Good Karma-Masala und der Duft von Jasminblüten Urlaub in God's own Country God's own Country, das bedeutet eigentlich Kerala, wo es grün und fruchtbar ist. Aber auch die angrenzenden Bundesstaaten Karnataka und Tamil Nadu zähle ich nun einfach mal dazu. Das Aroma von Masala-Gewürzmischungen und Jasminblüten liegt über dem ganzen fabelhaf
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19.04.2015
Good Karma-Masala und der Duft von Jasminblüten
DO, 02.04.2015: Kochi-Backwaters (Allepey)
Wir verlassen Kochi Richtung Backwaters. Es ist nur ein kurzer Trip von etwa zwei Stunden. Das ist auch gut so, denn auf die Backwaters bin ich ziemlich gespannt, und ich habe nur heute um sie kennenzulernen.
Unterwegs macht Shekhar mich auf die langen Schlangen vor den Alkoholläden aufmerksam, die sich nun nach dem “dry Day” bilden. Hätte ich mich mal mit angestellt, denn in dem Resort, in dem ich heute übernachte, gibt es auch keinen Alkohol...
Vorher halte wir an einer Fabrik für Fußmatten aus Kokos. Das, was wir zum Füßeabwischen benutzten, sorgt hier sicherlich mal wieder für eine verkürzte Lebensdauer der Mitarbeiter, die ohne Schutz die Farbe aufsprühen. Hier ist man sehr, sehr freundlich. Es ist ein rein privates Unternehmen ohne Shop, ohne Eintritt, ohne Trinkgelderwartungen, nichts als die Bereitschaft mir zu zeigen, wie hier gearbeitet wird!
Ich grinse kurz vor mich hin und stelle mir vor, wie es umgekehrt wäre, würde ein Auto vor der Tür meines Arbeitgebers halten, ein paar indische Touristen aussteigen und fotografierend durch die Büros bei uns gehen...
Shekhar hat, wenn ich es richtig mitbekomme, mehrere unterschiedliche Betriebe parat, in denen er mit seinen Gästen willkommen ist, das war auch bei der Zuckerrohrverarbeitung in Mysore so. Aber er hält auch spontan an Betrieben, wenn ich halten will und übersetzt. Und auch dort werden wir freundlich und neugierig reingebeten und dürfen schauen.
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Wir fahren zunächst zum offiziellen Anleger der Fährboote. In wenigen Minuten fährt ein Schiff und liefert mich nach 2,5 Stunden in einem nahe gelegenen Ort ab, dessen Namen ich vergessen habe. Das beschert mir einen ersten Eindruck der Backwaters für 70 Rupies.
Shekhar drückt mir noch eine Flasche Wasser in die Hand und los gehts!
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Ich nehme Platz auf dem Oberdeck, wo man sich wegen der niedrigen Decke nur gebückt bewegen kann. Das ist etwas lästig, aber man hat einen prima Überblick. Die Fahrt ist entspannt, obwohl der Motor laut ist und vor mir ein Mädel aus einer Vierergruppe junger Spanierinnen unentwegt quasselt. Die Passagiere sind nur maximal zur Hälfte Touris, die allerdings ebenfalls tatsächlich nach Kollam wollen, für die anderen ist die Fähre halt ein Verkehrsmittel, das macht es authentischer als ein Ausflugsboot, und man kann weiter fahren.
Es gibt eine ganze Menge zu sehen: Ich selbst würde es nicht tun, aber die Kinder haben beim Baden im Wasser jede Menge Spaß. Ob die Frauen bei der Wäsche auch so viel Spaß haben, wage ich zu bezweifeln.
Zunächst gibt es eine Menge Hausboote, die im Laufe der Zeit knapper werden. Nun sind die meisten Boote außer unserem Fischerboote.
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Der nette Mitarbeiter wirft mich an der richtigen Stelle raus. Das Schiff hält fast gar nicht richtig an, also hüpfe ich schnell raus. Was für ein Unterschied: In der westlichen Welt hätte man das Raushüpfen glatt verboten, hier wird es förmlich von mir erwartet.
Shekhar steht schon breit lächelnd am Anleger und fährt mich zum Hotel in Allepey, dem Palmgrove Lake Resort: Eine wunderschön gelegene Anlage direkt an den Backwaters etwas abseits vom Stadtlärm, in der nicht sonderlich viel los ist. Ich habe ein Cottage mit Dusche im Freien (und einer Dusche innen), auf die ich mich schon freue. Über fleckige Bettwäsche kann ich inzwischen hinweg sehen, denn ich sehe ja an den Bügelfalten, dass sie frisch gewaschen ist. Da sind wohl die Flecken beim Schrubben in den Backwaters nicht ganz rausgegangen. Auch ansonsten ist das Niveau hier leider nicht sehr hoch, aber man ist freundlich und sehr besorgt um mein Wohlergehen und organisiert mir meine nächste Bootsfahrt völlig unkompliziert.
Mein Zuhause für heute:
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Ich sitze noch eine Weile am Ufer nur 10 Meter von meinem Cottage entfernt und werde sicher ebenso oft von indischen Touris fotografiert wie ich die Schiffe fotografiere, auf denen sie drauf sind. Ein bisschen wie im Spreewald, so finde ich, nur wärmer und ohne Gurken...
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Dann geht es weiter. Ich habe für einen Spottpreis von nur etwas mehr als 10 Euro eine dreistündige Fahrt gebucht im Paddelboot (der arme Paddler), mit dem es nicht nur auf den Hauptkanälen entlang gehen soll, sondern auch in die Seitenarme.
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Leider wird mein Wunsch stundenlang nur durch Seitenarme zu gleiten, nicht erfüllt. So viele von denen, die auch noch befahrbar sind, gibt es hier nicht, aber abendliche Ruhe senkt sich über die Backwaters, das Licht wird golden. Der Verkehr nimmt deutlich ab, nachdem die Hausboote für die Nacht vor Anker gegangen sind. Irgendwie wird alles langsamer.
Irgendwo am Ufer “entschuppt” eine Hausfrau den Fisch für das Essen. Aus einem Tempel schallt Musik, auf einem Boot wird gefeiert. Einige sind noch damit befasst ihr Essen zu angeln, während andere schon beim Baden sind. Dörfliches Leben - irgendwo in Südindien am Wasser - zum Greifen nah.
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Meinen Reis beim Abendessen teile ich mir heimlich mit einer etwas scheuen Katze. Eines der gut gewürzten Gemüsegerichte wage ich ihr nicht zu geben. Mit dem Reis ist sie zufrieden, hätte aber gerne mehr. Ich habe Angst, dass das nicht gern gesehen ist und bringe ihr eine Handvoll in eine dunkle Ecke außerhalb des Restaurants.
Morgen geht es schon wieder weiter. Schade, hier könnte ich mich verlieren: Stundenlang am Wasser sitzen mit einem Buch, den Leuten winken und gucken, wie gemächlich der Fluss des Lebens in Kerala, in “God’s own country” so fließt.
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