Good Karma-Masala und der Duft von Jasminblüten Urlaub in God's own Country God's own Country, das bedeutet eigentlich Kerala, wo es grün und fruchtbar ist. Aber auch die angrenzenden Bundesstaaten Karnataka und Tamil Nadu zähle ich nun einfach mal dazu. Das Aroma von Masala-Gewürzmischungen und Jasminblüten liegt über dem ganzen fabelhaf
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19.04.2015
Good Karma-Masala und der Duft von Jasminblüten
DI, 07.04.2015: Thanjore-Pondicherry
Wir verlassen Tanjore und sind auf dem Weg nach Pondicherry. Zunächst fahren wir nur wenige Kilometer weit. Wir halten recht bald an einem Dorf in dem Frauen aus Palmblättern Dächer fertigen. Wir werden freundlich in Empfang genommen. Nur ein kleines Mädchen schreit wie am Spieß, als es mich erblickt. Sie hat bisher noch keine weißhäutige Frau gesehen, ich bin ihr unheimlich. Und außerdem bin ich einen Kopf größer als indische Frauen und derzeit etwa dreimal so breit. Offenbar denkt sie,sie soll gekidnappt oder gefressen werden. Da nützt es auch nichts,dass ich ungeschickt versuche Faxen zu machen und das Mädchen zu belustigen. Das Geschrei wird immer schlimmer. Erst ganz zum Schluss traut das Mädchen sich mir zu winken wie alle anderen Dorfbewohner. Vorbei geht es zurück anbieten Betelnuss kauenden alten Frauen, die mir mit ihren roten Mündern zulachen.
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Wir halten in Darasuram, wo es einen einsamen Tempel gibt. Einsam? So ganz doch nicht. Denn hier werde ich wieder und wieder angesprochen, zunächst von einem Priester, der für mich eine Puja abhalten möchte gegen Donation. Das mache ich gerne: Hand zum Bauch (Brahma), zur Brust (Vishnu), zur Stirn (Shiva). Om namah shivaya. Wir halten die Hand über die gesegnete Flamme und streichen sie über die Augen. Das mache ich gerne, ich mag die Rituale.
Das Sanktuarium darf ich nicht fotografieren. Da versteht er keinen Spaß. Dennoch gelingt mir ein Bild, das aufgrund des Rauches von Räucherstäbchen fast ein bisschen unwirklich scheint.
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Und nach dem Verlassen des Tempels kommen Inhaber von Seidenwebereien auf mich zu, die mir ihren Betrieb zeigen möchten und mir zu völlig überhöhten Preisen Seide anbieten möchten, wie Shekhar mir vorher erklärt hat.
Schade, es wäre so ein schön friedlicher Ort gewesen.
Wir halten an einer leider sehr kommerziellen Fabrikation von Bronzestatuen. Dementsprechend kurz angebunden verhalte ich mich. Ich bin froh, als wir wieder wegkommen.
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Der nächste Tempel wartet, Gangaikondacholapuram. Hier bleibe ich unbehelligt und kann mir in Ruhe alles ansehen. Nur leider bin ich inzwischen ein wenig übersättigt von den vielen Tempeln. Somit geht es bald weiter in Richtung Pondicherry.
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Unterwegs halten wir noch einige Male, beispielsweise an einem schönen Teich mit Wasserlilien und an einer Stelle, an der Zuckerrohr verladen wird.
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Nun sind wir in Pondicherry angekommen. Ich wusste gar nicht, dass Pondicherry nicht zum Bundesstaat Tamil Nadu gehört. Und somit muss bei der Einreise in diesem Bundesstaat eine Steuer gezahlt werden.
Und übrigens fahren wir offenbar in so etwas wie den Sündenpfuhl des Südens. Alkohol soll wenig kosten und überall erhältlich sein. Als ich Shekhar von Las Vegas berichte, muss ich seine ungläubige Frage verneinen, ob Männer und Frauen denn wenigstens getrennt voneinander rauchen, trinken und spielen. Er ist geschockt.
Pondicherry ist eine Stadt mit französischem Ursprung. Und somit finden sich hier viele Relikte aus der französischen Zeit. Bei der Anfahrt ist Pondicherry allerdings eine indische Stadt wie alle. Mein schönes Hotel 'The Promenade' liegt allerdings im alten Stadtkern. Dieser ist ausgesprochen sauber und gepflegt. Von der Uferpromenade weht ein frischer Wind herüber. Ganz in der Nähe des Hotels ist die Gandhi-Statue, ein sehr schön entspannter und entspannender Stadtpark sowie der Ganesh-Tempel, der für heute mein Ziel ist.
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Der Tempel befindet sich in einer klimatisierten Halle mit glattem Boden. Eine Wohltat für meine nackten Füße, die heute in den anderen Tempeln auf heißem und unebenem Steinboden und kratzigen ebenfalls heißen Kokosmatten geplagt wurden. Eine Putzfrau weist mich darauf hin, dass ich doch bitte mit untergeschlagenen Beinen und nicht mit ausgestreckten Beinen sitzen soll, was offenbar eine Frage des Respektes ist der Religion gegenüber. Und wieder soll ich einem Kind gezeigt werden, vielleicht soll auch das Kind mir gezeigt werden, dieses jedoch hat große Angst vor mir mein Gesicht ist zu weiß, und auch mein Bestechungsversuch mit einem Bonbon fruchtet nicht.
Die größte Attraktion ist jedoch der Elefant vor dem Tempel. Dieser macht einen mörderischen Umsatz. Seine Aufgabe: er soll den Gläubigen eine Münze oder einen Schein abnehmen und diese dafür zur Segnung mit dem Rüssel auf den Kopf stupsen.
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Es geht weiter in die Einkaufsmeile zu Ram Silk. Schließlich möchte ich noch einen Lungi und eine Kurta als Mitbringsel für K. kaufen.
Um mich herum stehen vier Verkäufer, die mich beraten. Das bedeutet, die gesamte Ware wird aus dem Regal geholt und aus den Plastikfolien und vor mir ausgebreitet. Zum Abschluss des Geschäftes steht die gesamte Mannschaft für ein Foto für mich parat, für das sogar noch mehr Herren herbeigeholt werden. Nur der offensichtliche Abteilungsleiter (ganz vorne im Bild), der am wenigsten kapiert, was ich brauche, aber der seine Mitarbeiter während des Verkaufsgespräch ist mehrfach übel an geherrscht hat, drängt sich in den Vordergrund. Man stelle sich diese Situation mal in Deutschland im Kaufhof vor.
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Inzwischen ist es Zeit für das Abendessen, das ich in einem Lokal einnehme, in dem es Pizza aus dem Steinofen gibt. Die Pizza ist wirklich gut und schmeckt nur ein ganz kleines bisschen indisch.
Inzwischen ist die Promenade am Meer für den Autoverkehr gesperrt. Sie ist bevölkert von Fußgängern, die die kühle Brise genießen. Bis tief in die Nacht flanieren die Menschen hier, und nicht nur die Menschen, sondern auch ein Tier, bei dem ich nicht genau weiß, ob es eine große Maus oder aber eine kleine Ratte ist.
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