Good Karma-Masala und der Duft von Jasminblüten Urlaub in God's own Country God's own Country, das bedeutet eigentlich Kerala, wo es grün und fruchtbar ist. Aber auch die angrenzenden Bundesstaaten Karnataka und Tamil Nadu zähle ich nun einfach mal dazu. Das Aroma von Masala-Gewürzmischungen und Jasminblüten liegt über dem ganzen fabelhaf
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19.04.2015
Good Karma-Masala und der Duft von Jasminblüten
DO, 26.03.2015: Hassan-Nagarhole Nationalpark
Heute geht es in den Dschungel. Wieder einmal geht es superpünktlich los, und wir brauchen etwa 4,5 Stunden über Land bis nach Kabini, wo ich im Red Earth Resort einchecke.
Vorher aber gibt es Landarbeiter zu beobachten, einen Schmied, der eine Kuh beschlägt, eine Prozession, die zum Tempel zieht. Shekhar sieht alles Interessante noch vor mir und stoppt bevor ich ihn darum bitten kann. Alle lassen sich gerne beobachten und fotografieren. Ich aber bekomme fast schon ein schlechtes Gewissen, dass ich diese meistens äußerst schwere Arbeit bei der Hitze fotografiere, sie malerisch finde und mich an den Bildern ergötzten will, die so idyllisches typisches Indien zeigen.
Besonders die Frauen, die in einer Ziegelei arbeiten, tun mir Leid. Und mir fällt auf, dass hier in Behältern zu vielleicht etwa 5 bis 10 Litern das Wasser zum Bewässern der frischen Setzlinge einzeln vom Brunnen herbeigetragen wird.
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Besonderer Höhepunkt ist ein Wochenmarkt. Auf der einen Seite wird Gemüse verkauft. Hier finden sich auch viele Frauen.
Auf der anderen Seite werden Kühe verkauft, Hier finden sich fast ausschließlich Männer. Man steht hier um mich herum und starrt mich genau so neugierig an, wie ich die Geschäfte anstarre. Und immer wieder muss Shekhar auf Kannada beantworten, dass ich aus Deutschland sei.
Die Geschäfte übrigens werden geheim unter einem Handtuch ausgehandelt, unter das beide Geschäftspartner die Hände stecken und per Fingersprache den Preis für die Ware aushandeln.
Ich finde, dass die Kühe bildschön sind: Sie sind sauber gewaschen und auf der Stirn mit Farbe und manchmal auch mit Blumen geschmückt.
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Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich ohne Begleitung und “Coaching” durch Shekhar hier so unbefangen bewegt hätte.
Es geht dann noch eine ganze lange Zeit weiter. Shekhar kennt das Resort nicht, er muss einige Male fragen, und auch die Navi, die ich auf dem Handy habe, hilft weiter. Kurz vor der Ankunft im Nirgendwo frage ich mich noch, wo ich denn hier wohl gelandet bin, aber das Resort selbst sieht nur von außen unscheinbar aus.
Zunächst aber werde ich mit viel Tam-Tam empfangen, muss mir viel zu viel anhören und etliche Fragen beantworten.
Um Shekhar tut es mir an dieser Stelle Leid. Ich werde so in Beschlag genommen, dass ich keine Gelegenheit habe mit ihm noch zu besprechen, ob ich ihn an den beiden kommenden Tagen brauche und wann wir übermorgen abfahren. Tja, im einen Moment noch der kompetente Betreuer der doofen Touristin, die sich ohne ihn nicht auf den Markt getraut hätte und die an seinem Rockzipfel hängt, im nächsten Moment vom Hotelpersonal aufs Abstellgleis gestellt und herumkommandiert. Kein Wunder, dass es Anil auf der letzten Reise irgendwie schwerzufallen schien damit umzugehen und er mir gegenüber daher gelegentlich den großen Max hat heraushängen lassen.
Den Nachmittag verbringe ich am leeren Pool, am späten Nachmittag mache ich einen Bummel entlang des Ufers des Sees bis die Sonne untergeht. Hier gibt es einen Mangotree, der zum Resort gehört, der spendet Schatten und (leider noch unfreife) Früchte. Überhaupt ist das gesamte Resort wie ein blühender Garten Eden mit Papaya, Mango und Jackfruit.
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Ist jemand der Meinung, in Indien ist es immer voll? Beiweitem nicht: Ein Paar, das ein Boot belädt, ein Mädchen, das die Hühner einsammelt, ein Bauer, der die Ziege abführt, das war es. Eine Inderin sitzt abseits auf der Wiese und schaut auf den See. Das war es in einer Stunde Spaziergang. Nur in der Nähe des Resorts sind Touristen unterwegs. Es gibt heute einige Gäste, die aus Deutschland kommen, es soll einen Platz mit Feuer und Musik geben, aber erst einmal muss ich in so einer Nussschale fahren, 20 Minuten lang. Die ganze Zeit überlege ich, wie ich um Himmels Willen hier jemals wieder herauskommen will. Aber es gelingt, und auch ein schönes Foto Richtung Sonnenuntergang ist vom Wasser aus gelungen.
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Diese kleinen Hotels mag ich. Und ich mag sie auch wieder nicht, wenn sie allzu familiär sind. Irgendwie stehe ich mehr unter Beobachtung als mir lieb ist und ich fühle mich ein bisschen überbehütet. Aber die meisten Mitarbeiter hier finde ich super. Nach dem üblichen Smalltalk ziehe ich mich früh zurück. Morgen ist Wecken um 4.30 Uhr, denn es geht auf Tigersafari.
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