Incredible India - meine neue, große, bunte, aufregende Liebe Madam, your car is ready for you now! Ein wenig orientierungslos laufe ich durch die Reiseführerabteilung des Hugendubel und überlege, was es abends zu essen geben könnte. Kochen? Nee, zu müde. Also was bestellen. Aber was? Oder gehst du doch noch schnell ein paar Zutaten für Spaghetti Aglio
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10.11.2013
Incredible India - meine neue, große, bunte, aufregende Liebe
DI, 30.10.: Varanasi to Delhi
Der Tag beginnt mit zwei faulen Stunden am Pool. Komisch, irgendwie hat die Sonne mir die ganze Zeit über so gar keine Probleme gemacht. Ich habe nicht den geringsten Sonnenbrand gefangen.
Und wieder mal beantwortet Indien mir meine mal mehr und mal minder profanen Fragen. Ich laufe durch das Hotel und überlege, ob es wohl üblich ist, dass es hier keinen Zimmerservice gibt und beschließe, mich da mal umzuhören, da begegnet mir der Boy vom Housekeeping. Es tue ihm Leid, es habe mein Zimmer die letzten Tage nicht gereinigt. Er habe mich nie angetroffen, es gebe nur diesen einen Schlüssel. Ob das in den anderen Hotels auch der Grund war? Und falls ja, warum hat mich niemals jemand darauf hingewiesen, dass ich den Schlüssel besser abgeben soll, wenn ich gehe?
Ich muss Varanasi nun verlassen und kann wieder eine neue Stadt meiner Favoritenliste hinzufügen. Mit dem Packen der Tasche und der Fahrt zum Flughafen realisiere ich, dass der Urlaub nun bald zu Ende ist. Der wirklich nette Fahrer, der mich auch schon abgeholt hat, fährt mich wieder.
Wieder mal viel zu früh bin ich am Airport. Selbst hier kann ich in Bezug auf ein Buch den Preis verhandeln, das ich schon vorher im Hotel in Ranakpur zu einem viel zu hohen Preis gesehen habe. Hier kostet es nur die Hälfte. Ich kann einiges nachlesen, gut aufbereitet zu Dingen, die ich in den letzten Wochen hier gesehen und erlebt habe, bei denen aber Anils Sprachkenntnisse nicht ausreichend waren sie mir zu erklären. Er ist eben Fahrer und kein Guide.
Der Check-In beginnt zwei Stunden vor Abflug. Gut finde ich, dass hier mit Kabelbindern unverschlossene Reißverschlüsse meiner Tasche gesichert werden. Allerdings hoffe ich, dass sich in Delhi im Hotel eine Schere finden lässt.
Der Flug wieder auf die Minute pünktlich, mein Gepäck ist schnell da. Übrigens darf man bei Jet Airways 15 kg frei mitnehmen, ich habe 15,8 kg, das wird mit keinem Wort erwähnt.
Zuverlässig werde ich am Ausgang des Terminals von Subash erwartet, einem Fahrer von Ashok, der mir wortkarg den Koffer abnimmt und mit Siebenmeilenstiefeln vor mir herstürmt zum Auto.
Er liefert mich am Metropolitan Hotel ab, einem luxuriösen Fünfsterneladen. Ich finde, nach dem vielen Heritage habe ich mir das in der Metropole auch redlich verdient.
Allerdings genieße ich den Luxus nur einen sehr kurzen Moment. Es ist Zeit für's Abendessen und der Connaught Circle wartet hierfür auf mich. Nun folgt der nächste Kulturschock. Der Connaught Circle ist das Zentrum des modernen Delhi. Ein Markengeschäft reiht sich an das Nächste, dazwischen immer wieder Läden mit hübscher indischer Mode. Ich schlendere ein bisschen, probiere ein paar Kurtas an. Leider scheinen Inderinnen etwas anders zusammengebaut zu sein als ich. Die Kurtas schlabbern unten und spannen oben. Lediglich eine Tunika darf mit. Schade, einige der Oberteile sind absolut schlicht und schön und auch für den europäischen Geschmack zu haben und würden in etwas anderem Schnitt super aussehen.
Ich laufe zu Hochform auf, der irre Shoppingscannerblick bestimmt das, was ich sehe und was nicht. Die Zivilisation hat mich wieder. Das ist auch nötig, denn so tief, wie ich in diese Welt eingetaucht bin, brauche ich sicher noch ein bisschen Vorbereitung auf das harte, kalte, geradlinige Deutschland.
Ich entdecke "Wenger's", eine Konditorei und kann mich kaum entscheiden. Mehr als zwei der leckeren Teilchen schaffe ich nicht, auch wenn sie klein sind. Ich entscheide mich für Lemon und Walnuss. Toller Laden, wirkt irgendwie antiquiert, nobel, doch bodenständig und ist brechend voll.
Ich gehe nun richtig essen, finde als erstes einen Mexikaner. Echt krass, die Inder mit den Sombreros hier können wirklich fast als Mexikaner durchgehen, lediglich ihre Körpersprache verrät sie, wenn sie als Geste des Respektes mit der Hand zum Herzen greifen, nachdem sie meine Bestellung aufgenommen haben.
Und schwupps, mit einem Fingerschnippsen bin ich plötzlich mental um die halbe Welt gereist. Das Essen schmeckt wie in den Tex-Mex-Lokalen in den USA, die Margarita wird mir voll korrekt mit Salzrand serviert, theoretisch kann ich sogar Steak bestellen. An der Decke hängen Fernseher mit Sportsendungen. Allerdings steht das Personal typisch indisch gebannt davor und schaut zu, wer wohl gerade beim Baseball gewinnen mag. Das ist allerdings ganz anders als in den USA.
Der Tuk Tuk Fahrer, der mich den kurzen Weg zurück fährt, macht mit mir sicher das Geschäft seines Lebens, aber ich habe keine Lust um 20 Rupies zu feilschen. Heute habe ich nicht viel gemacht, eigentlich nur herumgesessen, aber die Reise war schon sehr anstrengend und ich bin KO ohne Ende. Ich falle nach einer heißen Dusche in mein luxuriöses Bett und bin in kürzester Zeit weg.
Übrigens: Fotografiert habe ich heute gar nichts, nicht einmal zu Dokumentationszwecken, daher finde ich, dass dieser Transfertag der richtige Zeitpunkt ist, fast schon zum Abschied Bilder hauptsächlich aus der Kategorie "Verkehrswesen" zu zeigen, die einfach ein paar Eindrücke sozusagen im Vorbeigehen oder Vorbeifahren darstellen.
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