Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden Freitag, 17.5.2013: Gen Westen fliegen und gen Süden fahren Und wieder mal stand ich zwischen vielen USA-Reisenden mit Weiterflug-Bordkarten nach Washington und sonstwo hin an einem Gate. Security Check voll und eine Schlange bis zur Passkontrolle, tja, die Reisewelle in Deutschland hatte wohl
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01.07.2013
Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden
Sonntag, 19.5.2013: Ponys im Dartmoor, eine Malocherstadt und noch ein Fischerdorf
Ziemlich früh gings los. Auf meiner Frühstücksorder hatte ich 8 Uhr angegeben und war somit die Erste unten. Und so saß ich schon kurz vor 9 Uhr im Auto Richtung Dartmoor.
Dieses ließ sich eher langweilig an, sah man es von dem Fahrabenteuer wie aus einem Computerspiel ab: Gewinne die meisten Punkte, indem du schnell durch die nur etwa zwei Meter breiten und von Hecken und Mauern gesäumten Straßen kommst, bevor dir jemand begegnet. Das ist schließlich bei der immer noch ungewohnten Perspektive aus dem Auto Nervenkitzel pur!
Aus dem Auto auf engen Straßen:
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Der Osten des Dartmoor:
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Nach einigen Meilen jedoch wurde die Landschaft karg. Schilder warnten vor auf der Straße liegenden Schafen und als Autos am Straßenrand standen, wies dieses auf die frei lebenden Dartmoor Ponys hin, die offenbar allesamt mit ganz frischen Fohlen unterwegs waren. Etwas später stolperte tatsächlich auch etwas wackelig ein Lämmchen auf die Fahrbahn und man konnte nun auch mal weit gucken über die nun fast baumlose Landschaft.
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Ein Stopp noch beim Dartmoor Prison Museum, dem ältesten Knast Englands,
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dann ging es weiter zunächst bis Tavistock, wieder mal einem netten Örtchen, in dem ich eine halbe Stunde herumlief.
Übrigens: Wirklich jede Menge Rennradfahrer hier unterwegs! Scheint eine sehr beliebte Gegend dafür zu sein! Immer, wenn ich einen davon überholt hatte und ihn dann im Rückspiegel gesund und munter vor sich hinstrampeln sah, war ich froh, ihn auf den engen Straßen nicht in die Hecke abgedrängt zu haben.
Übrigens ist es in England noch schwieriger als in den USA als Tourist zu verhungern oder zu verdursten. Supermärkte im Stile von Tante-Emma-Läden finden sich an jeder Ecke und haben auch in winzigen Orten täglich bis 22 Uhr geöffnet und wie fast überall fand sich auch hier in Tavistock ein Café, in dem es für mich Pasty mit Pork and Apple gab. Diese ungewöhnliche Kombi musste ich doch mal probiert haben. Ich schlenderte also mit meinem Pasty kauend zum Auto zurück.
Die Fahrt nach Plymouth sollte nur noch eine halbe Stunde betragen, diese legte ich so ziemlich im Regen zurück. Auch in Plymouth regnete es noch eine Weile. Keine Ahnung, ob die Stadt mir deshalb so unattraktiv erschien oder ob sie wirklich hässlich war: Irgendwie eine Malocherstadt, so grau wie in meinem Englischbuch, die Bauweise irgendwie dem Sozialismus abgeschaut.
Immerhin bannte ich die Stelle, an der die Pilgrim fathers mit der Mayflower ablegten auf ein Bild. Ehrensache, wenn man schon die Stelle kennt, wo sie dann landete! Man beachte die beiden Flaggen des Startpunktes und des Endpunktes der beschwerlichen Reise:
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Außerdem gibt es hier ein Meerwasserschwimmbad aus den 50er Jahren, ganz in der Nähe eine unfotografiert gebliebene Statue von Sir Francis Drake genau an der Stelle, an der er beim Bowling gestört wurde, als die spanische Armada hier aufkreuzte, einen Leuchtturm als Farbtupfer und eine Gin Destille. Und das war es auch fast schon. Natürlich ist die Gegend um den Hafen nett hergerichtet mit Souvenirläden und Kneipen, aber das ist hier ja fast überall so.
