Malaysia und Singapur 2011 Malaysia? Malaysia! Und wieder einmal wollte ich einem nicht enden wollenden deutschen Winter entgehen. Dieses Mal relativ kurzfristig, erst im Januar 2011, stand die Planung, wieder sollte es eine Rundreise werden, aber mit dem Mietwagen auf gut ausgebauten Straßen, die mit den Werbeschildern
Reisen, Urlaub, Ferien Bewertung wird geladen...
16.08.2011
Malaysia und Singapur 2011
Cameron Highlands: Another cup of tea? (2 Nächte)
Nachdem ich zugesehen hatte, wie fleißige Mitarbeiter die Hinterlassenschaften des Flusses entfernt hatten, suchte ich nach der Flussüberquerung mein Auto wieder und fuhr nach Tanah Rata, zum Glück nun bei strahlender Sonne.
Apropos: Könnt ihr euch das schöne Gefühl vorstellen, wie es ist, auf einem leeren Parkplatz zu stehen, die Alarmanlage des Autos geht an und man hat keine Ahnung, wie die wieder ausgeht? Und könnt ihr euch das schöne Gefühl vorstellen, wie es ist, wenn man dann die Bedienungsanleitung gefunden hat und ungläubig feststellt, dass diese auf Malay geschrieben ist und könnt ihr euch vorstellen, wie herrlich es ist, wenn der Schmerz nachlässt, weil ein netter Malaye ankommt und den Trick kennt. Für alle sei er verraten: Man muss einfach nur das Knöpfchen an der Fernbedienung drücken. Das Auto anlassen, die Bremse treten, alle Türen auf- und wieder zuschließen, die Hupe selbst drücken, den Warnblinker an- und ausschalten, das hilft nichts, lasst es euch aus meiner Erfahrung gesagt sein!
Unterwegs hielt ich an und lauschte dem Dschungel. Während man durch ihn hindurchgeht, sieht man keine Tiere und irgendwie hat man den Eindruck, man geht eben durch den Wald. Hält man an und hat keine quietschenden Schulklassen und witzelnden Studenten um sich herum, stellt man den Motor ab, ist´s plötzlich ruhig und man hört nur noch den Dschungel. Und das ist wirklich wie zu Beginn des Films "Rio": Eine typische Regenwaldgeräuschkulisse, wie sie auch in den Rainforestcafés in den USA eingespielt wird mit Schreien, Fiepen, Rauschen, Klappern. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber diesen Sound gibt es wirklich in der Natur!
Schneller als erwartet kam ich dann in Tanah Rata an, das mitten in den Cameron Highlands liegt. Nun wurde es britisch. Die Cameron Highlands waren früher die Sommerfrische der Briten, die in Malaysia lebten. Hier gab es Teeplantagen und Teehäuser, noch mehr Dschungel (aber etwas kühler und gemäßigter) und einen richtigen Ort mit Starbucks.
Mein Zimmer im Century Pines Resort konnte ich sofort beziehen, nachdem die langsame und umständliche Eincheckprozedur beendet war.
Das Hotel erinnerte irgendwie an so manches Kettenhotel in amerikanischen Großstädten, war eher ein Businesshotel als landestypisch, das bei einer weniger schlampigen Führung (vieles im Zimmer war defekt) sicherlich richtig gut sein könnte. Der Reiseführer warnte vor dem lauten Muezzin der Moschee in unmittelbarer Nachbarschaft. Diesen hörte ich wohl, aber gemäßigt. Trotzdem war es in dem Hotel unerträglich laut, was aber an den vielen Großfamilien mit unzähligen Kindern lag, die laut kreischend sich gegenseitig durch die große hallende Halle verfolgten und sich von Zimmer zu Zimmer bei offener Tür unterhielten, selbst wenn dazwischen 10 andere Zimmer lagen. Chaos absolut auch in dem großen, für den Andrang dennoch viel zu kleinen Frühstücksraum, sodass ich am zweiten Morgen auf das Frühstück verzichtete.
Erst einmal checkte ich nach 2 Tagen Internetabstinenz in der lauten Lobby Mails und die Lage in Japan. Dass im Forum auf USA-Reise.de gerade ein Thread eröffnet wurde, in dem es um die Frage ging, ob man angesichts der zu erwartenden atomaren Wolke derzeit in die USA reisen könne, trug nicht gerade zur Beruhigung bei, aber dann sah ich mir mal an, wie nah Tschernobyl an meinem Heimatort war im Vergleich zu der Entfernung Tokyo - Malaysia.
