Malaysia und Singapur 2011 Malaysia? Malaysia! Und wieder einmal wollte ich einem nicht enden wollenden deutschen Winter entgehen. Dieses Mal relativ kurzfristig, erst im Januar 2011, stand die Planung, wieder sollte es eine Rundreise werden, aber mit dem Mietwagen auf gut ausgebauten Straßen, die mit den Werbeschildern
Reisen, Urlaub, Ferien Bewertung wird geladen...
16.08.2011
Malaysia und Singapur 2011
Melaka: Multikulti light, Piraten und Koloniales (2 Nächte)
So langsam sollte ich es doch mal endlich gelernt haben, man muss nicht immer 3 Stunden vor Abflug am Flughafen sein, auch nicht, wenn man noch das Auto volltanken muss. Für einen Euro gibt es nun, nachdem der Euro nicht mehr so viel Wert ist, leider nur noch etwas mehr als 4 RM (Ringgit Malaysia), ein Liter Sprit kostete hiervon 1,9 RM, wenn ich mich recht erinnere und somit war der halbleere Tank für weniger als 10 Euro wieder aufgefüllt. Das funktioniert übrigens ähnlich wie in den USA oftmals mit der Kreditkarte an der Zapfsäule und das wiederum funktioniert ähnlich wie in den USA oftmals nicht, sodass man ein wenig probiert, ratlos guckt, ein wenig flucht, sich die Säule freischalten lässt und nach dem Tanken normal am Schalter bezahlt.
Bei der Ankunft am Flughafen wurde ich schon von einem Kasina-Mitarbeiter in Empfang genommen, der das Auto völlig unkompliziert wieder übernahm, obwohl die Öffnung doch angeblich erst eine halbe Stunde später sein sollte. Dort gibt es übrigens kein Rental Car Return, im Zweifelsfall stellt man das Auto einfach auf den Parkplatz und lässt den Schlüssel stecken. Die Mitarbeiter finden es dann schon, wie mir erklärt wurde.
Auf den Flug nach Kuala Lumpur nahmen übrigens viele Passagiere ihre Wasserflaschen mit, die wurden einem dort nämlich nicht abgenommen und irgendwie schien es mir ein Wunder, dass auch wirklich alle in der richtigen Maschine landeten, was aber wohl eher dem Umstand geschuldet war, dass dort nicht so viele Maschinen gingen.
Wieder mal in KL gelandet, sammelte ich meine Tasche ein und machte mich auf die Suche nach dem nächsten Autovermieter. Leider hatte Europcar dort keinen Schalter. Als ich telefonisch nachfragte, wohin ich müsse, klärte man mich darüber auf, dass ich mit einem Schild abgeholt würde. Das wäre eine Info, die Sunny Cars sinnvollerweise in die Unterlagen aufgenommen hätte, dann wäre ich auch relaxter gewesen.
Ich wurde also in meinem Proton Persona abgeholt, in einem Parkhaus machte man den Vertrag fertig, ich bekam eine Münze zum Ausfahren in die Hand gedrückt und war nun unterwegs. Wieder ging bei dem Versuch zu blinken der Scheibenwischer an, denn hier waren Blinker und Scheibenwischer wieder montiert wie bei deutschen Autos.
Schnell wusste die Navi, wo ich war und zeigte mir den Weg über die Autobahn in Richtung Melaka. Das hätte etwa 2 Stunden gedauert. Den wollte ich nicht, denn ein bisschen Bammel hatte ich noch vor dem mir unbekannten Mautsystem und außerdem hatte ich Zeit und wollte etwas sehen. Also fuhr ich über Dörfer, vorbei an Garküchen und Mac Donalds, vorbei an Baracken und bombastischen Verwaltungsgebäuden, überholte jede Menge Mopeds und wurde teilweise auch von denen überholt an Stellen, an denen eigentlich nur noch eine Handbreit Platz war.
Gegen Nachmittag kam ich bei etwas Wind und Wolken in Melaka an und fragte mich, wie ich früher ohne Navi überhaupt zurecht gekommen bin. Das Ding erleichtert schon so einiges, nur leider kann ich nun nur noch in Länder fahren, für die es Kartenmaterial gibt, denn ohne wäre ich nunmehr verloren.
