Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden Freitag, 17.5.2013: Gen Westen fliegen und gen Süden fahren Und wieder mal stand ich zwischen vielen USA-Reisenden mit Weiterflug-Bordkarten nach Washington und sonstwo hin an einem Gate. Security Check voll und eine Schlange bis zur Passkontrolle, tja, die Reisewelle in Deutschland hatte wohl
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01.07.2013
Oh how lovely - unterwegs auf Pilcherpfaden
Montag, 20.5.2013: Ausblicke und Anblicke an der cornischen Küste
Puuuuuh, das zum Frühstück bestellte Omelett war so riesig und so fettig, dass ich es nur halb schaffte. Für morgen würde ich wieder Lachs mit Rührei bestellen, das es hier schließlich auch gab.
Gut gestärkt ging es auf den gut ausgeschilderten Coastpath Richtung Polperro, ein Schmugglernest, immer mit den Resten des Meeres (wegen Ebbe) links von mir, vor mir ein mal ebener und mal steil abfallender oder ansteigender Weg. Außer den üblichen Engländern mit ihren Hunden noch fast niemand unterwegs. Unterwegs ein kleiner Ort mit 2 Cafés, falls man den Blick bei einem Kaffee genießen will. Ich sach ja, in England verhungert oder verdurstet so schnell keiner.
und während in den USA überall Warnschilder aufgestellt wären, auf denen vor dem Verhungern und Verdursten, außerdem vor Sonnenbrand und Sonnenstich, vor dem Tod beim Sturz von den Klippen und nasser Kleidung sowie Gefahr des Ertrinkens bei einem unvorsichtigen Bad im Meer gewarnt würde, und während in Deutschland einfach überall wortlos als Mahnung und Warnung Zäune aufgebaut wären, wanderte man hier einfach munter vor sich hin, nur begleitet von Meeresrauschen, Möwengeschrei und ab und zu dem begeisterten Bellen eines Hundes, der im Meer baden oder dort nach den von Frauchen geworfenen Tennisbällen suchen durfte.
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Wie laut Reiseführer versprochen, kam ich nach gut 2 Stunden in Polperro an. Donnerwetter nochmal, dass das einmal ein prima Schmugglernest war, das glaube ich sofort. Eingekuschelt in eine Bucht, hohe Felsen drumherum. Sollte ich mal die Branche wechseln und Piratenfilme drehen wollen, DAS wäre mein Drehort!
Dieser Ort als Highlight und Ziel nach dem schönen Weg mit dem Blick auf das kristallklare Wasser war es echt wert, ihn zu Fuß anzustreben, zumal der Parkplatz wohl so weit außerhalb ist, dass es von Looe aus schon fast nur unwesentlich länger ist.
Sehr viel gab es außer der Kulisse hier nicht zu sehen. Man hätte noch das Schmugglermuseum besuchen können, statt dessen erstand ich ein T-Shirt und eine Jacke um dann zurück in Looe (beim Schlendern mit verdammt heißer Cornish Pasty mit Lamm und Minze) festzustellen, dass es das dort auch gegeben hätte, Na ja, macht nichts.
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Fast im Laufschritt ging es übrigens zurück nach Looe, schließlich hatte ich die Landschaft nun genug bewundert, so war der Weg in etwas mehr als 1,5 Stunden geschafft. Im Gegensatz zu meinem ziemlich einsamen Hinweg, hatte sich nun auch der Rest des Touristenstromes auf den Weg gemacht, Immer wieder begegneten mir Menschen oder ich überholte welche. Die einzigen mit korrekter Wanderausrüstung inklusive Walkingstöcken übrigens sprachen Deutsch...
Und alle Achtung: Unterwegs begegnete mir eine junge Frau in flottem Lauftempo auf dem teilweise steilen Weg mit Rucksack auf dem Rücken und hatte auch noch Puste genug mich freundlich zu grüßen. Bei dem Tempo brauchte sie für die 8 km sicher deutlich weniger als 1 Stunde.
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Nun brauchte Miss Ungeduld Kontrastprogramm in Form von Kultur. Also auf nach Lanhydrock, ein großzügiges Landhaus mit großzügigem Garten. Da heute Montag ist und ich nicht gut recherchiert hatte, war das Haus allerdings geschlossen, sodass ich der Entscheidung enthoben war, mir eine Führung anzutun, die ich zugegeben immer ein wenig öde und viiiieeeeel zu lang fand. Ich marschierte ein wenig über die grünen und gepflegten Wiesen, fotografierte das Haus von allen Seiten und war dann der Meinung, genug gesehen zu haben für siebeneinhalb Pfund britischen Geldes...
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Ach ja, auf dem Weg fuhr ich durch Lostwithiel. Das sagte mir etwas, denn der Reiseführer war der Meinung, das sei sehenswert, alte Stadt, durch Zinn reich geworden usw. Die ehemals reiche Stadt konnte sich erlauben, die Parkplätze noch kostenfrei anzubieten, also hielt ich an und machte mich auf die Suche nach dem ehemaligen Reichtum, der auch sorgfältig ausgeschildert war. Aber irgendwie packte mich diese Stadt nicht, sodass ich schnell wieder unterwegs war.
Und nun? Eigentlich hatte ich mir für morgen wieder mal zu viel vorgenommen, also nahm ich nun ein Ziel vorweg, es war eh nicht sehr weit. Ich fuhr also in das nächste idyllische Fischerdorf, nach Mevagissey, das ich bisher auf Karten nie gefunden hatte, weil ich bis gestern der Meinung war, es heiße wohl Megavissey...
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Polperro war sowieso nicht zu schlagen, und insofern rang mir Mevagissey nur ein müdes Lächeln ab. Irgendwie ist es derselbe Effekt wie mit den immer ähnlichen weißen Dörfern in Andalusien, den immer gleichen Westernstädtchen in den USA und den immer gleichen Dorfgasthöfen in Thüringen.
Froh, dass ich nur eine Stunde Parken entlöhnt hatte, machte ich mich auf den Rückweg, auf in das Public House in Looe. Es gibt Nudeln mit Hähnchen und Knoblauchbrot und ein paar Salatblättern, heute tatsächlich mal nicht so gut. Zur Wahl hätte heute noch der hiesige Inder gestanden (ich sag's ja, was in Deutschland die Pizzerien,...), aber dort kann man so schlecht nebenbei tippen, sodass ich nun hier entdeckte, dass Gin-Tonic durchaus erschwinglich ist. Mal sehen, ob ich es heute bis zur letzten Runde aushalte...
In England regnet es immer? Zwar sah es den ganzen Tag danach aus, aber es regnete de facto keinen Tropfen. Nur bisschen frisch war es immer dann, wenn ich mich nicht bewegt habe.
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