Andere Gäste des Hotels schien das übrigens gar nicht so sehr zu beschäftigen, die waren wohl eher mit anderen Diskussionen befasst mit ihren Ipads auf dem Schoß. Im TV lief nichts als chinesische Soaps und auch im Ort sah man keinesfalls Menschentrauben, die fasziniert auf Bildschirme mit dem Programm von CNN oder BBC starrten.
Wie auch immer, nun musste ich erst einmal in eines der vielen Restaurants gehen, wieder mal indisch essen (herrlich!). Dann lief ich einen der Trails, die direkt hinter dem Hotel starteten, begleitet von einer Horde Kinder, die ihre Englischkenntnisse mit mir ausprobierten.
P1000308.jpg
Richtig britisch wirkte es hier, vor allem auf dem Sportplatz hinter dem Hotel, auf dem Kinder trainierten. Ich setzte mich ein wenig hin und sah zu.
Abends gab es dann nur noch eine Kleinigkeit, dann einen großen Kaffee bei Starbucks, dann noch eine Fußmassage, sehr wohltuend!
Nun hatte ich noch einen ganzen Tag um mir mehr hiervon anzusehen. Ich fuhr ein Stück sozusagen zurück in Richtung Tapah, einer Strecke, die sich runterschlängelte. Zuerst stoppte ich an einer Teeplantage mit herrlichem Ausblick.
P1000324.jpg P1000326.jpg P1000328.jpg P1000331.jpg
Ich fuhr dann die Straße weit zurück bis zu einem großen Wasserfall, der im Reiseführer beschrieben wird, hier war es unterwegs idyllisch und immer wieder gab es Ausblicke auf saftiges Grün.
P1000335.jpg P1000341.jpg P1000345.jpg P1000350.jpg
Vom Wasserfall ausfuhr ich wieder hoch und bog in eine schmale Straße ab, die zu einer Teeplantage führte, die ich genauer besichtigen wollte. Nur leider gab es heute keine Führungen - auch gut.
Zu dieser Teeplantage gehörte ein Aussichtspunkt. An ihrem Loose sollt ihr sie erkennen, die anderen Deutschen und an ihrem Lonely Planet seht ihr, dass sie wahrscheinlich als Backpacker unterwegs sind: Zwei junge Mädels, die ihren Resturlaub verbrieten und als erstes fragten, wie ich hochgekommen sei und wie ich wieder runterkomme und ob sie mitfahren können. Klar durften sie mitfahren.
Dass ich mehr als 10 Euro für eine Übernachtung zahlte, verstanden sie hingegen nicht wirklich. Irgendwie fand ich mich unter den strengen Blicken und ungläubigen Fragen der einen der beiden zu meinem Reisestil ein wenig spießig und war schon versucht mich zu rechtfertigen. Aber war denn in Zeiten der überall in entsprechender Szene bekannter Backpackeridyllen mit Internet und Laundry und Billigflügen nicht das Backpackertum ebenso spießig geworden wie das Reisen mit Mietwagen, nur eben als Budgetversion? Quatsch jetzt, jeder soll so reisen wie er mag und ich sollte vielleicht aufhören Busreisende spießig zu finden!
Die beiden wollten auch gerne am Folgetag mit nach Penang fahren, wie sie nach reiflicher Überlegung später per SMS verkündeten. Auf meine Bestätigungs-SMS mit dem vorgeschlagenen Treffpunkt reagierten sie aber nicht mehr, und auch nicht auf meine SMS am Folgetag, dass ich doch etwas später fahren würde, sodass ich dann doch alleine fuhr, auch gut!
P1000367.jpg P1000368.jpg
Nachmittags fuhr ich noch in die andere Richtung der Straße auf einen Markt, auf dem sonst keine Großnase war, entdeckte noch einen Hindutempel, fuhr dann ins Hotel und musste dringend etwas schlafen, bevor ich abends nochmals loszog zum Essen.
P1000377.jpg P1000379.jpg P1000386.jpg
Der nächste Morgen war übrigens der einzige Tag, an dem es mir etwas im Magen herumging, ausgerechnet nachdem ich am Vorabend in einem Lokal gegessen hatte, das einem Holländer gehörte, da ich mal wieder ein ganzes Stück Fleisch mit Pommes wollte anstatt etwas aus der asiatischen Küche.
«
 1  2  3  4  5  6  7  8  9  10 
»