Good Karma-Masala und der Duft von Jasminblüten Urlaub in God's own Country God's own Country, das bedeutet eigentlich Kerala, wo es grün und fruchtbar ist. Aber auch die angrenzenden Bundesstaaten Karnataka und Tamil Nadu zähle ich nun einfach mal dazu. Das Aroma von Masala-Gewürzmischungen und Jasminblüten liegt über dem ganzen fabelhaf
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19.04.2015
Good Karma-Masala und der Duft von Jasminblüten
SA, 21.3.2015: Mumbai
Heute ist Indien light angesagt, das “light” wird ausgeglichen durch die 40 Grad Außentemperatur, die allerdings im Laufe des Tages durch eine frische Brise relativiert werden.
Ich gehe zu Fuß zum Gateway of India. Hier wird es das erste Mal voll, ansonsten alles sehr gechillt. So ganz bin ich noch nicht angekommen, allerdings merke ich das erst zwei Tage später. Kein Wunder, das Reisen strengt an und ich brauche eigentlich Erholung, dazu der krasse Temperaturunterschied zu Deutschland und die Zeitverschiebung.
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Ich gehe weiter durch den Stadtteil Colaba und rette mich immer wieder mal für ein paar Minuten in ein klimatisiertes Geschäft.
Plötzlich auf der Straße ein Unfall. Niemandem ist etwas passiert, sodass es bei ein wenig Streiterei bleibt und es nicht zu einer Prügelei kommt. Aber der beteiligte Mopedfahrer hat dabei seinen Eimer Farbe verloren, sodass die Straße plötzlich lustig leuchtend grün eingefärbt wird. Tja, in Indien ist das Leben bunt. Ob das wohl so bleibt oder ob, wie es in Deutschland wäre, der Schuldige die Reinigung zahlen musste? Hoffentlich ist die Farbe wasserlöslich!
Ich schnappe mir ein metered Taxi, das mich für umgerechnet keine 70 Cent (so viel auch nur, da der Fahrer keine 8 Rupies Wechselgeld hat, worüber ich großzügig hinwegsehe) zum Stadtteil Fort bringt. Englisch kann er fast gar nicht, aber er versteht, wohin ich will.
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Übrigens gibt es hier mehr Verständigungsschwierigkeiten als im Norden: Während das Hindi dort ziemlich hart gesprochen wird, wird die hiesige Sprache (Maharati, nicht jeder spricht Hindi) eher gerollt und entsprechend auch das Englisch gesprochen, als ob der jeweilige Sprecher ein rohes Taubenei im Mund hat, das weder zerbrechen noch verschluckt werden darf. Das führt auch dazu, dass der mir mitgeteilte Wucher-Wechselkurs von 5950 Rupies für 100 Euro ausgesprochen wird wie “financefighty” - hääääää?
Hier sehe ich mir den berühmten Bahnhof an, an dem vormittags die Dabbahwallahs mit traumwandlerischer Sicherheit und ohne lesen und schreiben zu können, Tausende der von liebevollen Ehefrauen gekochten Essen zu den schwer schuftenden Ehemännern bringen. Hoffentlich schaffe ich es noch, hier vormittags zu landen, denn wegen der Zeitverschiebung habe ich nur schlecht und kurz geschlafen und habe das Hotel zu spät verlassen, nämlich erst um 11 Uhr.
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Eigentlich habe ich für heute schon wieder genug, und da ich mich ja auch ein bisschen erholen will, beschließe ich, den Tag am Pool zu beenden.
Unterwegs, ja “this is India”, ein Festzug mit lauter tanzenden, gut gelaunten Menschen: Keine Ahnung, ist es eine Demo? Eine Hochzeit? Wahlwerbung? Eine Werbeveranstaltung eines Mobilfunkanbieters oder Energieversorgers? Egal, ich fotografiere eifrig, und die Betreffenden lassen sich auch gerne knipsen.
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Auf dem Weg gibt es noch einen Snack und einen kurzen Stopp an der St. Thomas Cathedral. Ich passiere den altehrwürdigen High Court. Und mit Ehrfurcht vor der Begeisterung derer, die mittags um 14 Uhr bei Gluthitze Cricket spielen, schieße ich ein paar Fotos am Oval Maiden.
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Ein Schläfchen am Pool ist erholsam nach der kurzen Nacht und dem Aufstehen gegen 5 Uhr laut innerer Uhr, zumal die angeblich noch 35 Grad aufgrund des ziemlich heftigen Windes kaum spürbar sind.
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Ich gehe ins Zimmer und dusche, verlasse dann das Hotel und genieße die Sonnenuntergangsstimmung an der Promenade mit Blick auf die Skyline. Indien hat mich wieder. Dieser Moment zwischen Verkäufern inmitten von Anblick und Geruch von quietschrosa Zuckerwatte, Popcorn und gebrannten Mandeln, Verkäufern von Tee und Wasser und Obst, bringt mich Indien näher. Ich habe heute keine einzige heilige Kuh auf den Straßen gesehen, bin in keinen Dreck getreten, bin nicht öfter als bei einem Stadtbummel in Frankfurt oder München angebettelt worden, aber in diesem Moment, in dem der typische süßlich-faulige Indienduft aus Räucherstäbchen, Blüten, Essen und Verwesung mir hier begegnet, zeigt mir, dass ich wieder da bin...
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Den Tag beschließe ich mit Wein und ein paar Snacks in meiner Club-Lounge. Ich verstehe mich mal wieder selber nicht mehr: Da mache ich so gute Erfahrungen beim ersten Besuch und fahre angstvoll und fast schon böse zum zweiten Indienbesuch. Ich bin beruhigt und freue mich auf alles, was nun kommt.
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