Prost Neujahr-Silvester 2014 in Krakau Über Silvester wegfahren Und nun habe ich das verpasst, was bei mir immer so das Zeitfenster zum Schreiben eines Reiseberichtes ist. Ich schreibe Reiseberichte immer sofort, abends mit dem iPad auf dem Schoß um den Tag zu verarbeiten und ihn nochmals Revue passieren zu lassen. Ist man aber nic
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28.02.2015
Prost Neujahr-Silvester 2014 in Krakau
DO, 01.01.2015: Gutes neues Jahr, Krakau!
Heute kann man wegen des Neujahrsmorgens lange frühstücken im Hotel. Wir nutzen die Zeit weidlich aus, denn an der Rezeption sagt man, dass so ziemlich alles geschlossen sei, ob wir nicht lieber ins Spaßbad fahren wollen? Nee, das denn doch nicht.
Das Frühstück geht so als eher mittelmäßig durch. Der Kaffee immerhin ist sehr gut, und ich finde meine üblichen Süßvarianten, während K. sich an einer Schüssel Nudelsalat bedient.
Wir ziehen los. In Museen gehen wir ohnehin nicht sooooo gerne, sodass wir erst einmal auf den Wawel klettern um die Burganlage wenigstens von außen anzusehen. Feiertägliche Leere herrscht, aber noch ein paar andere Unerschrockene aus Spanien sind da. Na ja, die müssen ja noch mehr frieren als wir, denn schließlich kommen sie aus einem wärmeren Land.
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Wir schlendern in Richtung Stadt. Es ist ziemlich leer, zumindest abseits der Straße, die auf den Rynek zuführt. Wieder finde ich, die Stadt sieht aus wie aus einem Film. Dieses Mal finde ich, dass ein Film, der Ende des 19. Jahrhunderts spielt, und in dem in warme Tücher gehüllte Mägde mitspielen, passend wäre. Gerade durch das etwas verhangene und neblige Wetter erhält die Stadt heute einen gewissen Charme.
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Einige Läden mit Souvenirs haben geöffnet. Irgendwie habe ich nicht mit solcher Kälte gerechnet, und obwohl ich nur im äußersten Notfall Kopfbedeckungen trage, würde ich mich über ein Stirnband freuen und finde im ungefähr 5. Laden auch eins.
An den Tuchhallen ist noch so eine Art Weihnachtsmarkt, und ich bekomme eine niedliche Filztasche mit Katze drauf. Die macht mich sehr, sehr jugendlich
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Wir gehen um die Tuchhalle herum und durch sie hindurch, zur Marienkirche. Trotzdem Winter ist, fahren die Kutschen Touristen herum. Im Reiseführer steht, was es kostet, sodass wir darauf verzichten.
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Aber Zeit für ein paar Piroggen ist es in einem kleinen, gemütlich aussehenden Café. Die Bedienung scheint noch ein kleines bisschen verkatert zu sein, sodass alles ein bisschen dauert. Das macht nichts, es ist kalt draußen und wir haben viel Zeit.
Wir gehen flotten Schrittes durch das immer ungemütlicher werdende Wetter zurück zum Hotel. Es liegt eine Art gefrierender Nebel in der Luft, es ist auch irgendwie windig. Das Flair versetzt heute sehr stark eher in die Siebziger und Achtziger. Es liegt ein Braunkohledunst über der Stadt. So merkt man, dass trotz der modernen und aufgeschlossenen Leute hier vieles noch nicht auf modernem Standard zu sein scheint, dass das Leben sicher für viele noch eher beschwerlich ist.
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Am späten Nachmittag machen wir uns wieder auf den Weg nach Kazimierz. In der Isaak-Synagoge ist das fast tägliche Klezmer-Konzert, das es morgen und übermorgen aber nicht geben wird.
Die Synagoge ist gut erhalten und einen Besuch wert. Die Musiker machen ihre Sache gut und professionell, aber leider ist der Raum nur zur Hälfte gefüllt mit Menschen.
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Der Einfachheit halber gehen wir gleich gegenüber in ein nettes Lokal. Wir bestellen die Suppe des Tages auf gut Glück, obwohl wir eine Zutat auf der englisch geschriebenen Karte nicht kennen.
Pech für K. Diese Zutat ist ein Fisch, und Fisch mag K nicht, also geht die Suppe unangetastet zurück und erscheint (sehr, sehr nett und kulant) auch nicht auf der Rechnung. Das gibt ein gutes Trinkgeld, zumal mir als Hauptgang der polnisch zubereitete Fisch mit butteriger Soße mit Bröseln drin sehr, sehr gut schmeckt.
Wir sind noch auf der Suche nach einer Kneipe. Und wir landen in einer ziemlich alternativen, eher studentischen Kneipe, mit alten Schätzchen aus den 50er und 60er Jahren eingerichtet. K. holt uns einen Drink nach dem anderen von der Bar, aber da der Barkeeper ihn nicht immer versteht, kommt er teilweise mit wunderlichen Sachen wieder, die aber bestens schmecken. So trinke ich den ersten “White Russian” meines Lebens und irgendwie gibt es dann noch so eine Art Limoncello, der eigentlich doch keiner ist, aber der so lecker ist, dass ich gleich noch einen davon will.
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Irgendwie haben wir heute unseren Jahreswechsel stimmungsmäßig nachgeholt und wandern gut gelaunt durch das plötzlich gar nicht mehr so sehr durch alle Kleiderschichten kriechende nasskalte Wetter zurück zum Hotel.
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