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Der Weg nach Looe zog sich dann, denn die Navi war der Meinung, dass ich mit der Fähre fahren sollte und stellte mich diesbezüglich vor vollendete Tatsachen, setzte mich süffisant grinsend mit dem Hinweis, in 700 Metern solle ich mich links halten, direkt vor dem Wasser ab. Na gut, hier auf der Fähre war man etwas großzügiger mit dem Platz als anderswo, sodass das Auto es unbeschadet überstand, aber die Warterei nervte, denn inzwischen war es wieder sonnig und ich wollte noch ein bisschen etwas von Looe sehen. Mit noch einem weiteren Umweg, einer allerdings vorbildlich ausgeschilderten Umleitung wegen einer Baustelle erreichte ich dann Looe.
Okay, für den kleinen Ort war 17.30 Uhr noch früh genug. Das "Old Bridge House" für 42 Pfund englischen Geldes pro Nacht war schnell gefunden, das Auto gut geparkt für relativ wenige Pfund Geld auf dem großen Parkplatz 150 Meter weiter.
Wieder wurden mir die Zettel für die Breakfastorder erklärt, das scheint wohl so üblich zu sein, es gibt hier außerdem eine gut ausgestattete Bar des Vertrauens und man hatte mir statt des gebuchten Einzelzimmers ein Zweibettzimmer gegeben, rang mir allerdings das Versprechen ab, das zweite Bett nicht zu benutzen und auch nichts draufzulegen, häääää? Ja, sowas gibt es! Sowieso ging es hier strenger zu: Frühstück von 8 bis 9 und Check Out um 10. Ich verkniff mir zu fragen, ob ich beim Betreten des Hauses die Schuhe ausziehen muss. Ich schätze, die Engländer machen das von sich aus schon.
Lustig. Seit einiger Zeit kämen so viele Deutsche, meint der Hausherr. Das liege an den Filmen nach den Romanen einer gewissen Rosamunde P., erklärte ich meinem Gastgeber, alle wollten nun die schöne Landschaft live sehen, in der diese spielten. Mehr könne ich dazu aber nicht sagen, denn (ich schwöre, es ist wahr), ich selbst habe noch keinen dieser Filme bisher ganz gesehen, obwohl ich mir das als Reisevorbereitung doch fest vorgenommen hatte!
Sightseeing bei Sonnenschein im Schnelldurchgang ist angesagt. Die von meinem heutigen Wirt empfohlene Laufstrecke entpuppt sich als supersteiler Waldweg, zumindest wird er das nach einigen Metern. Vielleicht habe ich den falschen Weg genommen? Ich mache kehrt und renne runter, irgendwann geht es auch in anderer Richtung wieder bergauf. Irgendwie wird alles sehr steil nach einer Weile, also mache ich rennend Sightseeing in der Altstadt, laufe nochmals den Weg zu beiden Seiten des Flusses relativ flach so lange es flach bleibt, habe irgendwann 12 km und angeblich 566 Höhenmeter hinter mich gebracht und mir mein Abendbrot und meine Pint Doombar Bier verdient.
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Noch ein reingeschmuggeltes Bild vom nächsten Tag:
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Das empfohlene Public House sorgt zuverlässig für beides. Nun sitze ich hier mit Chili con Carne, wundere mich mal wieder, dass ich in England noch nie wirklich schlecht gegessen habe im Gegensatz zu den Mahlzeiten im angeblichen Schlemmerparadies Italien und beschließe, die letzte Runde nicht mehr abzuwarten, sondern mich auf den Weg zu machen, solange ich in meinem Zimmer das richtige Bett noch vom Verbotenen unterscheiden kann.
In England regnet es immer? Immer nicht, aber heute hat es insgesamt 1 bis 1,5 Stunden lang mal mehr und mal weniger stark geregnet, irgendwas zwischen Nieselregen und Kapuze-Aufsetz-Regen. Das ließ die Engländer fast unbeeindruckt. Sie liefen in Anzügen und ärmellosen Sommerkleidern durch Plymouth und saßen nett plaudernd mit ihrem Kaffee draußen.
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