Bali, Lombok und Kuala Lumpur 2010 Freitag, 19.3.2010 Freitag, mein erster Urlaubstag. Einige Sachen hatte ich im Laufe der letzten Woche schon in den Koffer geworfen. Dessen Inhalt wurde nun ergänzt. Die Technik wurde im Handgepäck verpackt, zum etwa 25. Mal kontrollierte ich, ob auch alle Voucher und Ausdrucke da waren. Der Ko
Reisen, Urlaub, Ferien Bewertung wird geladen...
16.08.2011
Bali, Lombok und Kuala Lumpur 2010
Freitag, 26.3.2010
Los ging´s auf die Reise Richtung Norden, quer durch´s Gebirge. Furchtbar gespannt war ich, denn irgendwie hatte ich nun das Gefühl, jetzt geht es richtig los. Je höher und je weiter in´s Binnenland wir kamen, desto trüber und nebliger wurde es. Am späten Vormittag erreichten wir den großen Muttertempel Besakih, eine große Tempelanlage mit zahlreichen Nebentempeln, wo jeder Clan einen eigenen Tempel hat. Auch Ketut besuchte hier manchmal den Tempel seiner Familie, heute jedoch nicht.
Wieder wurde ich während der Fahrt instruiert. Eintritt musste ich zahlen. Nachdem ich mit Sarong bewaffnet vom Parkplatz losgelaufen war, würde ich meine Eintrittskarte vorzeigen müssen und dort einen Führer anheuern müssen. Ohne Führer dürfe ich nicht gehen. Der Führer würde 30 $ verlangen, ich solle 30.000 Rupiah dagegen bieten und mich mit dem Vermittler auf maximal 50.000 einigen. "Und wenn er sich auf 50.000 nicht einlässt?" "Dann sagen Sie, Sie gehen alleine." "Wieso, ich denke, ich darf nicht alleine gehen?" "Das sagen Sie ja auch, weil er dann mit dem Preis runtergehen muss." Alles klar. Man würde mir erzählen, dass noch 2 km zu laufen seien und mir Mopedtransport anbieten, die tatsächlich nur 500 Meter könne ich aber besser laufen. So geschah es.
Die Tempelanlage wirkte gerade wegen des diesigen Wetters mystisch und geheimnisvoll. Aufgrund des Vollmondes in wenigen Tagen und des Tempelfestes dann waren viele Gläubige unterwegs. Das konnte man nicht nur sehen, sondern auch am Duft der Räucherstäbchen und am Glockenklang (oder Gongklang?) erkennen. In einigen Tempelbereichen fanden Zeremonien statt, beispielsweise hier: Mein Guide erklärte mir, dass die Farbe Rot für den Schöpfer Brahma stand und verbunden war mit dem Element Feuer und der Himmelsrichtung Süden. So war z. B. auch eine Kreuzung in Klungkung in den mit den Himmelsrichtungen verbundenen Farben geschmückt.
ausflug2%20besakih1.jpg ausflug2%20besakih3.jpg
In der Tempelanlage konnte man Essen und Wasser kaufen, außerdem Souvenirs. Die Ware wurde von traditionell gekleideten Frauen auf dem Kopf transportiert. Auch die Männer waren in traditioneller Kleidung inkl. Kopfbedeckung unterwegs. Trotz des Touristenstromes durfte man in viele Tempelbereiche gehen und fotografieren. Ich fühlte mich willkommen. In einem Bereich waren Bilder ausgestellt von der sehr großen Zeremonie 2009, die nur alle 10 Jahre stattfindet. Laut Ketut habe es da Stau im großen Umkreis gegeben und nicht nur balinesische Hindu seien gekommen.
ausflug2%20besakih2.jpg Ausflug2%20besakih4.jpg
Gerade rechtzeitig um meinen ersten heftigen Regenguss auf Bali vom trockenen Auto aus zu erleben, war ich wieder am Parkplatz angekommen.
Weiter ging es mit Ausblick auf den Batur-See. Leider wurde man an den Aussichtspunkten hier von Frauen angesprochen, die Bleistifte, Holzschnitzereien oder Tüten mit Obst an den Touri bringen wollten und mich damit fast bis in´s Auto verfolgten. Das Foto einzustellen, erspare ich mir, denn der Vulkan Batur, den man übrigens auch besteigen kann, wenn man um 2 Uhr losgehen möchte, war ohnehin im Nebel verschwunden.
Auch im nächsten Tempel Pura Ulun Danu Batur war die Hölle los in Bezug auf die Zeremonievorbereitungen: gleich neben dem Eingang saßen Frauen, die sich mit Flechtarbeiten befassten, etwas dahinter standen Männer, die "das Grobe" erledigten und Masten für den Tempelschmuck herstellten. Auch hier alte und frische Opfergaben in großen Mengen.
