Nun gut, in einer Stunde würde er mit dem Boot da sein und für "döhundedtaus" mit mir zur blauen Lagune schippern, dort mit mir 2 Stunden schnorcheln und mich wieder zurück bringen.
Tja, da stand ich nun mit meinem Schnorchelzeug und wusste nicht so recht, wie das funktioniert. Aber als ich erst einmal im Wasser war, wurde es schon sehr interessant. Mein Guide lockte die Fische mit Brot an. Unter mir waren Korallen zu sehen und verschiedene Fische. Ich glaube, ein kleiner Barracuda war auch dabei, obwohl es die dort eigentlich gar nicht gibt. Aber ich kann mich auch irren. Am Sichersten erkenne ich Fische ohnehin, wenn sie gut gebraten vor mir auf einem Teller liegen.
Hier hatte ich auch die erste Gelegenheit meine Digicam im wasserdichten Beutel zu benutzen. Die Bilder, nun ja, sie sehen eher aus wie mit der Doggycam geschossen, belegen aber immerhin, dass ich da war, wie auch ein Selbstportrait zeigt.
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Nach etwas mehr als 2 Stunden wurde ich zurück gebracht und mir wurde das Angebot unterbreitet, morgen zu einer anderen Insel zum Schnorcheln zu fahren. Dort würde er dann Fisch grillen für mich. Aber Pläne für morgen hatte ich ja schon und wollte mir außerdem von ihm nichts grillen lassen.
Ja, dann die erste nicht so schöne Überraschung des Tages, die "Döhundedtaus" entpuppten sich als 300.000, nicht als 200.000, wie ich verstanden hatte. Ich bin mir heute noch nicht sicher, ob ich ihn wirklich missverstanden habe oder ob er sich im Nachhinein überlegt hat, doch vielleicht noch etwas mehr Geld von mir zu wollen. Also, mein guter Rat an alle: Vergewissert euch über die Summe, lasst euch vielleicht eine SMS sozusagen als "Buchungsbestätigung" schicken. Egal, verbuche ich es unter dem Aspekt Lehrgeld.
Den Rest des Tages verbrachte ich faulenzend am Pool: Man kann schon einige Zeit damit verbringen sich in der Sonne aufzuhitzen und sich dann im Wasser wieder abzukühlen, sich abzutrocknen, den Sonnenschutz zu erneuern und wieder von vorne zu beginnen.
Beim Essen eine für mich unerwartete Showeinlage: plötzlich erklang Musik und ein etwa achtjähriges Mädchen betrat das Restaurant und führte einen Legong auf. Leider und für mich unverständlich traf das bei nur wenigen Gästen auf Interesse. Umso heftiger applaudierten dann aber die interessierten Zuschauer und das Mädchen verließ stolz die Bühne und war noch ganz aufgeregt, als sie wenig später an der Hand ihrer Mutter am Restaurant vorbei ging.
Tagestop: Fische ganz nah zu sehen und anzufassen.
Tagesflop: Das Gefühl mit dem Preis für den Ausflug über den Tisch gezogen worden zu sein.
Donnerstag, 25.3.2010
Pünktlich um 10 Uhr stand Ketut vor dem Hotel und lud mich nebst meiner Schnorchelausrüstung in´s Auto. Zunächst sollte es zum Wrack bei Tulamben gehen. Das erst zu machen sei sinnvoll, denn morgens sei die Sicht am Besten. Vom Parkplatz begleitete er mich zu der Stelle, an der das Wrack liegt, erklärte mir, wohin ich musste. Nun gut, das war unschwer an den vielen bunten Schnorcheln und den Tauchern zu erkennen. Und wieder mal zog ich los, während ich meine Sachen in guter Obhut wusste. Irgendwann - schätzungsweise nach einer Stunde - hatte ich genug davon durch die Blasen der Taucher zu schwimmen und die Fische anzusehen. Mir war auch aufgefallen, dass es mich unbemerkt immer ein wenig abgetrieben hatte.
Wie immer, wenn ich etwas besichtigt hatte, wurde ich empfangen mit: "Wie war? War schön?" Schon auf dem Meer wurde mir von einem vorbeifahrenden Boot zugerufen: "Enjoy your snorkeling!" Bei dem Versuch mit dem Schnorchel im Mund zu antworten, scheiterte ich allerdings kläglich...
