Incredible India - meine neue, große, bunte, aufregende Liebe Madam, your car is ready for you now! Ein wenig orientierungslos laufe ich durch die Reiseführerabteilung des Hugendubel und überlege, was es abends zu essen geben könnte. Kochen? Nee, zu müde. Also was bestellen. Aber was? Oder gehst du doch noch schnell ein paar Zutaten für Spaghetti Aglio
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10.11.2013
Incredible India - meine neue, große, bunte, aufregende Liebe
MI, 31.10.: Sightseeing Delhi
Heute ist Powersightseeing angesagt. Um 9 Uhr werde ich abgeholt, wieder von Subash, der heute schon ein wenig mehr auftaut. Ist vielleicht Teil der indischen Mentalität dem geehrten Kunden gegenüber zunächst mal überkorrekt aufzutreten aus Angst etwas falsch zu machen.
Wir haben ein straffes Programm vor uns. Zunächst bietet mir aber auch diese hochmoderne Metropole Indien pur. Auch hier hängt Wäsche von Hotels und Restaurants zum Trocknen auf langen Leinen über irgendwelchen Wiesen.
Allerdings sehe ich auch Mädchen beim Fußballspiel und die eine oder andere Frau am Steuer. Das war bisher nicht so.
Es geht in die Altstadt. Das erste Ziel ist die Jama Masjid, die große Moschee. Hier trifft mich fast der Schlag. Gleich mehrfach nacheinander will man Geld von mir. Erst Eintritt, dann eine Gebühr für einen hässlichen geblümten bodenlangen Frisierumhang, obwohl ich doch züchtig gekleidet bin, dann noch eine Kameragebühr, insgesamt fast 9 Euro umgerechnet. Alles wird streng und ohne Charme eingefordert. Na Prost Mahlzeit, wenn das so weiter geht, dann brauche ich dringend spätestens um 11 Uhr einen ATM. (Nein, es ging nicht so weiter, vieles heute war sogar kostenfrei.)
Das Gebäude allerdings lohnt sich, ich hätte nicht darauf verzichten mögen. Vergleicht man die Fotos mit denen des Taj Mahal, sieht man, dass die Türme in die Mitte zu fallen scheinen. Das ist beim Taj Mahal nicht so, denn dessen Türme sind leicht nach außen geneigt.
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Nun geht es zum roten Fort. Das ist eine nette, großzügige Anlage, allerdings bei weitem nicht so beeindruckend wie die Forts, die ich in den letzten Wochen gesehen habe.
Am roten Fort ist man übrigens sehr auf Sicherheit bedacht - indem man eine Knarre direkt auf den Eingang richtet, an dem die Besucher wieder mal unsägliche Sicherheitskontrollen passieren müssen.
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Auf dem Rückweg zum Auto schlendere ich durch den Bazar Chandni Chowk, das ist nicht so spannend, irgendwie sind viele Läden (noch?) geschlossen. Ist heute Freitag und die Läden sind eventuell in muslimischer Hand? Nö. Na ja, vielleicht machen die ja später auf.
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Nun geht es zu Gandhi, erst zum Memorial, dann zum Museum. Hier begegnet man dem Besucher ausgesprochen hilfsbereit und freundlich. Den "Talisman", einen Leitspruch von Gandhi, bekomme ich auf einem Zettel mit, darf mir außerdem Prospekte nehmen. Ich entscheide mich für einen mit dem Lebenslauf Gandhis und beschließe ganz fest, mir den Film demnächst unbedingt mal wieder anzusehen. Ich mag keine Devotionalien, aber es ist die Kleidung ausgestellt, die Gandhi trug, als er ermordet wurde. Mir wird ganz anders hier, also noch ein Thema, über das ich mein Wissen dringend vertiefen muss.
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Nun geht es zum Hanuman Mausoleum. Das ist toll anzusehen.
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Ich bin ein bisschen müde und hungrig, aber habe noch viel vor. Also Zähne zusammenbeißen und weiter geht es, nämlich in die Lodhigardens. Diese finde ich wunderschön. Eine schön angelegte Anlage, viel Grün, viel Schatten, Und hier ist auch ausdrücklich eine Joggingstrecke ausgewiesen, die von einer Frau auch genutzt wird. Viele Menschen sitzen auf den Wiesen, unter ihnen viele turtelnde Paare. In den Parks ist Zeit und Raum für Zweisamkeit, wenn auch nicht unter vier Augen.
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Boaaah, noch einiges steht auf der Liste, Subash zieht es ruhig und freundlich durch. Ich wette, Anil hätte da schon diskret den einen oder anderen Vorschlag gehabt.
Wir fahren zum Qutub MInar. Hier ist das physisch und inhaltlich Herausragende ein prächtig verziertes Minarett. Ich schlendere ein bisschen auf der großzügigen Anlage herum. Eine Gruppe Menschen schaut lange in einen Brunnen. Was wohl Interessantes darin sein mag? Ich klettere hoch um in die Öffnung schauen zu können, erwarte mindestens einen Froschkönig darin und sehe ... eine riesige Menge von Plastikflaschen, na prima!
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Das letzte Ziel für heute ist der Lotustempel, in dem Menschen aller Religionen beten können, fotografieren und Handys verboten. Sehr durchorganisiert und gesittet geht es hier zu. Besucher müssen sich in langen Reihen anstellen und werden freundlich im Gänsemarsch eingelassen.
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Als ich beim Hotel ankomme, sind locker 9 Stunden herum und mir knurrt der Magen. Seit dem Frühstück habe ich nicht mehr gegessen. Rückblickend wäre es wohl nicht verkehrt gewesen, lieber zwei halbe Tage Sightseeing zu buchen, bzw. hätte ich das Red Fort (wegen der vielen Forts zuvor) samt gegenüber liegendem Bazar (weil es diese auch in den letzten Wochen zur Genüge gab) und den sehr modernen Lotustempel etwas außerhalb der Stadt einsparen können zugunsten einer erholsamen Stunde in den Lodhigardens.
Ich finde ein wieder mal modernes Lokal mit guten Cocktails und leckerem Essen, gehe vorher natürlich noch bei Wengers vorbei, lasse mich gelassen von dem Tuk Tuk Fahrer von gestern einfangen, der mich so freundlich begrüßt, dass mir klar wird, dass ich gestern wohl mindestens den dreifachen Preis vom Normalen gezahlt habe. Früh sitze ich im Bett, genieße den Luxus eines funktionierenden Fernsehers und einer nur leise summenden Klimaanlage und freue mich mit ein wenig Wehmut auf meinen letzten Tag mit meiner neuen großen Liebe.
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