Obwohl ich bei weitem nicht die einzige weiße Touristin hier war, wurde ich bestaunt. Man rief mir "hello" und "how are you" und "where you from" zu und war auch irgendwie überrascht und reagierte kichernd, wenn ich antwortete. Für ein weiteres Gespräch reichten die englischen Sprachkenntnisse der Balinesen und meine indonesischen Sprachkenntnisse nicht.
ausflug2%20tempel1.jpg ausflug2%20tempel2.jpg
Viel passierte nun nicht mehr auf der Weiterfahrt durch Singaraja nach Lovina Beach, wo ich nächtigen wollte. Doch, das Wetter wurde wieder besser.
Ketut hatte gut eingeschätzt, welche Art von Hotel meinem Budget und meinen Ansprüchen entsprach und lieferte mich im Aditya ab. Ich solle es mir ansehen und entscheiden, ob ich bleiben oder weiter zu einem anderen Hotel fahren wollte. Das Resort lag direkt am Meer in einem großzügigen Garten. Es war schon etwas älter, aber sehr gepflegt, die Dame am Empfang wirkte unkompliziert, ungekünstelt, sehr herzlich. Die ganze Anlage machte einen sehr stimmigen, ehrlichen, lässigen Eindruck. Hier wollte ich bleiben, und somit zog ich ein. Da war es gar nicht nötig gewesen, dass ich am Vorabend noch den Tripadvisor und meine Reiseführer durchforstet hatte nach Hotels.
Da es noch früh war, fragte Ketut, ob wir noch zu den heißen Quellen nach Banjar fahren wolle. Klar, das wollte ich noch. Der Zugang führte erst vorbei an unzähligen Verkaufsständen, dann lag das Bad in üppiger Vegetation vor mir. Als Besucher kann man hier baden, was nicht nur westliche Touristen, sondern auch Einheimische nutzten.
ausflug2%20quelle1.jpg ausflug2%20quelle2.jpg ausflug2%20quelle3.jpg
Weil ich kein Badezeug mit hatte, war der Besuch hier nur kurz. Nach einer Stunde war ich wieder im Hotel.
Den Rest des Tages ließ ich mit einer Stunde am Pool, meiner ersten balinesischen Massage in einem Gazebo am Meer bei Sonnenuntergang, mit einem Essen im Hotelrestaurant und einem Bier bei Meeresrauschen in der Dunkelheit wieder auf einem solchen Gazebo ausklingen. Dann ging es recht früh in´s Bett. Schließlich sollte ich morgen um 5.30 Uhr geweckt werden zur Delfintour.
ausflug2%20lovina1.jpg gazebo%20am%20meer.jpg
Tagestop: Die mystische Stimmung am Muttertempel.
Tagesflop: Nichts, was annähernd diese Bezeichnung verdient hätte.
Samstag, 27.3.2010
Hier im Norden der Insel sind viele Muslime. Insofern weckte mich nicht um 5.30 Uhr mein Wake-up-call, sondern bereits eine Viertel Stunde früher der Muezzin. Irgendwie hatte das was, im Dunkeln im Bett zu liegen und dem Allahhu akhbar zu lauschen. Es erinnerte mich an frühere Zeiten, in der ich sehr angetan war vom Orient und auch einige Reisen dorthin unternommen hatte.
Dann stand ich auf, wickelte mich in ein T-Shirt und meinen Strand-Sarong und ging verabredungsgemäß an den Strand, wo noch zwei Australierinnen mit mir das Auslegerboot bestiegen.
Ruhig ging es los, während rechts im Osten die Sonne immer höher stieg und man links im Westen die Berge auf Java sah: Vorne tauchte ein Delfin auf und schnell wieder ab. Der Bootsführer steuerte nach rechts und fuhr fast parallel zur Küste. Vorne sah man dann noch weitere Boote. Dann sahen wir viele Delfine. Was dann folgte, war dann leider nicht mehr sehr stimmungsvoll. Konkurrierend um die beste Sicht auf die Delfine, jagten alle Boote gleichzeitig los, sobald eine Herde der schönen Tiere zu sehen war, die natürlich blitzschnell abtauchten. Wäre ich Delfin, würde ich lieber umziehen als mich immer wieder beim Frühstück so dermaßen stören zu lassen.
Etwa zwei Stunden später waren wir zurück am Strand. Schön war hier wieder, dass uns einige Delfine noch ein Stück zurück begleiteten - sie und wir ungestört von Motorenlärm. Frühstück war nun auch für mich angesagt. Vorher hob ich noch einige hübsche Muscheln auf, was einen der allgegenwärtigen Strandverkäufer zu der Bemerkung veranlasste, ich solle doch lieber bei ihm Muscheln kaufen für einen Euro. Die seien doch viel schöner, verkündete er mir, während er mir sein Tablett mit einigen kindskopfgroßen Exemplaren entgegenstreckte. Weiß denn dieser Mensch nicht, dass man Muscheln selbst finden muss???
ausflug3%20lovina1.jpg ausflug3%20lovina2.jpg
Pünktlich stand dann um 10 Uhr Ketut vor der Tür und erzählte, dass er gestern mit der Familie noch Fisch gekauft und gegessen habe, diese lebt nur ein paar Kilometer von hier entfernt und er übernachtete dort. Und los ging´s in Richtung Ubud.
