25 Jahre später... Eine Reise hinter die Mauer im Kopf - Polen 2014 Die Mauer muss weg... Ja, ich gebe zu, auch ein viertel Jahrhundert nach der Wende und nach fast 20 Jahren, die seit meiner eigenen Umsiedelung hinter den ex-eisernen Vorhang vergangen sind, habe ich mich niemals groß um die Nachbarn im Osten geschert. Prag kenne ich, da war ich zu Chemnitz-Zeit
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23.06.2014
25 Jahre später... Eine Reise hinter die Mauer im Kopf - Polen 2014
FR, 13.6.2014: Auf dem Schiff durch die Masuren
Heute ist in der Hotelrate das Frühstück mit eingeschlossen. Es ist für meinen Geschmack nicht aufregend, aber der Kaffee ist gut, und Apfelpfannkuchen zum Frühstück sind nicht zu verachten.
Gestern habe ich noch herausgefunden, dass die Ausflugsschiffe um 10.30 Uhr ablegen. Kurz vor 10 Uhr stehe ich am Anleger und erfahre, dass es eine insgesamt etwa sechs Stunden dauernde Tour gibt mit einer Stunde Aufenthalt im Zielort. Es braucht dazu aber mindestens acht Passagiere, und derzeit sind wir erst sieben. Zum Glück finden sich noch ein paar potenzielle Seefahrer, und so legt das Schiff pünktlich um 10.30 Uhr mit etwa 15 Passagieren ab, nachdem eine rabenschwarze Katze, die sich auf das Schiff verirrt hatte, wieder runterkomplimentiert wurde. Das wäre auch buchstäblich ein Schwarzfahrer gewesen!
Übrigens muss ich feststellen, dass es hier weiter im Norden nicht soooo gut bestellt ist um die Fremdsprachenkenntnisse der Menschen, aber der Bootsbespaßer spricht gut Deutsch.
Nun ja, man passt sich den Landessitten an, und als der Bespaßer herumgeht mit einem Tablett mit verschiedenen Wodkaarten, entscheide ich mich für einen likörartigen Wodka wegen der netten gelben Farbe. Nastrowje!
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Bisher regnet es noch nicht. Ich glaube, das Wetter wird im Wetterbericht immer beschrieben als "wechselnd bewölkt", es sorgt für interessante Lichteffekte, wenn es Wasser und Ufer teilweise beleuchtet.
Zunächst geht es über einen großen See, da ist es ganz schön zugig. Dann biegt das Schiff in einen der Kanäle ab, die die vielen Seen miteinander verbinden.
Meine Güte, wie viele Boote es hier gibt. Und zwischen allem treiben Biber ihr Unwesen und bauen ganz schön große Bibervillen!
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Gizycko ist unspektakulär. Westlich der Innenstadt ist ein Fort, schließlich sind wir hier für fast 1,5 Stunden. Das Fort ist aber für einen Ultrakurzbesuch nicht geeignet. Das Gelände ist etwas unübersichtlich und bietet wenig, unter dem man sich auf Anhieb etwas vorstellen kann.
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Ziemlich schnell mache ich mich auf den Weg zurück zum Schiff. Weil das Frühstück immerhin schon mehr als fünf Stunden her ist, brauche ich noch dringend eine Portion Pommes und eine Cola auf die Hand, und kaum sind die verspeist, sehe ich einen der vielen Eis- und Waffelstände. Beide Verkäufer sind jung und ausgesprochen nett und sprechen sehr weltgewandtes Englisch.
Auf der Rückfahrt bin ich müde, außerdem ist es sehr trüb, und es regnet immer wieder ein bisschen. Es ist kalt geworden. Ich döse unter Deck im Warmen ein bisschen vor mich hin und verbringe einige Kilometer mit der Frage danach, warum Segler eigentlich immer oben herum Westen und Mützen tragen, aber immer kurze Hosen dazu. Den Rest der Zeit vergnüge mich mit dem Buch "How to be a German in 50 easy Steps" von Adam Fletcher, einem Briten. Ich finde es echt lustig, wie wir aus der Sicht eines Briten wahrgenommen werden. Wir kommen gar nicht so schlecht dabei weg. Mit etwas Erleichterung stelle ich jedoch fest, dass ich in einigen wesentlichen Punkten nicht "typisch deutsch" bin, in anderen allerdings schon.
Wieder angekommen nach dem dann schließlich siebenstündigen Ausflug schnappe ich mir Idefix um zu einem Natutrschutzgebiet mit See zu rollern, aber ich habe kein Glück, ist eben Freitag, der Dreizehnte. Da, wo der Trail zum See beginnt, ist alles noch in Ordnung und Idefix hat seinen Spaß daran über diesen Pfad zu huppeln, was erstaunlich gut geht. Aber irgendwann kommt jede Menge Matsch, für den meine Schuhe nicht gemacht sind. Ich entscheide mich für die Schuhe und gegen die Vögel und roller wieder zurück und noch etwas weiter über die Straße, doch der dortige Aussichtsturm ist wegen Renovierung geschlossen. Frech steige ich über den Zaun, vielleicht gibt es ja doch etwas zu sehen? Aber aus dem hölzernen Turm sind bereits die Stufen herausgebrochen, das traue ich mich dann doch nicht.
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Nun ja, war trotzdem ein netter Ausflug vorbei an Kornblumen und Mohn. Ich setze mich an den Yachthafen und esse Fisch. Ich bin heute irgendwie KO, obwohl ich den ganzen Tag eigentlich gar nichts aktiv gemacht habe. Ich glaube, heute wird der Abend nicht sehr lang.
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