Good Karma-Masala und der Duft von Jasminblüten Urlaub in God's own Country God's own Country, das bedeutet eigentlich Kerala, wo es grün und fruchtbar ist. Aber auch die angrenzenden Bundesstaaten Karnataka und Tamil Nadu zähle ich nun einfach mal dazu. Das Aroma von Masala-Gewürzmischungen und Jasminblüten liegt über dem ganzen fabelhaf
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19.04.2015
Good Karma-Masala und der Duft von Jasminblüten
SO, 05.04.2015: Madurai
Heute wird es wieder angenehm warm, zumindest gemessen an den Ansprüchen von Kakerlaken, die ja bekanntlich hohe Temperaturen mögen und noch viel mehr Hitze vertragen. Daher machen wir uns schon früh auf den Weg. Da wir gestern die Priesterschule verpasst haben, geht es heute ganz früh nochmals dorthin.
In diesem Tempel ist viel los. Viele Familien sind unterwegs, deren Kinder die Ohrloch-Stech-Zeremonie absolvieren. Auch ein frisch getrautes Ehepaar begegnet mir, das jedoch eher angespannt wirkt, mich jedoch sehr freundlich anlächelt. Ich wünsche Ihnen viel Glück ("Schnappschuss" leider verwackelt).
Ich darf hier auch in das Innerste des Tempels ins Sanktuarium. Allerdings würde ich hier am liebsten gar nicht bleiben. Von hinten wird gedrängelt und geschubst, vorne geht es nicht weiter, ich fühle mich wie in einer voll gestopften Sauna, deren Ausgang ich nur in 100 m Entfernung ahne, jedoch dringend raus muss.
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Als ich es endlich zum Ausgang geschafft habe, bin ich froh und glücklich und muss mich erst einmal einige Minuten setzen und erholen. Ein Tauchbecken gibt es hier leider nicht, ich hätte es dringend gebraucht.
Nun steht die Besichtigung der Priesterschule an. Junge Menschen zwischen etwa 6 und 20 Jahren gehen in den Schulungsraum. Sie tragen eine Tasche mit Büchern bei sich, ganz wie normale Schüler. Jedoch tragen sie seltsame Schuluniformen, die lediglich aus einem gelben um die Hüften geschlungenen Tuch bestehen. Ganz wie normale Schuljungs in Indien sprechen auch diese mich an. Pünktlich um neun Uhr beginnen sie zu rezitieren. Es herrscht ein wirres Stimmendurcheinander. Der Guru wird jedoch erst später erwartet.
Ich kann mich völlig unbefangen zwischen Ihnen bewegen und sie beim Lernen fotografieren. Ganz wie normale Schuljungen wollen auch sie die Fotos sehen.
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Normalerweise ist ein Besuch auf der Dachterrasse nicht vorgesehen. Ich jedoch darf nach oben gehen und von dort aus den aus dieser Perspektive beeindruckenden Turm des Tempels fotografieren.
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In dieser Tempelanlage beeindruckt mich besonders, wie oft ich von Familien inmitten ihrer Feierlichkeiten wahrgenommen und angesprochen werde. Ein Junge wird mit einem Apfel und Süßigkeiten zu mir geschickt. Beim stolzen überreichen des Geschenkes werden wir beide natürlich vom Vater fotografiert.
Beim Verlassen des Tempels und der Schule sehe ich in einem Nebengebäude den Tempelelefanten. Der Mahut winkt mich zu sich, ich darf den Elefanten mit tennisballgroßen Reisklumpen füttern, wie niedlich diese großen Tiere doch sein können!
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Es gibt noch einen Abstecher in das Gebäude, in dem die Haare geschnitten und geopfert werden. Mehrere Friseure sitzen auf dem Boden. Ein kleines Kind schreit, die meisten Kinder sind jedoch stolz und halten ganz still. Auch Erwachsene lassen sich den Kopf scheren, der anschließend als Schutz mit gelber Sandelholzpaste bestrichen wird.
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Hier klettere ich lieber nicht rauf bei den Temperaturen:
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Und nun geht es für die deutsche Touristin und den indischen Fahrer einträchtig zum Shopping. In einem auf Baumwollwaren spezialisierten Geschäft 'Ramraj' kaufe ich einige Dhotis, während er auch einiges kauft. Was er kauft, möchte ich gar nicht so genau wissen.
Bei immer weiter steigender Hitze schließt sich ein sehr kurzer Besuch des Blumenmarktes an. Nicht zu heiß für die Verkäufer zum Herumulken:
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Unterwegs:
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Und nun geht es weiter zum Palast, den ich gestern ja schon bei Dunkelheit besucht habe. Er ist älter, aber auch deutlich kleiner als der in Mysore und natürlich lange nicht so prächtig.
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Für den Vormittag reicht es mir erst einmal. Ich brauche jedoch noch einen Snack, so dass wir zu einer Bäckerei fahren. Mit meiner Beute in der Tasche schließt sich ein Aufenthalt am Pool mit Samosas, klebrigen Süßigkeiten und einem kalten Cola an. Selbst im Wasser ist es mir zu warm, denn das Wasser hat sicherlich deutlich über 30°.
Als es am Nachmittag kühler wird, schließt sich der Höhepunkt der Stadt an. Ich besuche den großen Tempel, in dem ich mich fast 2 Stunden aufhalte. Zu interessant sind die vielen Heiligtümer und Andachtorte. Vor allem gefällt mir in den Tempeln, dass ich als Fremde willkommen bin. Leider darf man hier nur mit dem Handy fotografieren, Kameras sind nicht erlaubt. Das verstehe, wer wolle!
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Ich verlasse diesen Tempel fast mit einem heiligen Gefühl. Die Mantras, die auch hier aus Lautsprechern erschallen, die Räucherstäbchen, die besondere Stimmung durch die vielen Gläubigen und die dabei lockere Atmosphäre haben nicht wieder sehr beeindruckt und mich entschleunigt. Fast wie beschwipst verlasse ich den Tempel. Hier hätte ich noch lange sitzen und das Treiben beobachten wollen.
Die riesige Tempelanlage nochmals vom Dachrestaurant eines Hotels aus:
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