25 Jahre später... Eine Reise hinter die Mauer im Kopf - Polen 2014 Die Mauer muss weg... Ja, ich gebe zu, auch ein viertel Jahrhundert nach der Wende und nach fast 20 Jahren, die seit meiner eigenen Umsiedelung hinter den ex-eisernen Vorhang vergangen sind, habe ich mich niemals groß um die Nachbarn im Osten geschert. Prag kenne ich, da war ich zu Chemnitz-Zeit
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23.06.2014
25 Jahre später... Eine Reise hinter die Mauer im Kopf - Polen 2014
SA, 14.6.2014: Zwischenstopp in Danzig
Heute sollte es eigentlich nach Elblag gehen. Eigentlich wollte ich dort diese coole Tour mitmachen auf dem Elblag-Ostroda-Kanal, wo das Schiff bei Höhenunterschieden nicht durch eine Schleuse transportiert wird, sondern durch eine Art Seilzugsystem auf Schienen hoch gezogen wird. Leider wird das wohl nichts werden. Im Reiseführer ist zwar darüber zu lesen, aber bei meiner Internetrecherche bin ich auf keine offizielle Seite gestoßen, die etwas zu Abfahrtzeiten und Preisen sagt.
Also ist der Plan am Abfahrtsort Elblag nach Infos und Tickets zu schauen. Der Grund, dass ich nichts gefunden habe: Das Ding wird seit 2012 renoviert, diese Info habe ich erst vorgestern gefunden. Zwar wusste ich, dass eine Überholung der gesamten Anlage ansteht, aber weil diese Info eben schon ein paar Jahre alt war, dachte ich, das ist Geschichte. Tja, wäre nett gewesen, diese Info der Website des Betreibers entnehmen zu können...
Aber na gut, dann besichtige ich eben noch die Burg in Malbork und fahre dann noch ans frische Haff, storniere das Hotel in Elblag - das geht zum Glück noch - und fahre heute noch nach Danzig weiter. Wer weiß, vielleicht stehe ich dann heute doch noch vor der Grenze Russlands und werde sie illegal mit einem Fuß übertreten...
Gesagt - getan. Schon früh bin ich unterwegs. Ich habe viel vor, werde mich aber sicher an den einzelnen Orten nicht sehr lange aufhalten, denn es ist Sauwetter angesagt.
Störche und Mohnblumen begleiten mich auch heute, grüne Wiesen, ein paar Kühe und Seen. Letztere werden im Laufe des Tages allerdings immer seltener.
Zuerst stehe ich dann tatsächlich vor der Grenze der EU, diese paar Kilometer Umweg habe ich mir leisten wollen. Trostlos ist es hier irgendwie, schon wegen des Wetters. Ein paar Kilometer weiter liegt Königsberg, heute Kaliningrad. Und so sieht sie heute aus, die erste richtige Grenze, an die ich seit Jahren gestoßen bin, außer bei der Immigration bei Einreisen auf dem Luftweg in andere Länder natürlich.
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Zunächst ist es nur bewölkt, dann beginnt es zu gießen, pünktlich mit dem Erreichen von Frobork. Hier wollte ich eigentlich die als nett beschriebene Stadt mit der Burg besichtigen und die ersten Piroggen des Tages mit Blick auf die Ostsee genießen.
Aber nix da, statt dessen gehe ich in dem kleinen Örtchen lustlos auf und ab. Das Wetter wirkt sich immer sehr auf meine Stimmung aus, und bei diesem Wetter sind zudem sämtliche Buden verrammelt und verriegelt, die sonst Eis und Souvenirs verkaufen. Lediglich das immer wieder in jedem Ort zu findende Kopernikus-Denkmal harrt tapfer im Regen aus. Somit ist mein Aufenthalt nicht sehr lang. Auf die Burg an sich habe ich keine Lust, denn heute steht immer noch Malbork an.
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Das Thermometer im Auto zeigt über die gesamte Fahrt 10 bis 12 Grad an, oft nieselt oder gießt es, es ist windig und fröstelig. Aber in der Burg in Malbork hat sich die Wärme der letzten Tage offenbar noch gehalten, hier ist es so warm, dass ich fast glaube, die Heizung läuft.
Ich habe irgendwie die Stelle verpasst, an der die Audioguides ausgegeben werden, die Erklärungen sind nur auf polnisch. Insofern bleibt der Fantasie überlassen mir zusammenzureimen, was es denn hier zu sehen gibt. Imposant finde ich den großen Rittersaal mt den langen Tischen, und auffällig finde ich, dass die integrierte Kathedrale (noch) nicht saniert ist. Ich hoffe, sie soll so bleiben, irgendwie ist sie so etwas Besonderes und hebt sich von den ganzen schmucken Kirchen ab in den anderen Burganlagen.
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bis Danzig ist es nur noch eine Stunde. Es ist erstaunlich leer in der Stadt und ich bin schnell am Hotel Best Western Bonum. Auch das ist sehr schön: Ein kleines schnuckeliges Zimmer, tip top in Ordnung hinter der Fassade eines alten Stadthauses.
Ich breche auf zu einer ersten Erkundung. Morgen, wenn der vorausgesagte Sonnenschein eingetroffen ist, rollere ich nochmals los. Ich weiß im Moment nicht so recht, was ich von Danzig halte. Die Stadt wirkt nicht so sehr wie "Schmuckstück" wie Krakau. Vieles scheint nur notdürftig saniert. Fehlt der Stadt das Geld? Oder bin ich so übersättigt von bunten Häusern um schöne Plätze herum? Oder ist das hier einfach eine Stadt, die lebt und in der gearbeitet wird, und es fällt einfach mehr auf als in Krakaus Zentrum?
Aber gerade das finde ich sehr angenehm, dass man der Stadt ihre Geschichte ansieht, von der wuchtigen Marienkirche, den Speichern am Wasser und dem alten Gebäude der LOT, in dem heute ein Rossmann ist bis zu den Plattenbauten mit Wohnungen im Hintergrund und modernen glitzernden Gebäuden des neuen Jahrtausends ist hier alles dabei, jede Epoche. Hier wurde und wird halt gelebt, die Stadt ist kein Museum.
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Danzig ist eine Bernsteinstadt. Es gibt etliche mehr oder weniger geschmackvolle Souvenirs daraus. Es gibt Restaurants und Lokale ohne Ende, eine Prachtstraße und eine Promenade am Fluss. Und auch hier in der Stadt übrigens überall wieder freies WIFI. Und Danzig setzt noch einen drauf. Viele Sehenswürdigkeiten sind mit einem QR-Code verbunden, sodass man über eine App auch gleich nachlesen kann, was es hier zu sehen gibt.
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Leider gießt es immer wieder, zum Glück nicht mehr so stark wie in Frobork. Ich freue mich auf eine nochmalige Tour morgen bei Sonne und auf drei Tage in Zoppot bei wieder besserem Wetter. Heute brauchten Idefix und ich den Schirm, auch wenn man mit dem Schirm in der Hand nicht Roller fahren kann.
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Die vielen Brautpaare in Polen, die wirklich auffällig häufig zu sehen sind, hält das Wetter auch hier nicht vom Heiraten ab. Na ja, irgendwie müssen ja die vielen Störche hier ihre Daseinsberechtigung haben...
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