OK, Melaka bietet ein paar niedliche Straßenzüge um die Jonkerstreet, in denen es ein Museum zur Baba- und Nonya Kultur gibt (chinesich-malayische Mischehen), jede Menge Lädchen, koloniale Gebäude, Moscheen, buddhistische und Hindutempel, sehr schöne Cafés und Kneipen. Hier hatte ich auch mein Hotel, hatte mich für 2 Nächte im "Courtyard at Heeren" einquartiert, einem sehr neuen und stylischen Boutique-Hotel in einem alten chinesischen Handelshaus.
Achtung, so niedlich das Hotel ist, zwei Sachen muss man bereit sein in Kauf zu nehmen: Die Zimmer sind arg dunkel, sodass man ohne Licht nicht lesen kann, denn sie haben nur sehr schmale Lichtschächte. Außerdem ist keine tatsächliche Trennung zwischen Zimmer und Bad vorhanden, nur so eine Mauer aus durchbrochenem Sandstein und eine verglaste Schiebetür, die nur teilweise aus Milchglas besteht, sodass Leute, die sich nicht sehr nahe stehen, sich wohl besser gegen das Hotel entscheiden sollten, sofern sie nicht hör- und sehbehindert und ggf. geruchsunempfindlich sind. Mir als Alleinreisender war das natürlich sowieso ziemlich egal.
Man legte übrigens großen Wert darauf, dass ich mich hier wohlfühlte, servierte mir am Nachmittag Kaffee auf´s Zimmer, WLAN war wie oft in Malaysia gratis und das Trinkgeld am nächsten Morgen wurde vom Bett sorgfältig auf den Schreibtisch geräumt. Allerdings hat man mir das Trinkgeld vom zweiten Morgen zumindest bis jetzt noch nicht nach Deutschland hinterher geschickt, welche Frechheit!
Dann ging´s los, erst einmal etwas essen im Geographer´s Café um die Ecke, dann ein wenig in und um die Jonkerstreet bummeln, ein paar Souvenirs kaufen.
P1000124.jpg P1000195.jpg P1000151.jpg P1000161.jpg
Bei Dunkelheit ging ich in das historische Zentrum auf die andere Seite des Flusses, wo eine Handvoll weiterer netter Kneipen war und einige historische Bauten. Somit hatte ich im Grunde schon alles gesehen und hätte rein theoretisch morgen schon wieder abfahren können.
P1000108.jpgP1000110.jpg
Aber da ich zwei Tage hatte, besichtigte ich am nächsten Tag gewissenhaft noch das historische Zentrum, das portugiesische Fort und einige Museen, in denen ich mich über die Rolle Melakas als umkämpfter Ort an strategisch wichtiger Stelle informierte und durchkämmte nochmals die ganze Altstadt noch einmal inklusive der buddhistischen und hinduistischen Tempel und der Moschee, zu denen mich ein indischer Trishaw-Fahrer fuhr, den ich nach seiner körperlichen Konstitution ausgesucht hatte. So einem kleinen, schmächtigen, alten chinesischen Mann von unter 50 kg hätte ich mich nicht unbedingt aufbürden wollen.
P1000138.jpg P1000142.jpg P1000163.jpg P1000169.jpg P1000177.jpg P1000184.jpg
Ein wenig Zeit fiel während eines Regenschauers auch noch ab für einen Besuch in der Megamall, wo es neben einheimischen Marken auch noch allerlei Internationales gab, was man eben auch in den USA und in Europa so bekommt.
Melaka ist schmuck, niedlich herausgeputzt und macht etwas aus sich, ist aber insgesamt eher klein, sodass man bei Ankunft am frühen Nachmittag gezielt das wesentliche am Rest des Tages besichtigen kann. Melaka gefiel mir aber auch so gut, dass es kein Problem war, mich öfter mal in ein Café oder auf eine Bank zu setzen und einfach ein bisschen zu gucken. So ging die Zeit auch bei zwei Übernachtungen sehr angenehm herum.
Hier in Melaka übrigens kann man herrlich indisch essen, Malay Food genießen, Chinesisches probieren. Von edlen Restaurants bis zu Hawker Stalls (Essenstände auf der Straße oder in Food Courts) gibt es das hier in allen Preiskategorien. Und wer lieber westlich essen will, findet auch ohne Probleme ein nettes Café, einen Pizza Hut oder Burger King.
«
 1  2  3  4  5  6  7  8  9  10 
»