Wie praktisch, im Restaurant direkt gegenüber vom Wrack gibt es nicht nur eine Toilette, sondern auch eine Dusche und ausreichend Platz sich umzuziehen.
Erwartungsvoll öffnete ich den Beutel meiner Doggycam und war darauf gefasst, das eine oder andere Bild von bunten Fischen und von den Tauchern etliche Meter unter mir zu sehen, doch nichts war. Ganz geschickt hatte ich am Vortag nach dem Umspeichern meiner Bilder den Chip nicht wieder eingelegt. Na super! Aber ein bisschen Platz war im Gerät selbst schon und so konnte ich dann doch einige Fotos machen, nachdem ich die vorhandenen Bilder von Wasser und von halben Tauchern gelöscht hatte.
Was gab es noch zu sehen? Zunächst ging es durch sehr schöne Reisterrassen nach Tirta Gangga. Wir kamen teilweise nur mit 30 km/h vorwärts, weil die Straße so schmal und kurvig war, was jedoch keinen der Autofahrer davon abhielt ggf. nach einem kurzen Hupen zu überholen. Seltsamerweise habe ich mich trotzdem nicht unsicher gefühlt und irgendwie waren wohl alle darauf eingestellt, sodass mir das nach einigen Stunden Fahrt als das Normalste der Welt erschien.
Das königliche Schwimmbad bot schöne Aussichten, eine Süßwasserquelle, mit dessen Wasser ich "for good luck" bespritzt wurde. Ich hätte schon wieder die Gelegenheit zum Schwimmen gehabt, denn die Becken werden heute noch dafür benutzt. Ein Führer begleitete mich und erklärte mir alles. Auch er, wie viele Menschen auf Bali, ein angenehmer und sympathischer Mensch: Respektvoll, humorvoll, überlegt, authentisch.
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Am Eingang gab es einen Obststand, an dem ich der Verkäuferin wohl das Geschäft des Tages bescherte. Sie bot mir eine Menge Früchte zum Probieren an und Ketut erklärte mir, wie diese auf Indonesisch und auf Deutsch heißen.
Weiter ging es zum Palast Puri Agung Karangasem. Es wurde immer heißer und insofern genoss ich es, mir ein luftiges Plätzchen zu suchen und dort einfach ein wenig zu sitzen.
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Als letzter Punkt stand das Bali-Aga-Dorf Tenganan, das Dorf der Ur-Balinesen auf dem Programm ganz in der Nähe von Candidasa. Fürsorglich wurde ich vorher daher noch zum Hotel gebracht um die Speicherkarte zu holen. Wer in diesem Dorf lebt, muss innerhalb des Dorfes heiraten. Andernfalls wird er des Dorfes verwiesen. Frisches Blut kommt also nicht herein. Gegen eine Spende konnte ich mir das Dorf ansehen. Bekannt hier ist das Doppel-Ikat, eine spezielle Webtechnik. Dieses und das Ritzen von Bildern in Palmenblättern waren hier zu bewundern und selbstverständlich auch die Resultate käuflich zu erwerben. Mitten im Dorf heilige Wasserbüffel, die von einem Einwohner sorgfältig geduscht wurden.
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Dieser Ausflug heute sollte 35 Euro kosten, denn für den Fahrer war es weiter und somit der Spritverbrauch höher.
Bereits auf der Fahrt nach Candidasa hatte Ketut mich sehr vorsichtig gefragt, was ich hier denn bitte schön 4 Tage will. Den Gedanken griff ich auf und fragte ihn, ob er denn auch Zeit habe mich am nächsten Tag nach Lovina zu fahren und von dort aus nach Ubud, wo ich mich weitere 4 Nächte einquartieren wollte. Klar, war kein Problem für ihn, zumal er die Fahrt nach Lovina mit einem Besuch bei seiner Familie verbinden konnte, zu der es nur noch wenige Kilometer waren.
Somit waren die Pläne für die nächsten beiden Tage perfekt. Als ich im Hotel meine vorzeitige Abreise ankündigte, wurde ich ganz besorgt gefragt, ob ich nicht zufrieden sei. Ich hoffe, diese Bedenken entkräftet zu haben. Auch dieser Tag klang mit einem Nickerchen am Pool und anschließendem Essengehen aus.
Tagestop: Tirta Gangga - viele unbekannte Früchte zu probieren und mich dann angenehm mit dem würdevollen Guide am Wasserpalast zu unterhalten.
Tagesflop: Keine Speicherkarte in der Kamera.
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