Der erste Stopp heute wurde am Git Git Wasserfall eingelegt. Dieser führte zum Ende der Regenzeit viel Wasser. Nur wenige Touris waren so früh unterwegs. Der Weg zum Wasserfall führte mich vorbei am stolzen Besitzer eines der streng verbotenen Kampfhähne. Auf meine Bitte diesen fotografieren zu dürfen, wurde dieser stolz präsentiert. Ich hätte lieber abgelichtet, wie das Tier liebevoll mit Mais weiter gefüttert wird, aber nun ja, war eben nicht so. Es ging über den Wasserlauf und vorbei an einem Reisfeld. Ein ganz schöner Morgenspaziergang. Nicht erwähnen muss ich bestimmt, dass es auch hier wieder viel zu kaufen gab und man auch wieder intensiv darauf aufmerksam gemacht wurde.
Etwas unschön: Der Eintritt beträgt 5000 Rupiah, jedoch bekam ich nur 10.000 Rupiah zurück, nachdem ich 20.000 hingelegt hatte und musste darauf hinweisen, um das Wechselgeld in korrekter Höhe wieder zu bekommen.
ausflug3%20kampfhahn.jpg ausflug3%20gitgit.jpg
Weiter zum Postkartenmotiv, dem Tempel Pura Ulun Danu Bratan. Auf Bildern im Nebel wirkt er geheimnisvoller, im heutigen strahlenden Sonnenschein jedoch recht harmlos.
ausflug3%20tempel.jpg
Weiter ging es in Richtung Ubud, meinem Ziel für die nächsten 4 Tage mit einem Halt an wunderschönen Reisterrassen.
ausflug3%20reisfeld1.jpg ausflug3%20reisfeld2.jpg
Dann gab es noch einen kurzen Stopp am Pura Taman Ayun in Mengwi. Hier informierte ein Schild, dass Frauen während der Regelblutung keinen Zutritt hätten. Wer einen Tempel mit blutenden Wunden betritt, ist unrein und verunreinigt den Tempel. In das Allerheiligste dieses Tempel darf man als Tourist ohnehin nicht, die Katze schon.
ausflug3%20unrein.jpg ausflug3%20tempelmengwi3.jpg ausflug3%20tempelmengwi1.jpg
Lustig: Ein Künstler hat sich samt Verkaufsstelle auf dem Tempelgelände eingerichtet:
Tempel%20Atelier.jpg
Am Nachmittag erreichten wir Ubud. Schon mehrere Kilometer vor der Stadt dominierten Läden und Galerien das Straßenbild, die alles Mögliche an Kunsthandwerk anboten. Ich checkte im wunderschönen Komaneka at Monkey Forest ein: zentral, bequem, intim, persönlich, mit jeder nur denkbaren Annehmlichkeit für die Gäste und absolut zu empfehlen, wenn man sich etwas gönnen will. Das angebotene Upgrade auf das nagelneue Komaneka at Bisma (stylish, supermodern, großzügig, toller Pool, atemberaubender Ausblick auf eine wild bewachsene Schlucht, trotzdem landestypisch) lehnte ich vor allem deshalb ab, weil ich die zentrale Lage des Komaneka at Monkey Forest absolut unübertroffen fand und mein gebuchter Suite room im gebuchten Hotel nur unwesentlich "schlechter" war, sofern man in dieser Kategorie davon sprechen konnte.
Heute folgte nur noch ein erster Erkundungsspaziergang durch Ubud. Das herrliche Hotelzimmer möchte ich euch aber nicht vorenthalten. Man beachte auf dem zweiten Bild meine gerettete Tasche neben dem Fernseher.
Ubud%20Hotel.jpg Ubud%20Hotel%20Fensterfront.jpg
Übrigens war für die letzten beiden Tage Candidasa-Lovina-Ubud kein Preis für das Auto vereinbart. Insgesamt habe ich Ketut für die bisherigen 4 Tage 150 Euro gegeben. 130 oder 140 Euro wären aber sicherlich auch OK gewesen. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, rechnet er mit 30 Euro pro Tag und mit 35 Euro pro Tag bei längeren Touren.
Tagestop: Der Sonnenaufgang über dem Meer.
Tagesflop: Die anschließende Hetzjagd auf die Delfine.
«
 1  2  3  4  5  6  7  8  9  10 
»