Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden Freitag, 17.5.2013: Gen Westen fliegen und gen Süden fahren Und wieder mal stand ich zwischen vielen USA-Reisenden mit Weiterflug-Bordkarten nach Washington und sonstwo hin an einem Gate. Security Check voll und eine Schlange bis zur Passkontrolle, tja, die Reisewelle in Deutschland hatte wohl
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01.07.2013
Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden
Samstag, 18.5.2013: Grüne Küste, blaues Meer, ein Städtchen und ein Fischerdorf
Früh war die Nacht herum, es wird doch wohl wegen der einen popeligen Stunde kein Jetlag sein? Wahrscheinlich bin ich einfach nur ausgeschlafen!
Und versuche ich es doch mal mit dem Rennen hier, also ab in die Schuhe und dann ab zum Coastpath west. (Außer)Pustekuchen - schlammig ists und nass und außerdem steil ohne Ende. Na ja, das war dann eben eine halbe Stunde Trailrunning, soll ja auch sehr förderlich sein... Als Dreckspatz komme ich zurück und überlege, wie ich mich wohl in dem winzigen Bad am besten in die Dusche bugsiere ohne gleichzeitig irgendwas herunterzureißen.
Und nun Frühstück. Gestern schon durfte ich ankreuzen, was es heute sein sollte und entschieden hatte ich mich für Rührei mit Lachs auf gebuttertem Muffin. Sehr lecker! Noch ein Schälchen Obst und viel Kaffee (never do that in England?)
Und dann ging es los. Nochmals durch das nette Örtchen, das sich bei strahlend blauem Himmel von seiner besten Seite präsentierte.
So suchte ich also den Einstieg zum Coastpath und fand ihn. Irgendwie steht hier an jeder Ecke ein Engländer in grüner gewachster Barbour-Jacke mit mittelgroßem Hund. Ist mir deutlich lieber als fränkische Oberförster in grünem Loden mit sehr großem Hund oder Rauhaardackel und freundlicher sind sie auch, nur leider verstehe ich kaum etwas, wenn die reden, na ja, das würde einem Engländer in Franken wohl ähnlich ergehen...
Auf und ab über Wiesen und durch Wald, mitten über einen Golfplatz (Achtung vor fliegenden Bällen!) und ein kleines Stück durch Charmouth und dann bin ich an der Jurassic Coast mit steilem Hang auf der einen Seite und spiegelglatter See auf der anderen Seite. Große und kleine Paläontologen hauen hier mit Hämmern auf Steine ein und hoffen ein Dinosaurier-Skelett darin zu finden.
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Nun geht es hoch und ich sehe mir dieselbe Küste von oben an. Hier kann man nun stundenlang weiter gehen, auf und ab geht es. Irgendwann habe ich keine Lust mehr, drehe um und gehe wieder nach Lyme Regis. Schließlich ist es noch früh, da ich ja so früh auf war und in mir ruft die übliche Ungeduld, will Abwechslung haben, jetzt! Sofort!
Also bin ich gegen 14 Uhr wieder an meinem Startpunkt, werfe mich ins Auto und mache mich auf die etwa einstündige Fahrt nach Exeter, soll eine nette mittelalterliche Stadt mit vielen jungen Leuten sein.
Zuverlässig lotst die Navi mich zur Stadtmitte und als sie mir eine Entfernung von nur noch 400 Metern zur Kathedrale anzeigt, werfe ich an einem großen Parkplatz das Lenkrad herum und fahre mit quietschenden Reifen.... äh, nee, eher übervorsichtig mit der noch immer ungewohnten Perspektive (was die Engländer stets mit Engelsgeduld und ohne zu hupen ertragen) in die nächste Parklücke, werfe brav ein paar Pfund Geld in den Automaten und mache mich auf die letzten 400 Meter zur Kathedrale. Die ganzen jungen Leute, die der Reiseführer angepriesen hat, scheinen sich zum Beweis, dass es sie wirklich gibt,hier versammelt zu haben. Von irgendwo her schallt Musik, ein bisschen Stimmung wie auf einem Festival, scheint aber nur ein ganz normaler Samstag an einem sonnigen Tag zu sein.
Sonniger Tag übrigens bedeutet für das Empfinden der englischen Damen Minirock an den fleischigen rosa Beinen und Flip Flops und Spaghetti-Top, ich hingegen wage es so gerade eben die Strickjacke in die Tasche zu stecken und im T-Shirt herumzulaufen, ganz davon abgesehen, dass weder Flip Flops noch Spaghetti-Tops in meinem Kleiderschrank zu finden wären. Well, 17 Grad sind eben doch nicht soooo viel.
Ich marschiere beherzt in einige Läden und finde eine weiße Strickjacke im angesagten Lochmuster, eine dünne flieder-grau-farbene Fleecejacke und ein Kleidchen mit blauen Blumen drauf und marschiere glücklich mit meinen Tüten noch etwas durch die Stadt, in der ich zwar nicht viel, aber immerhin etwas Mittelalter gefunden habe.
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Nun soll es noch in das schmucke Örtchen mit dem verheißungsvollen Namen "Beer" gehen. Hier sind jede Menge entspannte Menschen unterwegs, die wohl den Nachmittag am Kiesstrand verbracht haben, Spaziergänger, die von den Klippen die Aussicht genießen, eine freundliche Katze. Der Fish and Chips Laden platzt aus allen Nähten, es ist schließlich Abendbrotzeit.
Fish and Chips will ich mir zwar auch irgendwann noch geben, aber hier lacht mich eher das gegenüber liegende indische Lokal an. Na ja, besser als in Erfurt war es hier allemal, aber wirklich spicy, wie bestellt, schmeckte es nicht. Das gibt eindeutig Abzüge in der A-Note. Abzüge in der B-Note gab es dafür, dass ich ewig auf die Rechnung warten musste, die mit dann betont im Laufschritt gebracht wurde. Na gut, das was die Italiener in Deutschland sind, die man an jeder Ecke findet, sind hier wohl die Inder - zum Glück - und ich werde England diesbezüglich sicher noch öfter als Trainingslager für den Herbst nutzen können.
Jedenfalls fand ich hier doch noch ein Fossil, wenn es nicht ein Stückchen vom hiesigen Tourismusbüro hier verstreuten Gipses in Fossilienform ist.
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Und zwei Fitbit-Abzeichen habe ich heute verdient: Eins, weil ich über 40.000 Schritte gegangen bin und eins, weil ich über 200 Stockwerke (600 Höhenmeter) marschiert bin. Voller Stolz auf meine neuen Abzeichen und mit etwas wehen Beinen lege ich mich ins Bett, habe keine Lust mehr noch mehr Schritte und Höhenmeter ins örtliche Public House zu machen, auch wenn es mir eventuell sogar das 45.000-Schritte-Abzeichen und das 300-Stockwerke-Abzeichen eingebracht hätte...
In England regnet es immer? Nö, heute keinen einzigen Tropfen!
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