Incredible India - meine neue, große, bunte, aufregende Liebe Madam, your car is ready for you now! Ein wenig orientierungslos laufe ich durch die Reiseführerabteilung des Hugendubel und überlege, was es abends zu essen geben könnte. Kochen? Nee, zu müde. Also was bestellen. Aber was? Oder gehst du doch noch schnell ein paar Zutaten für Spaghetti Aglio
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10.11.2013
Incredible India - meine neue, große, bunte, aufregende Liebe
DO, 24.10.: Ranakpur to Udaipur
Ich verabschiede mich von meiner Entspannung auf dem Land. Über das Fort Kumbalgarh soll es heute bis Udaipur gehen, mein letztes Ziel in Rajasthan. Eigentlich wollten wir hier schon deutlich früher eintreffen, aber wir halten unterwegs so oft, dass die "estimated arrival time" letztlich erst bei fast 17 Uhr liegt.
Die Straße windet sich durch saftig grünen Dschungel immer höher. Immer wieder leben ganze Horden von Lemuren am Straßenrand. Wir halten einige Male an. Die frechen Gesellen springen auf das Auto. Die Fenster müssen die meiste Zeit zu bleiben, denn sonst kommt eine vorwitzige Pfote hinein.
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Das Projekt mit der Schule steht ja noch an. Schule beginnt im Winterhalbjahr erst gegen 10 Uhr. Wir treffen den ganzen Vormittag über Schulkinder, ich werde meine gesamten Pens los. "Jeder nur einen, bitte", aber sie werden mir förmlich aus den Händen gerissen. Auch meine Luftballons und einen Großteil meiner Sticker werde ich los. Adrett sehen sie aus, die Jungs und Mädels in den überwiegend blauen Uniformen, die Mädels tragen alle ihre Haare geflochten mit roten Schleifen. Keiner bedankt sich, einige Lächeln nicht einmal, aber die meisten freuen sich sichtlich und winken zum Abschied.
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Wir fahren eine richtig spannende Strecke über das platte Land. Immer wieder rufe ich "stop for photo, please", und Anil hält. Ein Chilifeld, eine Frau mit Kind am Brunnen, Männer, die mit ihrem Ochsen die Pumpe bedienen, mit denen sie Wasser für die Felder hochbefördern, Frauen mit großen und gefüllt sicherlich sauschweren Wasserbehältern auf dem Kopf. Hier ist es schon toll, jemanden dabei zu haben, der mit den Leuten reden kann, der übersetzt, was ich will und die Leute bitten kann, mir ihr Treiben vorzuführen, was sie bereitwillig machen.
Wir halten oft, besonders oft am Wasser. Einige Male kann ich einen Kingfisher leuchtend blau über Wasser fliegen sehen und, hurra, mir gelingt es mir sogar einen davon so zu fotografieren, dass man das herrlich blaue Gefieder sehen kann.
Wir halten auch bei einer Kolonie Flughunde. Einmal schlängelt sich bei einem Stopp eine riesige Schlange auf den Weg. Als ich sie entdecke, ist sie aber schnell wieder im Grünen am Wegesrand verschwunden. Eine schwarze Mamba sei das gewesen, boah, wie unheimlich!
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Kumbalgarh, die eigentliche Sehenswürdigkeit auf der Tour, wird zur Nebensache. Imposant sieht es schon aus und es bietet auch tolle Ausblicke. Mehr als eine Stunde brauche ich aber nicht, obwohl ich auch den eher abgelegenen Teil rechts des Eingangs besuche, wo ich ganz allein bin.
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Es schließen sich nach dem Mittag noch knapp zwei Stunden Fahrt bis Udaipur an. Ich bin inzwischen etwas müde und quengelig, muss mich erst einmal eine Stunde ausruhen und mit einer Dusche erfrischen. Das Restaurant auf dem Dach des Hotel Sargam Sadan direkt am Pichola See bietet einen schönen Ausblick, wenn auch keinen Premiumblick, aber das Essen ist nicht gut und es ist laut hier. Man versucht die Gäste mit Musik zu beschallen und von Indien durch "California Dreaming" abzulenken. Das gefällt mir gar nicht.
Ich brauche aber wohl auch dringend eine Mütze voll Schlaf, ziehe mich früh ins Zimmer zurück und lindere meine Internet-Entzugserscheinungen.
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